Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Geschwisterbeziehungen in der riskanten Familiensituation Trennung und Scheidung der Eltern. Das Ziel dabei ist es, im Verlauf der Arbeit aufzuzeigen, welche besonderen Funktionen Geschwister füreinander übernehmen und wie sich diese auf die Entwicklung eines Kindes in dieser schwierigen Lebenssituation auswirken können. Explizit werden dabei jene Familien betrachtet, die von elterlicher Trennung und Scheidung betroffen sind.
Als Grundüberlegung dieser Arbeit stellt sich die Frage, ob es bestimmte Faktoren oder Ressourcen gibt, auf die ein Kind bei der Bewältigung der elterlichen Trennungsphase und der damit einhergehenden emotionalen und strukturellen Veränderung im Familiensystem zurückgreifen kann. Hierbei scheint ein vertiefender Blick auf die Geschwisterbeziehungen innerhalb der Familie sinnvoll zu sein, da trotz nachweislich rückläufiger Geburtenrate in Deutschland noch immer rund drei Viertel aller Kinder mit mindestens einem Geschwisterkind aufwachsen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Geschwisterbeziehungen
- 1.1 Geschwisterbeziehungen in der Forschung
- 1.2 Einflussfaktoren auf Geschwisterbeziehungen
- 1.2.1 Geschwisterpositionen
- 1.2.2 Altersabstand und Geschlechterkonstellation
- 1.2.3 Eltern-Kind-Beziehung
- 1.3 Entwicklungspsychologische Aspekte der Geschwisterbeziehung
- 1.3.1 Geburt und frühe Kindheit
- 1.3.2 Schulalter
- 1.3.3 Adoleszenz
- 1.3.4 Erwachsenenalter
- 2. Elterliche Trennung als Risikofaktor
- 2.1 Risikofaktorenmodell
- 2.2 Kindliche Perspektive und Psychologischer Scheidungszeitpunkt
- 2.3 Trennungsfolgen
- 2.3.1 Ambivalenzphase vor der Trennung
- 2.3.2 Erlebnisreaktion im Trennungsprozess
- 2.3.3 Langzeitfolgen nach der Trennung
- 2.3.4 Transmissionsrisiko
- 2.3.5 Perspektive der Scheidungsforschung
- 3. Geschwisterbeziehung als Schutzfaktor
- 3.1 Schutzfaktorenmodell
- 3.2 Protektive Funktionen enger Geschwisterbeziehungen
- 3.2.1 Geschwister als stabile Bezugspersonen
- 3.2.2 Kompensatorische Funktion
- 3.2.3 Geschwister und Schulische Leistungen
- 3.2.4 Geschwister und Sozialkompetenzen
- 3.2.5 Rollenvorbilder bei Bewältigungsaufgaben
- 3.2.6 Geschwister und Resilienz
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Bachelorarbeit untersucht die Rolle von Geschwisterbeziehungen in Familien, die eine Trennung oder Scheidung der Eltern durchlaufen. Das Hauptziel ist es, die besonderen Funktionen aufzuzeigen, die Geschwister füreinander übernehmen können und wie diese Funktionen die Entwicklung eines Kindes in dieser herausfordernden Situation beeinflussen.
- Die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen in der Forschung
- Einflussfaktoren auf die Entwicklung von Geschwisterbeziehungen
- Die Auswirkungen elterlicher Trennung auf Kinder und die Rolle von Geschwisterbeziehungen als Schutzfaktor
- Protektive Funktionen von Geschwisterbeziehungen in Belastungssituationen
- Die Relevanz von Geschwisterbeziehungen für die kindliche Entwicklung im Kontext von Trennung und Scheidung
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 liefert einen grundlegenden Einblick in die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen. Es beleuchtet die aktuelle Forschungslandschaft und analysiert verschiedene Faktoren, die die Geschwisterbeziehung beeinflussen, wie z.B. die Geschwisterposition, den Altersabstand und die Eltern-Kind-Beziehung. Zudem wird die Entwicklungspsychologie der Geschwisterbeziehung in verschiedenen Phasen der Kindheit und Jugend beleuchtet.
Kapitel 2 widmet sich dem Risikofaktor elterlicher Trennung und Scheidung aus der Perspektive des Kindes. Es werden die emotionalen, psychischen und sozialen Herausforderungen und Belastungssituationen, denen Kinder in Trennungsfamilien gegenüberstehen, aufgezeigt.
Kapitel 3 untersucht die Bedeutung von Geschwisterbeziehungen als Schutzfaktor in schwierigen Familiensituationen. Es werden verschiedene Funktionen beleuchtet, die Geschwister füreinander übernehmen können, um die Bewältigung von Herausforderungen zu erleichtern und zu einer positiven Entwicklung des Kindes beizutragen.
Schlüsselwörter
Geschwisterbeziehung, Schutzfaktor, Risikofaktor, elterliche Trennung, Scheidung, Entwicklungspsychologie, Familienforschung, Kindesentwicklung, Resilienz, soziale Kompetenz, Familienstrukturen, Einflussfaktoren.
Häufig gestellte Fragen
Wie können Geschwister als Schutzfaktor bei einer Trennung wirken?
Geschwister bieten einander Stabilität als vertraute Bezugspersonen, können emotionale Belastungen kompensieren und dienen als Rollenvorbilder bei der Bewältigung der neuen Lebenssituation.
Warum wird die elterliche Trennung als Risikofaktor eingestuft?
Eine Trennung bringt tiefgreifende emotionale und strukturelle Veränderungen mit sich, die die kindliche Entwicklung gefährden und zu Langzeitfolgen im Sozialverhalten führen können.
Welche Faktoren beeinflussen die Geschwisterbeziehung?
Wichtige Einflussfaktoren sind die Geschwisterposition (z.B. Erstgeborener), der Altersabstand, die Geschlechterkonstellation und die Qualität der jeweiligen Eltern-Kind-Beziehung.
Was bedeutet die "kompensatorische Funktion" von Geschwistern?
Wenn Eltern aufgrund der Trennung emotional weniger verfügbar sind, können Geschwister diese Lücke teilweise füllen, indem sie sich gegenseitig Halt und Aufmerksamkeit schenken.
Wie verändert sich die Geschwisterbeziehung im Jugendalter?
In der Adoleszenz dient die Geschwisterbeziehung oft als Übungsfeld für soziale Kompetenzen und Autonomie, was in Krisenzeiten besonders wichtig für die Identitätsbildung ist.
Haben Einzelkinder bei einer Trennung größere Nachteile?
Die Arbeit legt nahe, dass Kinder mit Geschwistern auf eine zusätzliche interne familiäre Ressource zurückgreifen können, die Einzelkindern in dieser Form nicht zur Verfügung steht.
- Citation du texte
- Nadine Czaja (Auteur), 2014, Geschwisterbeziehung als Schutzfaktor in belastenden Familiensituationen am Beispiel elterlicher Trennung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342389