Der zu behandelnde Inhalt der Sitzung des Seminars "Das Verb im Deutschen" am Dienstag, den 28.05.2013, ist die Verbkategorie des Genus verbi.
Das Thema lässt sich in drei Themenschwerpunkte gliedern. Zunächst wird der Begriff der Diathese erläutert und inhaltlich gefüllt, dann der eigentliche Begriff des Genus verbi mit der Schwerpunktsetzung auf das Passiv mit seinen semantischen und morphologischen Charakteristika und schließlich wird das Medium (middle voice) besprochen.
Inhaltsverzeichnis
- I. Diathese
- II. Genus verbi
- A. Aktiv
- B. Passiv
- 1. Vorgangspassiv
- 2. Zustandspassiv
- III. Medium
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die heutige Sitzung befasst sich mit der Verbkategorie des Genus verbi. Sie gliedert sich in drei Themenschwerpunkte: Zunächst wird der Begriff der Diathese erläutert und inhaltlich gefüllt. Anschließend wird der eigentliche Begriff des Genus verbi mit Schwerpunktsetzung auf das Passiv mit seinen semantischen und morphologischen Charakteristika beleuchtet. Schließlich wird das Medium (middle voice) besprochen.
- Klärung der Begrifflichkeit der Diathese und ihrer Unterschiede zum Genus verbi.
- Analyse des Passivs in Bezug auf seine semantischen und morphologischen Eigenschaften.
- Untersuchung des Mediums (middle voice) und seiner Ähnlichkeiten zu Reflexivkonstruktionen.
- Besprechung von Anwendungsbereichen des Mediums und seiner verschiedenen Überkategorien.
- Einführung der Thetatheorie und ihrer Bedeutung für die Analyse von Verb-Subjekt-Beziehungen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Diathese
Der Begriff der Diathese wird eingeführt und verschiedene Definitionen in der Sekundärliteratur diskutiert. Es wird zwischen dem eigentlichen Genus verbi und anderen Valenzrahmenwechseln unterschieden. Am Beispiel der Akkusativierung wird die Veränderung von Valenzrahmen und deren semantische Auswirkungen erläutert.
II. Genus verbi
Es werden die beiden Genera im Deutschen, Aktiv und Passiv, vorgestellt. Die semantischen Unterschiede zwischen den beiden Genera werden anhand der Thetatheorie erläutert. Das Passiv wird als analytische Formbildung beschrieben und in seine beiden Formen, Vorgangspassiv und Zustandspassiv, unterteilt. Die Bildung beider Passivformen wird anhand von Beispielsätzen in verschiedenen Tempora veranschaulicht.
III. Medium
Der Begriff des Mediums wird eingeführt und seine Ähnlichkeiten zu Reflexivkonstruktionen hervorgehoben. Es wird gezeigt, dass im Deutschen kein eigenes Verbparadigma für das Medium existiert. Die vier Überkategorien von reflexiven Verben, die im Medium gebraucht werden, werden anhand von Beispielen erläutert.
Schlüsselwörter
Die Sitzung beschäftigt sich mit den Verbkategorien Diathese und Genus verbi, insbesondere mit dem Passiv und dem Medium. Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind: Valenzrahmenwechsel, Akkusativierung, Aktiv, Passiv, Vorgangspassiv, Zustandspassiv, Medium, Reflexivkonstruktion, Thetatheorie, Agens, Patiens.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Diathese und Genus verbi?
Der Begriff Diathese wird oft als Oberbegriff für verschiedene Valenzrahmenwechsel verwendet, während das Genus verbi im Deutschen spezifisch die Kategorien Aktiv und Passiv sowie das Medium umfasst.
Welche Passivformen werden in der deutschen Grammatik unterschieden?
In der deutschen Grammatik unterscheidet man primär zwischen dem Vorgangspassiv (gebildet mit "werden") und dem Zustandspassiv (gebildet mit "sein").
Was versteht man unter dem Begriff "Medium" oder "Middle Voice"?
Das Medium bezeichnet Konstruktionen, die Ähnlichkeiten zu Reflexivkonstruktionen aufweisen. Im Deutschen existiert hierfür kein eigenes Verbparadigma, es wird oft durch reflexive Verben ausgedrückt.
Welche Rolle spielt die Thetatheorie bei der Analyse des Genus verbi?
Die Thetatheorie dient dazu, die semantischen Beziehungen zwischen dem Verb und seinen Argumenten (wie Agens und Patiens) zu erklären, insbesondere beim Wechsel von Aktiv zu Passiv.
Was sind die morphologischen Charakteristika des Passivs?
Das Passiv wird im Deutschen analytisch gebildet, das heißt durch eine Kombination aus einem Hilfsverb ("werden" oder "sein") und dem Partizip II des Hauptverbs.
- Arbeit zitieren
- Martin Hinz (Autor:in), 2014, Genus verbi. Kategorien des Verbs in der deutschen Grammatik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341482