Jugendschutzlager waren diejenigen Konzentrationslager, welche die Nationalsozialisten zur Internierung widerständiger oder auffälliger Jugendlicher und auch Kinder nutzten. Nicht die Jugendlichen im Lager sollten geschützt werden, sondern die Jugendlichen der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft sollten vor den Inhaftierten geschützt werden. Es gab insgesamt drei Lager dieser Kategorie und fünf Außenlager. Die drei Hauptlager waren Uckermark für weibliche Jugendliche, Moringen für männliche Jugendliche und Lodz Das so genannte Polen-Jugendverwahrlager Litzmannstadt für polnische Kinder und Jugendliche. Um die Einrichtung der Lager Moringen (1940) und Uckermark (1942) zu ermöglichen, schuf man sich ein Instrumentarium an Gesetzen, Verordnungen und Erlassen, das die willkürliche Einweisung von Jugendlichen in diese Lager ermöglicht hat. Wichtigster Erlass in diesem Zusammenhang war der Grunderlass zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung von 1937: "Als asozial gilt, wer durch gemeinschaftswidriges, wenn auch nicht verbrecherisches Verhalten zeigt, dass er sich nicht in die Gemeinschaft einfügen, [...] sich der in einem nationalsozialistischen Staate selbstverständlichen Ordnung nicht fügen will." 2 Die Zusammenarbeit von Kriminalpolizei, Fürsorgesystem und SS machten die Stigmatisierung der Mädchen und jungen Frauen als Asoziale und Kriminelle und ihre Einweisung ins Lager möglich. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einführung
- Jugendschutzlager Uckermark
- KZ Ravensbrück
- Jugendschutzlager Uckermark
- Mädchenkonzentrationslager Uckermark (1942-1945)
- Vernichtungslager Uckermark (1945)
- Häftlinge in Ravensbrück
- Aufarbeitung
- Jugendschutzlager Moringen
- Werkhaus Moringen
- Jugendschutzlager Moringen
- Tagesablauf in Moringen
- Aufarbeitung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Text bietet eine Einführung in die Sozialgeschichte der deutschen Konzentrationslager, mit besonderem Fokus auf die Lager Uckermark und Moringen. Die Arbeit analysiert die Einrichtung und den Betrieb dieser Lager, beleuchtet die Schicksale der jugendlichen Häftlinge und untersucht die Bedeutung dieser Lager im Kontext der nationalsozialistischen Politik.
- Die Einrichtung und Funktionsweise der Jugendschutzlager Uckermark und Moringen
- Die Gründe für die Einweisung von Jugendlichen in diese Lager
- Die Lebensbedingungen und Schicksale der jugendlichen Häftlinge
- Die Rolle der Lager in der nationalsozialistischen Jugendpolitik
- Die Aufarbeitung und Erinnerung an die Jugendschutzlager
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung
Der Text führt zunächst in das Thema der Jugendschutzlager ein, erklärt deren Zweck und zeigt die unterschiedlichen Gründe für die Einweisung von Jugendlichen. Er stellt heraus, dass die Lager zur Internierung widerständiger oder auffälliger Jugendlicher und Kinder dienten, mit dem Ziel, die jugendliche Bevölkerung vor den Häftlingen zu schützen.
Jugendschutzlager Uckermark
Dieses Kapitel konzentriert sich auf das Mädchenlager Uckermark, das in unmittelbarer Nähe des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück eingerichtet wurde. Es beschreibt die Einweisungspraktiken und die Lebensbedingungen im Lager, einschließlich der Umwandlung des Lagers zu einem Vernichtungslager im Jahr 1945.
Jugendschutzlager Moringen
Der Schwerpunkt liegt auf dem Jungenlager Moringen, welches als eines der ersten dieser Art im Juni 1940 eingerichtet wurde. Das Kapitel beleuchtet die Selektion der Häftlinge, die Lebensbedingungen und die Morde, die in Moringen stattfanden.
Schlüsselwörter
Konzentrationslager, Jugendschutzlager, Uckermark, Moringen, Ravensbrück, Nationalsozialismus, Jugendpolitik, Widerstand, Kriminalität, Rassismus, Zwangsarbeit, Aufarbeitung, Erinnerung.
Häufig gestellte Fragen
Was waren die „Jugendschutzlager“ im Nationalsozialismus?
Dies waren Konzentrationslager für Kinder und Jugendliche, die als „widerständig“ oder „auffällig“ galten. Der Name war irreführend: Nicht die Inhaftierten wurden geschützt, sondern die „Volksgemeinschaft“ vor ihnen.
Welche waren die Hauptlager dieser Kategorie?
Es gab drei Hauptlager: Uckermark für Mädchen, Moringen für Jungen und Litzmannstadt (Lodz) für polnische Kinder und Jugendliche.
Auf welcher rechtlichen Basis erfolgte die Einweisung?
Grundlage war unter anderem der „Grunderlass zur vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“ von 1937, der die Willkür gegen sogenannte „Asoziale“ ermöglichte.
Was geschah im Lager Uckermark im Jahr 1945?
Das Jugendschutzlager Uckermark, das sich in der Nähe des KZ Ravensbrück befand, wurde in seiner Endphase im Jahr 1945 als Vernichtungslager genutzt.
Wer galt nach nationalsozialistischer Definition als „asozial“?
Als asozial galt jeder, der sich durch „gemeinschaftswidriges Verhalten“ nicht in die vorgegebene Ordnung des NS-Staates einfügen wollte oder konnte.
Wie war der Alltag im Lager Moringen?
Der Alltag war geprägt von Selektion, Zwangsarbeit und extremen Lebensbedingungen. Moringen war eines der ersten Lager dieser Art und diente zur Internierung männlicher Jugendlicher.
- Arbeit zitieren
- Elisabeth Luger (Autor:in), 2005, Die Kinder-KZs Uckermark und Moringen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/35873