In Walthers Lied L 46, 32 >aller werdekeit ein füegerinne<, eines der meistinterpretierten Lieder, fällt der Begriff der herzeliebe. Dieser umstrittene, in unterschiedlichen Weisen interpretierte Ausdruck, soll Walthers Begründung der richtigen Minne dienen und versuchen, der auf hohe Minne fixierten Einstellung seiner Kritiker entgegenzuwirken. Doch welche Rolle spielt die herzeliebe im Kontext Walthers Minneverständnisses und inwiefern lassen sich seine Bemühungen, dieses mit Hilfe des Begriffes zu legitimieren, realisieren beziehungsweise welche Auswirkungen auf das traditionelle Verständnis von Minne sind möglich?
Inhaltsverzeichnis
- Walthers Konzept der herzeliebe
- Das Problem der Minne
- Interpretationen der herzeliebe
- Walthers neue hohe Minne
- Kritik an Walthers Minnekonzept
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Essay befasst sich mit Walthers Konzept der herzeliebe, einem umstrittenen Begriff, der in seinem Lied L 46, 32 >aller werdekeit ein füegerinne< auftaucht. Die Arbeit analysiert die Rolle der herzeliebe im Kontext von Walthers Minneverständnis und untersucht, wie er versucht, diese mit Hilfe des Begriffes zu legitimieren. Der Essay erforscht auch die möglichen Auswirkungen auf das traditionelle Verständnis von Minne.
- Walthers Kritik an hoher und niederer Minne
- Die Rolle der herzeliebe in Walthers Minneverständnis
- Die Verbindung von Minne und maze
- Walthers Konzept einer neuen hohen Minne
- Die Auswirkungen von Walthers Minneverständnis auf das traditionelle Verständnis von Minne
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt das Thema des Essays vor und skizziert das Problem der Minne, wie es von Walther in seinem Lied L 46, 32 dargestellt wird. Es wird die Rolle der herzeliebe im Kontext seines Minneverständnisses beleuchtet und die Frage nach der Legitimation seiner Minneform im Hinblick auf die Maze aufgeworfen. Im zweiten Kapitel wird die Problematik der Minne aus der Perspektive des lyrischen Ichs beleuchtet. Es wird die Kritik an hoher und niederer Minne dargestellt und die Sehnsucht nach einer Minneform, die den Anforderungen der Maze gerecht wird, beschrieben. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den verschiedenen Interpretationen der herzeliebe. Es wird Günther Schweikles Deutung des Begriffes vorgestellt und dessen Auswirkungen auf die Verbindung von Minne und Maze diskutiert.
Schlüsselwörter
Herzeliebe, Minne, Maze, hohe Minne, niedere Minne, Mädchenlieder, traditionelle Minneverständnis, Walthers Minneverständnis, gesellschaftlicher Status, Tugenden, gegenseitige Liebe, wertbegründetes Begehren.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Walther von der Vogelweide unter „herzeliebe“?
„Herzeliebe“ bezeichnet ein Minnekonzept, das auf gegenseitiger, herzlicher Zuneigung basiert, unabhängig vom gesellschaftlichen Status.
Wie unterscheidet sich Walthers Konzept von der „hohen Minne“?
Die klassische hohe Minne war oft einseitig und auf eine unerreichbare adlige Frau fixiert. Walther forderte stattdessen eine Erfüllung in der Liebe durch Gegenseitigkeit.
Was bedeutet der Begriff „maze“ in diesem Kontext?
„Maze“ steht für das rechte Maß. Walther suchte eine Minneform, die weder in die rein körperliche (niedere) noch in die rein idealisierte (hohe) Minne abgleitet.
Warum wurde Walther für sein Minnekonzept kritisiert?
Seine Kritiker hielten an der traditionellen, standesorientierten hohen Minne fest und sahen in Walthers Fokus auf das „Mädchen“ eine Abwertung des ritterlichen Ideals.
Welches Lied ist zentral für das Verständnis der „herzeliebe“?
Es handelt sich um das Lied L 46, 32 („aller werdekeit ein füegerinne“), eines der meistinterpretierten Werke Walthers.
- Arbeit zitieren
- Anika Mehner (Autor:in), 2012, Walther von der Vogelweide und sein Konzept der Herzeliebe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345328