Das Betrachtungsobjekt dieses Assignments ist das Themengebiet der Cash-flow-Analyse, insbesondere zur Beurteilung der finanziellen Stabilität und Ertragskraft eines Unternehmens. Erstmalig etabliert wurde der Cash-flow als Kennzahl zur Beurteilung des Zahlungsmittelüberschusses im angelsächsischen Raum. In der Privatwirtschaft verbreitete sich die Kennzahl schnell, was dazu führte, dass diese auch schnell Anschluss in Deutschland fand. Die große Bedeutung des Cash-flows zeigt sich ebenfalls in der internationalen Rechnungslegung, so müssen alle Unternehmen, welche nach IAS/IFRS bilanzieren, gemäß IAS 1.10 für den Jahresabschluss eine Kapitalflussrechnung erstellen. Nach deutschem Handelsrecht gilt dies bislang gemäß § 297 Abs. 1 S. 1 HGB nur für Konzernabschlüsse. Insbesondere nach der Finanzkrise verstärkte sich die Bedeutung der finanziellen Stabilität, sodass viele Unternehmen eine Cash-flow-Analyse in das zyklische Reporting aufgenommen haben. Als Folge der Krise war es das Ziel die Risikoanfälligkeit von Banken durch eine Erhöhung der Eigenkapitalreserven zu reduzieren. Diese Regelungen sind unter dem Begriff Basel III bekannt und haben diverse Auswirkungen auf kreditnehmende Unternehmen. Je risikoreicher ein Unternehmen bei der Analyse der finanziellen Stabilität durch die Bank erscheint, desto mehr Eigenkapital müssen die Banken bei der Kreditvergabe hinterlegen. Dadurch erhöhen sich gegebenenfalls die Finanzierungskosten des Unternehmens. Auch für Eigenkapitalgeber ist der Cash-flow interessant, dieser wird diskontiert zur unverfälschten Beurteilung des Unternehmenswertes herangezogen. Der ermittelte Unternehmenswert bildet dann eine Entscheidungsgrundlage für künftige Investments. Ein anhaltender negativer Cash-flow weist somit auf eine schwache finanzielle Lage hin, was dazu führen kann, dass Kredite und Investoren ausbleiben. Im schlimmsten Fall kann dies zur Insolvenz führen, wie es im Jahre 2012 bei der Drogeriekette Schlecker der Fall war. Der veröffentlichte Jahresüberschuss / -fehlbetrag kann zudem von Unternehmen im Zuge von Ansatz- und Bewertungswahlrechten leicht variiert werden und bietet oft keine hinreichend valide Grundlage zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft. Die Analyse aufgrund des abgeleiteten Cash-flows ist aussagekräftiger, da dieser weitgehend frei von Manipulationsmöglichkeiten ist.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 1.1 Relevanz des Themenaspektes
- 1.2 Ziele und Aufbau
- 2 Cash-flow-Analyse
- 2.1 Begriffsdefinition
- 2.1.1 Cash-flow
- 2.1.2 Kennzahlen
- 3 Berechnungsmethoden des Cash-flows
- 3.1 Die direkte Methode
- 3.2 Die indirekte Methode
- 4 Cash-flow-Variationen
- 4.1 Cash-flow aus der Investitionstätigkeit
- 4.2 Cash-flow aus der Finanzierungstätigkeit
- 4.3 Kapitalflussrechnung (Cash-flow-Aggregation)
- 4.4 Praxisbeispiel Kapitalflussrechnung der Bayer AG
- 5 Cash-flow-Kennzahlen
- 5.1 Kennzahlen zur Beurteilung der Finanzkraft
- 5.2 Kennzahlen zur Beurteilung der Ertragskraft
- 5.3 Praxisbeispiel Cash-flow-Kennzahlen Bayer AG
- 6 Schlussteil
- 6.1 Fazit
- 6.2 Kritische Würdigung
- 6.3 Ausblick und kritische Faktoren
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit zielt darauf ab, ein theoretisches Fundament der Cash-flow-Analyse zu schaffen und verschiedene Berechnungsmethoden praxisnah zu vermitteln. Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Cash-flow-Kennzahlen für die Beurteilung der finanziellen Stabilität und Ertragskraft eines Unternehmens aus externer Perspektive.
- Definition und Bedeutung des Cash-flows
- Berechnungsmethoden des Cash-flows (direkte und indirekte Methode)
- Analyse verschiedener Cash-flow-Varianten (Investition, Finanzierung)
- Anwendung von Cash-flow-Kennzahlen zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft
- Praxisbeispiele zur Veranschaulichung
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Cash-flow-Analyse ein und betont dessen Relevanz für die Beurteilung der finanziellen Stabilität und Ertragskraft von Unternehmen. Sie hebt die zunehmende Bedeutung des Cash-flows im Kontext der internationalen Rechnungslegung (IAS/IFRS) und der Erfahrungen nach der Finanzkrise hervor. Der Cash-flow wird als aussagekräftigere Kennzahl im Vergleich zum Jahresüberschuss dargestellt, da er weniger manipulationsanfällig ist. Die Einleitung skizziert die Ziele und den Aufbau der Arbeit.
2 Cash-flow-Analyse: Dieses Kapitel beginnt mit der Definition der zentralen Begriffe Cash-flow und Kennzahlen. Es legt die Grundlage für das Verständnis der nachfolgenden Kapitel, indem es die grundlegenden Konzepte und Definitionen klärt, die für die Analyse des Cash-flows notwendig sind. Diese Definitionen bilden die Basis für die detailliertere Betrachtung der Berechnungsmethoden und Varianten im weiteren Verlauf der Arbeit.
3 Berechnungsmethoden des Cash-flows: Dieses Kapitel beschreibt die direkte und indirekte Methode zur Berechnung des Cash-flows. Es vergleicht die Vor- und Nachteile beider Methoden und verdeutlicht, wie diese Methoden zur Ermittlung des Cash-flows angewendet werden. Die detaillierte Erläuterung beider Methoden ermöglicht ein tieferes Verständnis der Cash-flow-Berechnung und deren Anwendung in der Praxis.
4 Cash-flow-Variationen: Dieses Kapitel befasst sich mit den verschiedenen Cash-flow-Varianten, nämlich dem Cash-flow aus der Investitionstätigkeit, dem Cash-flow aus der Finanzierungstätigkeit und der Kapitalflussrechnung als Aggregation dieser beiden. Es wird ein Praxisbeispiel der Kapitalflussrechnung der Bayer AG vorgestellt, um die Anwendung der Konzepte zu veranschaulichen und die praktische Relevanz der Cash-flow-Analyse zu unterstreichen.
5 Cash-flow-Kennzahlen: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Cash-flow-Kennzahlen, die zur Beurteilung der Finanzkraft und der Ertragskraft von Unternehmen verwendet werden können. Es wird erläutert, wie diese Kennzahlen berechnet und interpretiert werden und wie sie Aufschluss über die finanzielle Situation eines Unternehmens geben. Ein Praxisbeispiel mit der Bayer AG veranschaulicht die Anwendung dieser Kennzahlen in der realen Unternehmensanalyse.
Schlüsselwörter
Cash-flow, Kapitalflussrechnung, Finanzkraft, Ertragskraft, Kennzahlen, direkte Methode, indirekte Methode, Unternehmensanalyse, finanzielle Stabilität, Investitionstätigkeit, Finanzierungstätigkeit, Bayer AG, IAS/IFRS, HGB.
Häufig gestellte Fragen zur Cash-flow-Analyse
Was ist der Inhalt dieser Arbeit zur Cash-flow-Analyse?
Diese Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Cash-flow-Analyse. Sie beinhaltet eine Einleitung mit Relevanzbeschreibung und Zielsetzung, eine detaillierte Erklärung der Berechnungsmethoden (direkte und indirekte Methode), die Analyse verschiedener Cash-flow-Varianten (Investitions-, Finanzierungsaktivitäten und Kapitalflussrechnung), die Vorstellung relevanter Kennzahlen zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft und schließlich einen Schlussteil mit Fazit, kritischer Würdigung und Ausblick. Praxisbeispiele der Bayer AG veranschaulichen die Anwendung der Konzepte.
Welche Ziele verfolgt diese Arbeit zur Cash-flow-Analyse?
Die Arbeit zielt darauf ab, ein solides theoretisches Fundament der Cash-flow-Analyse zu schaffen und verschiedene Berechnungsmethoden praxisnah zu vermitteln. Sie möchte die Bedeutung von Cash-flow-Kennzahlen für die Beurteilung der finanziellen Stabilität und Ertragskraft eines Unternehmens aus externer Perspektive aufzeigen.
Welche Themenschwerpunkte werden in der Arbeit behandelt?
Die Arbeit behandelt die Definition und Bedeutung des Cash-flows, die direkten und indirekten Methoden zur Cash-flow-Berechnung, die Analyse verschiedener Cash-flow-Varianten (Investitions- und Finanzierungstätigkeit), die Anwendung von Cash-flow-Kennzahlen zur Beurteilung der Finanz- und Ertragskraft und die Veranschaulichung anhand von Praxisbeispielen.
Wie werden die Berechnungsmethoden des Cash-flows dargestellt?
Die Arbeit beschreibt detailliert die direkte und die indirekte Methode zur Cash-flow-Berechnung. Sie vergleicht die Vor- und Nachteile beider Methoden und erläutert deren praktische Anwendung.
Welche Cash-flow-Varianten werden untersucht?
Die Arbeit untersucht den Cash-flow aus der Investitionstätigkeit, den Cash-flow aus der Finanzierungstätigkeit und die Kapitalflussrechnung als Aggregation beider. Ein Praxisbeispiel der Bayer AG veranschaulicht die Kapitalflussrechnung.
Welche Cash-flow-Kennzahlen werden vorgestellt?
Die Arbeit präsentiert verschiedene Cash-flow-Kennzahlen, die zur Beurteilung der Finanzkraft und Ertragskraft von Unternehmen dienen. Es wird erläutert, wie diese Kennzahlen berechnet und interpretiert werden und wie sie Aufschluss über die finanzielle Situation eines Unternehmens geben. Ein Praxisbeispiel mit der Bayer AG veranschaulicht die Anwendung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt der Arbeit?
Schlüsselwörter sind: Cash-flow, Kapitalflussrechnung, Finanzkraft, Ertragskraft, Kennzahlen, direkte Methode, indirekte Methode, Unternehmensanalyse, finanzielle Stabilität, Investitionstätigkeit, Finanzierungstätigkeit, Bayer AG, IAS/IFRS, HGB.
Wie ist die Arbeit strukturiert?
Die Arbeit ist in mehrere Kapitel gegliedert: Einleitung, Cash-flow-Analyse (inkl. Definitionen), Berechnungsmethoden des Cash-flows, Cash-flow-Varianten (mit Praxisbeispiel Bayer AG), Cash-flow-Kennzahlen (mit Praxisbeispiel Bayer AG) und Schlussteil (Fazit, kritische Würdigung, Ausblick).
Für wen ist diese Arbeit relevant?
Diese Arbeit ist relevant für Studierende, Wissenschaftler und Praktiker, die sich mit der Cash-flow-Analyse und der Beurteilung der finanziellen Situation von Unternehmen befassen. Sie eignet sich auch für alle, die ihr Wissen im Bereich der Finanzwirtschaft erweitern möchten.
Welche Bedeutung hat der Cash-flow im Vergleich zum Jahresüberschuss?
Die Arbeit hebt hervor, dass der Cash-flow im Vergleich zum Jahresüberschuss als aussagekräftigere Kennzahl dargestellt wird, da er weniger manipulationsanfällig ist und einen realeren Einblick in die Liquidität eines Unternehmens bietet. Die zunehmende Bedeutung im Kontext der internationalen Rechnungslegung (IAS/IFRS) wird ebenfalls hervorgehoben.
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- Marco Herz (Autor), 2016, Der Cash-flow und seine Bedeutung zur Beurteilung der finanziellen Stabilität und Ertragskraft einer Unternehmung durch externe Analytiker, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345020