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Was ist eine sozial gerechte Gesundheitspolitik?

Título: Was ist eine sozial gerechte Gesundheitspolitik?

Trabajo Escrito , 2005 , 15 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Matthias Ilgen (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“1 Schon durch Kant wird hiermit an jede Politik der Maßstab der Gerechtigkeit gelegt. Nicht ohne Grund verlangen die Bürger der modernen Demokratien, dass Politik Gerechtigkeit herstellt. Besonders das Verlangen nach der viel beschworenen „sozialen Gerechtigkeit“2 legitimiert erst die Form der modernen Wohlfahrtsstaaten; insbesondere zentral-europäischer Prägung wie der Bundesrepublik Deutschland. In der Gesundheitspolitik bricht sich seit den Kostendämpfungsversuchen der Politik – egal welcher politischen Couleur die Bundesregierung angehört(e) – in der Bevölkerung die Empfindung eines Defizits an sozialer Gerechtigkeit bahn. Dabei hat jeder einzelne andere Vorstellungen von diesem Begriff, weshalb eine Politik3, die sich selbst als sozial gerecht versteht und bezeichnet, von den Menschen zunehmend als unglaubwürdig wahrgenommen wird. Einer daraus resultierenden Politikverdrossenheit wird nicht zuletzt durch schlechte Kommunikation und Selbsterklärung der Politik Vorschub geleistet. Deshalb werden in dieser Arbeit mehrere unterschiedliche Paradigmen sozialer Gerechtigkeit vorgestellt und erläutert. Mit einer Gegenüberstellung von exemplarischen Miss-Ständen im Gesundheitswesen – sowohl auf der Angebots- wie auf der Nachfrageseite – werden dann die hier vorgestellten Gerechtigkeits-Paradigmen punktuell auf ihre Anwendbarkeit überprüft. Somit soll gezeigt werden, wo tatsächlich soziale Gerechtigkeit verletzt wird und mehr Gerechtigkeit möglich ist. Gleichzeitig wird damit eine politische Handlungsanweisung für eine sozial gerechte Gesundheitspolitik in ihren Grundzügen skizziert. Ziel ist es dabei die tatsächlichen Handlungsspielräume der Politik zur Schaffung und Ausweitung von sozialer Gerechtigkeit im Gesundheitswesen deutlich zu machen. 1 Vgl. Kant, Immanuel: Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, S. 61, Ziffer 437. 2 Hier stellt sich die Frage nach ihrer konkreten Definition. 3 Hier die polity-Dimension des Politischen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Das ‚gefühlte Gerechtigkeitsdefizit’. Fragestellung und Vorgehensweise

2. Paradigmen sozialer Gerechtigkeit

3. Das deutsche Gesundheitswesen im Blickwinkel der Paradigmen sozialer Gerechtigkeit

3.1 Moral-Hazard-Phänomen und Freifahrtsmentalität

3.2 Arzneimittelkosten und Ärztevergütung

4. Handlungsspielräume der Gesundheitspolitik für mehr Gerechtigkeit

4.1 Ausschöpfung der Effizienzreserven

4.2 Notwendige Eigenverantwortung der Patienten

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld einer sozial gerechten Gesundheitspolitik in Deutschland, indem sie verschiedene Gerechtigkeitsparadigmen auf aktuelle Missstände im Gesundheitswesen anwendet und daraus politische Handlungsoptionen ableitet.

  • Analyse theoretischer Paradigmen sozialer Gerechtigkeit (Bedarfs-, Leistungs-, produktivistische und Teilhabegerechtigkeit).
  • Untersuchung des Moral-Hazard-Phänomens und der Freifahrtsmentalität auf der Nachfrageseite.
  • Kritische Beleuchtung von Arzneimittelkostenstrukturen und der Ärztevergütung auf der Angebotsseite.
  • Identifikation von Effizienzreserven und Möglichkeiten zur Stärkung der Eigenverantwortung von Patienten.
  • Skizzierung politischer Handlungsanweisungen zur Sicherung der solidarischen Gesundheitsversorgung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Arzneimittelkosten und Ärztevergütung

Die rot-grüne Bundesregierung hatte mit der Patienten-Quittung, der Positivliste für Medikamente und der Aufhebung der Monopolstellung der kassenärztlichen Bundesvereinigung im Gesetzentwurf zur letzten Gesundheitsreform (Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2003) vor allem Kosteneinsparungen auf der Leistungsanbieterseite vorgesehen. Aufgrund der politischen Konstellation im von der CDU/CSU dominierten Bundesrat und massiver Lobby-Arbeit von Seiten der Pharmaindustrie und den Ärzteverbänden musste Gesundheitsministerin Ursula Schmidt (SPD) ihre Vorhaben aufgeben und sich auf einen politischen Kompromiss einlassen, der durch erhöhte Zuzahlungen sowie Leistungseinschränkungen vor allem von den Versicherten finanziert wird.

Nach wie vor besteht aber bei Arzneimittelkostenstruktur und Ärztevergütung ein enormes finanzielles Einsparpotential. Zudem stellen „überteuerte“ Arzneimittel und „umsatzorientierte“ Ärzte massive Verletzungen verschiedener Paradigmen sozialer Gerechtigkeit dar.

Der Arzneimittelmarkt in Deutschland unterscheidet sich außerordentlich stark von anderen Inlandsgütermärkten. Polemisch könnte man unterstellen, dass es sich weniger um einen „Markt“ sondern mehr um eine ‚Absatzmaschinerie’ der pharmazeutischen Industrie handelt. Durch ein Ausgabemonopol der Apotheken für alle Arzneimittel, die der ambulanten Versorgung dienen, sowie die staatliche Regulierung der Handelsspannen auf Medikamente, ist der Preiswettbewerb weitgehend ausgeschaltet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das ‚gefühlte Gerechtigkeitsdefizit’. Fragestellung und Vorgehensweise: Dieses Kapitel führt in die Problematik des wahrgenommenen Gerechtigkeitsdefizits im deutschen Gesundheitswesen ein und definiert das Ziel der Arbeit, Gerechtigkeitsparadigmen auf reale Missstände anzuwenden.

2. Paradigmen sozialer Gerechtigkeit: Hier werden zentrale Gerechtigkeitsbegriffe wie Bedarfs-, Leistungs-, produktivistische und Teilhabegerechtigkeit theoretisch erläutert, um ein Raster für die Analyse des Gesundheitssystems zu schaffen.

3. Das deutsche Gesundheitswesen im Blickwinkel der Paradigmen sozialer Gerechtigkeit: Dieses Kapitel prüft anhand der Themen Moral-Hazard, Arzneimittelpreise und Ärztevergütung, wo soziale Gerechtigkeit im System tatsächlich verletzt wird.

4. Handlungsspielräume der Gesundheitspolitik für mehr Gerechtigkeit: Der Autor schlägt konkrete politische Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und zur Förderung der Eigenverantwortung vor, um den Erhalt der solidarischen Krankenversicherung zu sichern.

Schlüsselwörter

Gesundheitspolitik, soziale Gerechtigkeit, Bedarfsgerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Gesetzliche Krankenversicherung, GKV, Arzneimittelkosten, Ärztevergütung, Moral-Hazard, Freifahrtsmentalität, Solidaritätsprinzip, Effizienzreserven, Eigenverantwortung, Gesundheitsreform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das deutsche Gesundheitswesen unter dem Aspekt der sozialen Gerechtigkeit und analysiert, warum das System in der Bevölkerung oft als ungerecht empfunden wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Analyse konzentriert sich auf die Nachfrageseite (Versicherte) sowie die Angebotsseite (Pharmaindustrie und Ärzte) und betrachtet dabei verschiedene Gerechtigkeitsbegriffe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, tatsächliche Gerechtigkeitsdefizite aufzudecken und politische Handlungsspielräume zu skizzieren, um die solidarische Gesundheitsversorgung langfristig zu erhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz, der aktuelle gesundheitspolitische Reformen mit theoretischen Paradigmen sozialer Gerechtigkeit abgleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet spezifische Probleme wie das Moral-Hazard-Phänomen, überhöhte Arzneimittelpreise und Fehlanreize im Vergütungssystem für Ärzte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Gesundheitspolitik, Gerechtigkeitsparadigmen, Solidarprinzip, Arzneimittelmarkt und Eigenverantwortung der Patienten.

Warum wird die Rolle der Pharmaindustrie kritisch betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass durch Wettbewerbsbehinderungen und mangelnde Preisregulierung marktferne Gewinnspannen erzielt werden, die gegen das Prinzip der Leistungsgerechtigkeit verstoßen.

Welchen Stellenwert hat die Eigenverantwortung der Patienten?

Die Eigenverantwortung soll gestärkt werden, um die Selbstausbeutung des Systems zu verhindern, wobei eine finanzielle Überlastung der sozial Schwachen vermieden werden soll.

Final del extracto de 15 páginas  - subir

Detalles

Título
Was ist eine sozial gerechte Gesundheitspolitik?
Universidad
University of Hamburg  (Institut für politische Wissenschaft)
Curso
Mittelseminar Gesundheitspolitik
Calificación
1,0
Autor
Matthias Ilgen (Autor)
Año de publicación
2005
Páginas
15
No. de catálogo
V34825
ISBN (Ebook)
9783638349383
Idioma
Alemán
Etiqueta
Gesundheitspolitik Mittelseminar Gesundheitspolitik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Ilgen (Autor), 2005, Was ist eine sozial gerechte Gesundheitspolitik?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34825
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