Die Gründungsgeschichte der Stadt München ist kompliziert und lässt sich auch nicht mit einer einzigen Gewalthandlung erklären, sondern ist vielmehr ein komplizierter Rechtsstreit, der sich über Jahre hinzog. Denn eine einschneidende Datierung, mit der wir bei der Gründungsgeschichte konfrontiert werden, ist der 13. Juli 1180.
Diese Arbeit soll aufzeigen, welche Rolle der Welf Heinrich der Löwe bei der Stadtgründung gespielt hat und warum man mehr von einem Rechtsstreit, denn von einer „normalen“ Stadtgründung sprechen muss. Mit anderen Worten, warum München eine Stadtgründung der besonderen Art war.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Raum München vor der Stadtgründung
- Archäologische Fundstellen im Münchner Raum
- Die frühen Fern- und Handelswege
- Eine Stadtgründung der besonderen Art - Der Rechtsstreit um München und Föhring
- Der Streit zwischen Otto von Freising und Heinrich dem Löwen 1158
- Die gütliche Einigung statt einem Rechtsspruch – ein Sonderfall?
- Der Streit zwischen Albert von Freising und Heinrich dem Löwen 1180
- Die Konsequenzen des Regensburger Urteils und die Frage: Wer ist im Recht gewesen?
- Fazit
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Stadtgründung Münchens und der Rolle, die Heinrich der Löwe dabei spielte. Sie beleuchtet, warum man von einem Rechtsstreit, anstatt einer "normalen" Stadtgründung sprechen muss und wie die einzigartige Entstehungsgeschichte Münchens im Kontext der damaligen Machtverhältnisse zu verstehen ist.
- Die Bedeutung des Münchner Raums vor der Stadtgründung
- Der Rechtsstreit zwischen den Welfen und den Bischöfen von Freising um München
- Die Hintergründe und Folgen der "Stadtgründung" durch Heinrich den Löwen
- Die Bedeutung des Regensburger Urteils für die Entwicklung Münchens
- Die Einordnung Münchens als Stadtgründung der besonderen Art
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in das Thema der Stadtgründung Münchens ein und stellt die Problematik dar, dass das üblicherweise als Gründungsdatum genannte Datum in Wahrheit den Zeitpunkt des Ausstellens eines Vergleichs markiert, der in Augsburg stattfand. Sie betont die Notwendigkeit, die komplexe Geschichte Münchens als einen Rechtsstreit zu betrachten und erklärt die Rolle Heinrichs des Löwen als Schlüsselfigur in diesem Prozess.
Der Raum München vor der Stadtgründung
Dieser Abschnitt beleuchtet die archäologischen Fundstellen und die Verkehrstopographie des Münchner Raums vor 1158. Er zeigt die Bedeutung der Isar als Lebensader und die frühen Siedlungsspuren auf beiden Seiten des Flusses. Außerdem werden wichtige Handels- und Fernwege beschrieben, die durch das Gebiet verliefen.
Eine Stadtgründung der besonderen Art - Der Rechtsstreit um München und Föhring
Dieser Abschnitt widmet sich dem zentralen Thema der Arbeit: dem Rechtsstreit um München und Föhring. Er beschreibt die Konflikte zwischen Heinrich dem Löwen und den Bischöfen von Freising, insbesondere die Streitigkeiten von 1158 und 1180. Dabei wird die Bedeutung des Regensburger Urteils und die Frage nach der Rechtmäßigkeit der jeweiligen Positionen beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt die Stadtgründung Münchens im Kontext des Rechtsstreits zwischen Heinrich dem Löwen und den Bischöfen von Freising. Wichtige Themen sind die Archäologie des Münchner Raumes, die frühen Handelswege, die Bedeutung des Regensburger Urteils, sowie die Einordnung Münchens als Stadtgründung der besonderen Art.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde München offiziell gegründet?
Obwohl 1158 oft als Gründungsjahr genannt wird, markiert dieses Datum eigentlich den "Augsburger Vergleich", einen Rechtsstreit-Abschluss. Die Entstehung war ein jahrelanger Prozess.
Welche Rolle spielte Heinrich der Löwe bei der Stadtgründung?
Heinrich der Löwe zerstörte die Isarbrücke des Bischofs von Freising in Föhring und baute eine eigene Brücke in München, um die Zolleinnahmen aus dem Salzhandel für sich zu gewinnen.
Warum wird die Gründung Münchens als "Rechtsstreit" bezeichnet?
Die Gründung basierte auf einer gewaltsamen Handlung Heinrichs des Löwen gegen den Bischof von Freising, was zu langwierigen juristischen Auseinandersetzungen vor dem Kaiser führte.
Was war das Regensburger Urteil von 1180?
Das Regensburger Urteil klärte die Machtverhältnisse nach dem Sturz Heinrichs des Löwen und hatte weitreichende Konsequenzen für die weitere Entwicklung der Stadt München.
Wie sah der Raum München vor 1158 aus?
Archäologische Funde belegen frühe Siedlungsspuren und die Bedeutung der Isar als Lebensader sowie wichtige Fern- und Handelswege, die das Gebiet bereits vor der offiziellen Stadtwerdung prägten.
Wer war der Gegner Heinrichs des Löwen im Münchner Streit?
Sein Hauptgegner war zunächst Bischof Otto von Freising, später dessen Nachfolger Albert von Freising, die ihre angestammten Rechte am Zoll und der Brücke verteidigten.
- Citar trabajo
- B. R. (Autor), 2016, Heinrich der Löwe und die Stadt München. Eine Stadtgründung der besonderen Art, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/364521