Vorwort
Die Aufgabenstellung dieser Seminararbeit bot mir die Chance mich mit methodischen Fragestellungen zu beschäftigen, die für die Erarbeitung meiner Dissertation in Politikwissenschaften
von essentieller Bedeutung sind. Dadurch bin ich gedanklich angeregt worden, die Konzeption bzw. Methodik meines wissenschaftlichen Handelns kritisch zu hinterfragen; verliert man sich doch bei der konkreten Ausarbeitung einer Dissertation allzu oft in fachlichen
Detailfragen, so war dieses Zeitfenster für diese Arbeit eine sinnstiftende Abwechslung. Der Zeitpunkt für dieses Methoden-Seminar ist absolut richtig, da ich mich bei der Erarbeitung
der Dissertation gerade in der Mitte der Konzeptphase befinde, in der die Anregungen für eine methodische Fundierung hilfreich sind; insbesondere da die Situationslogik nach Karl Popper1 die „Methode der Sozialwissenschaften“ ist.2
Diese Arbeit wurde im Rahmen des Privatissimums aus „Methoden der empirischen Sozialforschung“ erarbeitet, das von Herrn a.Univ.-Prof. Dr. Tamás Meleghy im Sommersemester 2001 geleitet wurde. Die Aufgabenstellung war, im Rahmen der Lehrveranstaltung die Thematik „Situationslogik“ unter Verwendung von bekanntgegebener Literatur auszuarbeiten. Aufbauend auf dieser Arbeit wurde meinen KollegInnen die Thematik in einem Referat näher gebracht – unter www.kaufmann.at/meleghy befinden sich die dafür verwendeten
Folien.
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1 Sir Karl Popper wurde am 28. Juli 1902 am Himmelhof (Ober Sankt Veit) in Wien geboren. Er ist das jüngste von
drei Kindern eines liberal und bürgerlichen Elternhauses.
2 Popper (1987) S 116.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Vorwort
- 2. Die Situationslogik.
- 2.1. Grundlagen.
- 2.2. Die ,,Drei-Welten\" Theorie..........\n
- 2.3. Die Situationslogik...\n
- 2.4. Entstehung und Bedeutung der Situationslogik.....\n
- 3. Literaturverzeichnis.........\n
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Situationslogik nach Karl Popper, einer Methode, die das Handeln von Individuen unter Berücksichtigung der Logik der jeweiligen Situation erklärt. Das Ziel ist es, die Grundlagen der Situationslogik und deren Bedeutung für die Sozialwissenschaften zu beleuchten.
- Grundlagen der Situationslogik
- Die Drei-Welten-Theorie von Popper
- Die Rolle der Situationslogik in der Sozialforschung
- Entstehung und Bedeutung der Situationslogik
- Die kritische Methode und die Falsifizierung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort
Das Vorwort erläutert die Relevanz der Situationslogik für die Dissertation des Autors in Politikwissenschaften. Es wird betont, dass die kritische Hinterfragung der methodischen Vorgehensweise bei der Erarbeitung der Dissertation essentiell ist.
2. Die Situationslogik
Dieses Kapitel führt den Begriff der Situationslogik ein und erklärt, wie sie das menschliche Handeln aufgrund der Logik der jeweiligen Situation erklärt. Es werden die philosophischen Grundlagen der Situationslogik sowie die Drei-Welten-Theorie von Popper behandelt. Die Entstehung und Bedeutung der Situationslogik werden in diesem Kapitel ebenfalls erörtert.
2.1. Grundlagen
Das Unterkapitel beleuchtet die grundsätzliche Fragestellung, wie das Verhalten und Handeln eines Individuums erklärt werden kann. Es wird der Bezug zur Soziologie hergestellt und die Definition des "deutenden Verstehens" von Max Weber erläutert. Die Methode als ein Mittel zur Zielerreichung und die kritische Methode von Popper, die auf der bewussten Suche nach Irrtümern und deren Falsifizierung basiert, werden vorgestellt.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen Situationslogik, Drei-Welten-Theorie, kritische Methode, Falsifizierung, methodisches Vorgehen, Soziologie, und der Philosophie von Karl Popper. Die zentralen Themenbereiche umfassen die Erklärungsweise des menschlichen Handelns, die Bedeutung der Situationslogik für die Sozialwissenschaften und die kritische Betrachtung wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Sir Karl Popper unter „Situationslogik“?
Die Situationslogik ist eine Methode der Sozialwissenschaften, die menschliches Handeln dadurch erklärt, dass es in einer gegebenen Situation objektiv vernünftig oder logisch erscheint.
Was besagt Poppers „Drei-Welten-Theorie“?
Popper unterscheidet zwischen Welt 1 (physische Objekte), Welt 2 (mentale Zustände/Bewusstsein) und Welt 3 (objektive Gedankeninhalte wie Theorien und Kunstwerke).
Warum ist die Falsifizierung ein zentrales Element von Poppers Methode?
Wissenschaftlicher Fortschritt geschieht laut Popper nicht durch Bestätigung, sondern durch die bewusste Suche nach Fehlern und das Widerlegen (Falsifizieren) von Hypothesen.
Wie grenzt sich die Situationslogik vom „deutenden Verstehen“ nach Max Weber ab?
Während Weber auf das subjektive Verstehen von Motiven setzt, fokussiert sich Popper auf die objektiven Anforderungen der Situation, die ein Handeln auslösen.
Welche Bedeutung hat die Situationslogik für die Sozialforschung?
Sie dient als rationale Methode, um soziale Prozesse zu analysieren, ohne in psychologische Erklärungsmodelle verfallen zu müssen.
In welchem Werk beschreibt Popper die Methode der Sozialwissenschaften?
Popper thematisiert diese methodischen Ansätze unter anderem in seinen Schriften zur Logik der Forschung und in „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“.
- Citation du texte
- MMag. Philipp Kaufmann (Auteur), 2001, Situationslogik nach Sir Karl Popper, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3649