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Früher Pluralismus und konservative Kritik. Der radikale Pluralismus Harold J. Laskis

Titre: Früher Pluralismus und konservative Kritik. Der radikale Pluralismus Harold J. Laskis

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2000 , 27 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Schulz (Auteur)

Politique - Théorie politique et Histoire des idées politiques
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Résumé Extrait Résumé des informations

,,My problem [...] is to take away from the state the superior morality with which we have invested its activities and give them back to the individual conscience..."

Dies schrieb Harold Joseph Laski im Sommer 1916 an seinen Freund, den Richter Oliver Wendell Holmes. Der junge Mann sollte zur Armee, hatte aber körperliche Beschwerden und konnte keinen Wehrdienst leisten. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten mit staatlichen Stellen ließen ihn darüber nachdenken, was passiert wäre, wenn er aus Gewissensgründen nicht in den Krieg hätte ziehen wollen. Er sah die Macht, die der Staat über seine Bürger hatte und er zweifelte an ihr. Was gab den Interessen des Staates eine höhere moralische Rechtfertigung als den Interessen des einzelnen Menschen?

Die Menschen, welche am Anfang des 20. Jahrhunderts am Bild eines allumfassenden Staates zweifelten, werden als Pluralisten bezeichnet. Der Politikwissenschaftler, Lehrer und spätere Führer der Labour Party Harold J. Laski war unter ihnen der radikalste. In der vorliegenden Arbeit sollen zunächst zentrale Begriffe seiner Theorien geklärt und darauf aufbauend seine Konzeption eines pluralistischen Staates beleuchtet werden. Da er 1938 die Unhaltbarkeit seiner Thesen eingestand und sich dem Marxismus zuwandte, beschränkt sich diese Arbeit auf sein Wirken bis zu dieser Zeit.
An geeigneten Stellen werden Laskis Gedanken der Kritik des konservativen deutschen Staatsrechtlers Carl Schmitt gegenüber gestellt. Dieser hatte zu Zeiten der Weimarer Republik den Pluralismus Laskis als die pluralistische Konzeption schlechthin dargestellt und diese als staatszersetzend gebrandmarkt.

Um Verbindungen zwischen Leben und Werk ziehen zu können, fließt auch Laskis Biografie in diese Arbeit ein. Die im oben angeführten Brief von 1916 niedergeschriebenen Aussagen seien an dieser Stelle noch einmal als Beispiel angeführt. Abschließend wird versucht zu klären ob Laskis Vorstellungen einer pluralistischen Realität in späterer Zeit rundweg als Utopie abgetan wurden oder ob seine Ideen in der deutschen Pluralismusdiskussion noch heute Relevanz besitzen. Schließlich wird Laski von manchem als der einflussreichste britische Autor, der Neuzeit betrachtet.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Harold J. Laski - zur Person

2.1 England, Harvard, und wieder zurück - 1893 bis 30er Jahre

2.2 Buchclub und Labour Party - 30er Jahre bis 1950

3. Laskis radikaler Pluralismus

3.1 Pluralismus der Souveränitäten oder das Gemeinwohl -Begriffsklärungen

3.2 Wider die monistische Staatstheorie

3.3 Bedeutet Laski Bürgerkrieg? - der Anarchievorwurf

4. Der Staat als Spielball der Kartelle - die konservative Kritik Carl Schmitts

5. Was nun, Harold Laski? - Laski in der deutschen Pluralismusdiskussion

6. Zu feige für Laski? - Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konzeption eines pluralistischen Staates nach Harold J. Laski. Dabei wird insbesondere der radikale Ansatz Laskis beleuchtet, seine Kritik an monistischen Staatstheorien analysiert und in den Kontext der konservativen Kritik durch Carl Schmitt gestellt, um abschließend die Relevanz dieser Ideen für die deutsche Pluralismusdiskussion zu prüfen.

  • Biographische Einflüsse auf Laskis politisches Denken
  • Die Abgrenzung zum monistischen Staatsverständnis
  • Die Kontroverse um den Anarchievorwurf und die Souveränität
  • Carl Schmitts Kritik am Pluralismus als staatszersetzende Idee
  • Laskis Wirkung und Rezeption in der deutschen Politikwissenschaft

Auszug aus dem Buch

3.2 Wider die monistische Staatstheorie

Dass Menschen sich angewöhnen könnten ihre Überzeugungen ohne große Gemütsregung zu verwerfen, weil sie durch den Staat andauernd dazu gezwungen wären, ist für Harold Laski moralisch nicht zu rechtfertigen. Warum wird jemand angehalten sich gegen sein Gewissen zu entscheiden, von einer Institution, die eigentlich zu seinem Dienst da ist? Der Mensch wird entmenschlicht, der Staat, der doch eigentlich selbst nur Mittel seiner Bürger zu ihrem Wohlbefinden sein sollte wird zum Zweck, der Bürger wird Mittel diesen zu erfüllen. Denn eines steht für Laski in bezug auf den monistischen Staat fest: „Es ist offensichtlich wenig gewonnen, wenn man [...] sagt, die Forderungen des Staates seien wichtiger als alle anderen. Wichtiger als alle anderen sind sie nur für den Staat selbst.“ Das Handeln des Staates ist Selbstzweck oder nutzt nur den Leuten, die ihn lenken. Laski hingegen fordert, die Existenzberichtigung eines jeden einzelnen Willens anzuerkennen. („In der monistischen Staatstheorie scheint es keine Garantie zu geben, dass der Mensch überhaupt ein Wesen besitzt.“ ) Jeder einzelne Mensch hat sogar die Pflicht, „das moralische Fundament des Staates zu prüfen.“

Auch das Argument, die Forderungen des Staates reichten viel weiter als die anderer Institutionen ist für Laski nicht haltbar. Schließlich biete die Kirche sogar noch Hilfe und Leitung über den Tod hinaus an und die Gewerkschaft sei dem Ideal einer sich um ihre Mitglieder sorgenden Gruppe weit näher als der Staat. So erklärt Laski denn auch Widerstand gegen den Staat. Für manche Menschen sind die Ziele einer anderen Gruppe einfach weitreichender. Deshalb rät er bei solchen Konflikten zur Suche nach Gemeinsamkeiten zwischen den Gruppen. Laskis versteht den Staat wie bereits angeführt als eine unter vielen Interessengruppen, der sich durch Leistung bewähren muss und spricht seinem Willen jegliche moralische Überlegenheit ab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, Laskis radikalen Pluralismus zu beleuchten und dessen Relevanz sowie die Gegenüberstellung mit Carl Schmitt zu begründen.

2. Harold J. Laski - zur Person: Dieses Kapitel zeichnet den biographischen Werdegang Laskis von seiner Ausbildung bis hin zur Hinwendung zum Marxismus im Jahr 1938 nach.

3. Laskis radikaler Pluralismus: Hier werden die zentralen Begriffe von Laskis Pluralismustheorie, seine Ablehnung monistischer Modelle und die Kritik am Souveränitätsbegriff detailliert analysiert.

4. Der Staat als Spielball der Kartelle - die konservative Kritik Carl Schmitts: Dieses Kapitel erläutert die harsche Kritik Carl Schmitts am Pluralismus, den er als staatsgefährdend interpretierte und als Weg in den Zerfall ansah.

5. Was nun, Harold Laski? - Laski in der deutschen Pluralismusdiskussion: Hier wird die Rezeption Laskis in der BRD, insbesondere im Kontext der Debatten um Ernst Fraenkel und den Neopluralismus, untersucht.

6. Zu feige für Laski? - Schlussbemerkung: Die abschließende Betrachtung bewertet das Scheitern von Laskis Theorie, würdigt aber zugleich den Wert seines Fokus auf den Menschen innerhalb der staatlichen Ordnung.

Schlüsselwörter

Harold J. Laski, Pluralismus, Monismus, Staatstheorie, Souveränität, Carl Schmitt, Weimarer Republik, Interessenverbände, Individuum, Marxismus, Rechtsstaat, Politische Philosophie, Demokratie, Freiheitsrechte, Neopluralismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das politische Denken von Harold J. Laski, insbesondere seine frühe Theorie des radikalen Pluralismus, und hinterfragt deren Bedeutung und Kritik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Definition des Pluralismus, die Abgrenzung zum monistischen Staat, die Rolle von Interessengruppen sowie die Auseinandersetzung mit der konservativen Staatskritik von Carl Schmitt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, Laskis Konzeption eines pluralistischen Staates zu beleuchten, Begriffe zu klären und zu untersuchen, ob seine Ideen in der deutschen Pluralismusdiskussion Relevanz besitzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Analyse und Gegenüberstellung von Fachliteratur und Primärquellen, um die Theorien Laskis und die Kritik Schmitts systematisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit Laskis Biographie, seiner radikalen Theorie der Souveränität, der kritischen Sichtweise Carl Schmitts darauf sowie der Nachkriegs-Diskussion in der BRD.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Pluralismus, Souveränität, Monismus, Interessengruppen und die Konfrontation mit totalitären Ideologien.

Warum kritisiert Laski den monistischen Staat?

Laski sieht im monistischen Staat eine Gefahr für das Individuum, da dieser absoluten Gehorsam fordert und den Staat als Selbstzweck begreift, statt als Mittel für die Bürger.

Wie bewertet der Autor die Bedeutung von Laskis Ideen heute?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Laskis frühe Theorien zwar als gescheitert gelten, sein Bemühen, den Menschen in den Mittelpunkt politischer Überlegungen zu stellen, jedoch diskussionswürdig bleibt.

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Résumé des informations

Titre
Früher Pluralismus und konservative Kritik. Der radikale Pluralismus Harold J. Laskis
Université
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaften)
Cours
Seminar Pluralismus in der BRD/ Organisation gesellschaftlicher Interessen
Note
1,0
Auteur
Daniel Schulz (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
27
N° de catalogue
V3511
ISBN (ebook)
9783638121613
ISBN (Livre)
9783638679459
Langue
allemand
mots-clé
Früher Pluralismus Kritik Pluralismus Harold Laskis Seminar Pluralismus BRD/ Organisation Interessen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Schulz (Auteur), 2000, Früher Pluralismus und konservative Kritik. Der radikale Pluralismus Harold J. Laskis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3511
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Extrait de  27  pages
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