Fürst Otto von Bismarck, der "Weiße Revolutionär". Diesen Beinamen gibt der deutsche Historiker Lothar Gall dem Eisernen Kanzler. In der historischen Forschung erhielt Bismarck im 20. Jahrhundert viele dieser Betitelungen. Vom "Reichsgründer", aber auch von einem "Dämon" der deutschen Vergangenheit wird gesprochen. Egal, unter welchen Aspekten die schillerndste Person Preußens untersucht wird, bleibt eines gewiss: „An Bismarck scheiden sich die Geister“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Die Huber-Böckenförde-Kontroverse
- Ernst Rudolf Huber
- Person und Werk
- Das Wesen des Konstitutionalismus
- Hubers Merkmale des Konstitutionalismus
- Der preußische Verfassungskonflikt
- Ernst- Wolfgang Böckenförde
- Person und Werk
- Böckenförde und der deutsche Konstitutionalismus
- Ergebnisse der Huber-Böckenförde-Kontroverse
- Weitere Forschungspositionen zur Huber-Böckenförde-Kontroverse
- Die Innenpolitik Preußens
- Die innenpolitische Ausgangslage Preußens
- Der preußische Verfassungskonflikt
- Beginn der "Neuen Ära" in Preußen
- Die Heeresreform als Ausgangspunkt
- Die Rolle der liberalen Kräfte
- Die Strategie Otto von Bismarcks
- Der Verlauf des preußischen Verfassungskonfliktes
- Die Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten
- Bismarck als Konfliktminister
- Die Außenpolitik Preußens
- Der Deutsch-Dänische Krieg 1864
- Der Deutsch-Deutsche Krieg 1866
- Die Lösung des Verfassungskonfliktes
- Bewertung der Politik Bismarcks
- Resümee
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese wissenschaftliche Hausarbeit zielt darauf ab, die Innen- und Außenpolitik Otto von Bismarcks in den Jahren 1862-1866 im Kontext des preußischen Verfassungskonfliktes zu analysieren. Die Arbeit befasst sich mit den zentralen Aspekten der Huber-Böckenförde-Kontroverse, welche die Debatte über den deutschen Konstitutionalismus in den 1960er Jahren prägte. Darüber hinaus werden die innenpolitischen und außenpolitischen Strategien Bismarcks, insbesondere im Hinblick auf die Einigungskriege, untersucht.
- Der preußische Verfassungskonflikt und die Rolle Bismarcks
- Die Huber-Böckenförde-Kontroverse und der deutsche Konstitutionalismus
- Die Einigungskriege von 1864 und 1866
- Bismarcks Verbindung von Innen- und Außenpolitik
- Die historische Forschung über die Politik Otto von Bismarcks
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Hausarbeit ein und stellt die Person Otto von Bismarck sowie die zentrale Problematik des preußischen Verfassungskonfliktes vor. Die Forschungsfragen und die Gliederung der Arbeit werden dargelegt.
- Die Huber-Böckenförde-Kontroverse: Dieses Kapitel widmet sich der Auseinandersetzung zwischen den Staatsrechtlern Ernst Rudolf Huber und Ernst-Wolfgang Böckenförde. Es werden die Ansichten beider Wissenschaftler zum deutschen Konstitutionalismus, insbesondere zur Frage nach der Eigenständigkeit oder dem Übergangscharakter dieser Staatsform, beleuchtet. Die Kontroverse wird als Ausgangspunkt für die Analyse der preußischen Innenpolitik genutzt.
- Die Innenpolitik Preußens: Dieses Kapitel betrachtet die innenpolitische Situation in Preußen vor dem Hintergrund der "Neuen Ära" und der Rolle der liberalen Kräfte. Der preußische Verfassungskonflikt, seine Ursachen und Inhalte, wird ausführlich behandelt. Die Ernennung Bismarcks zum Ministerpräsidenten und seine Rolle als Konfliktminister stehen im Mittelpunkt der Betrachtung.
- Die Außenpolitik Preußens: Das Kapitel befasst sich mit den Einigungskriegen von 1864 (gegen Dänemark) und 1866 (gegen Österreich). Die Bedeutung dieser Kriege für die preußische Außenpolitik und die Verbindung zwischen Innen- und Außenpolitik im Handeln Bismarcks werden erläutert.
- Die Lösung des Verfassungskonfliktes: Dieses Kapitel analysiert die Auflösung des preußischen Verfassungskonfliktes im Kontext der Einigungskriege und der politischen Strategien Bismarcks. Die Bedeutung des preußischen Verfassungskonfliktes für die deutsche Geschichte wird diskutiert.
- Bewertung der Politik Bismarcks: Das Kapitel stellt die unterschiedlichen historischen Forschungspositionen zur Beurteilung der Politik Bismarcks in den Jahren 1862-1866 vor. Es werden sowohl die positiven als auch die negativen Aspekte seiner Politik beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Otto von Bismarck, Preußen, Verfassungskonflikt, Konstitutionalismus, Huber-Böckenförde-Kontroverse, Einigungskriege, Deutsch-Dänischer Krieg, Deutsch-Deutscher Krieg, Reichsgründung und historische Forschung. Die Arbeit untersucht die Rolle Bismarcks als "Eisernen Kanzler" und seine Bedeutung für die politische und verfassungsrechtliche Entwicklung Preußens in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Huber-Böckenförde-Kontroverse dient als theoretischer Rahmen für die Analyse des deutschen Konstitutionalismus, während die Einigungskriege einen zentralen Bestandteil der Außenpolitik Bismarcks darstellen.
Häufig gestellte Fragen
Was war der preußische Verfassungskonflikt?
Es war ein Machtkampf zwischen dem König und dem Abgeordnetenhaus (1862-1866) um die Bewilligung von Geldern für eine Heeresreform. Bismarck regierte in dieser Zeit ohne genehmigten Haushalt („Lückentheorie“).
Was besagt die Huber-Böckenförde-Kontroverse?
Die Kontroverse dreht sich um das Wesen des deutschen Konstitutionalismus. Während Huber ihn als eigenständige Staatsform sah, betonte Böckenförde den Übergangscharakter und die Spannungen zwischen monarchischem Prinzip und Demokratie.
Warum nannte Lothar Gall Bismarck einen „weißen Revolutionär“?
Dieser Begriff beschreibt Bismarcks Strategie, konservative Ziele (Erhalt der Monarchie) mit revolutionären Mitteln (nationale Einigung, Kriege) durchzusetzen.
Wie hängen Bismarcks Innen- und Außenpolitik zusammen?
Bismarck nutzte außenpolitische Erfolge (die Einigungskriege 1864 und 1866), um den innenpolitischen Widerstand der Liberalen zu brechen und den Verfassungskonflikt schließlich zu seinen Gunsten zu lösen.
Welche Rolle spielte die Heeresreform als Ausgangspunkt?
Die geplante Stärkung des stehenden Heeres auf Kosten der Landwehr war für die Liberalen unakzeptabel, da sie darin ein Instrument zur Unterdrückung im Inneren und eine Schwächung des Bürgertums sahen.
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- Sascha Weidenbach (Author), 2017, Otto von Bismarck. Die Einigungskriege und preußische Innenpolitik 1862-1866, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/365996