Im Folgenden werde ich meine im Seminarverlauf entstandenen Fragen und Rechercheergebnisse zu den Sinneinheiten "Was ist Film?", "Was ist Soziologie?" und "Was ist Filmsoziologie?" zusammenfassen.
"Filme sind ein sozialkommunikativer Bestandteil der Alltags-, Medien- und Populärkultur in modernen Gesellschaften" (Köhler 2013: 1) und aus dem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Es scheint demnach logisch, dass ihre wissenschaftlicher Analyse von gesellschaftlichem Interesse ist. Insbesondere wenn sich dramatische Ereignisse wie Amokläufe oder andere Gewalttaten beziehungsweise Demonstrationen oder politische Aufstände ereignen, stellt sich häufig eine medienkritische Schuldfrage. Führt Gewalt im Film und Fernsehen zu aggressiven Straftaten?
Der Zusammenhang mit den Massenmedien steht zunehmend im öffentlichen Diskurs. Es gibt jedoch noch zahlreiche offene Fragen und Widersprüche. Zum einen ist die Filmsoziologie als Wissenschaft noch sehr jung und kaum erforscht, zum anderen fehlt es an einer einheitlichen filmsoziologischen Theorie. Hier liegt die Aufgabe und Herausforderung der filmsoziologischen Analyse.
Inhaltsverzeichnis
I. EINLEITUNG: SEMINARBESCHREIBUNG & ARBEITSAUFGABE
1.1 SEMINARBESCHREIBUNG
1.2 ARBEITSAUFGABE
II. FORSCHUNGSTAGEBUCH
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die systematische Auseinandersetzung mit der Filmsoziologie als wissenschaftliche Disziplin. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie der Film als erlebnisgesellschaftliches Phänomen soziologisch greifbar gemacht werden kann, um sich von den allgemeinen Medienwissenschaften abzugrenzen.
- Grundlegende Systematisierung des filmsoziologischen Forschungsfeldes
- Analyse der Wechselwirkungen zwischen Film und gesellschaftlichen Strukturen
- Untersuchung der Bedeutung von Gewalt im Film als soziologisches Phänomen
- Diskussion von Rezeptions- und Produktionsebenen im Kontext der Filmsoziologie
- Reflexion über die Notwendigkeit einer eigenen filmsoziologischen Theorie und Methodik
Auszug aus dem Buch
2.3 Was ist Filmsoziologie? - soziologische Filmanalyse vs. filmsoziologische Analyse
Filme stellen eine "stetig sprudelnde Quelle dar, um sich über den Zustand einer Gesellschaft, ihre Krisen und Konflikte, ihre Werte und Moralvorstellungen Aufschluss zu verschaffen. Dennoch spielt der Film in der Soziologie kaum mehr eine Rolle" (Schroer 2007: 7). Dies liegt zum einen daran, dass sich "die Soziologie stark mit der Schriftkultur identifiziert, eine Auseinandersetzung mit der visuellen Kultur bisher aber eher gescheut hat" (Schroer 2007: 9) und zum anderen, dass sich überwiegend die Medien- und Kommunikationswissenschaften dem Film als Massenmedium zuwenden. Dabei verdrängen sie häufig das Soziale und "es ist keine Übertreibung zu behaupten, dass hier eine Kolonialisierung des soziologischen Diskurses stattgefunden hat" (Mai/ Winter 2006: 7). Dennoch gibt es durchaus Soziologen die sich mit dem Film auseinandergesetzt haben.
Dies sind einige wenige Klassiker der Filmsoziologie, die nach "Übernahme" der Medienwissenschaften jedoch zum Teil in Vergessenheit gerieten. Zudem "hat dieses globale Massenmedium als soziologischer Gegenstand kaum eine Tradition" (Heinze/Moebius/Reicher 2012: 7), trotz Bemühungen einiger weniger Soziologen. In den nächsten Jahrzehnten lassen sich bis auf einige kleine Studien kaum filmsoziologische Werke finden, bis es Ende der 1990er Jahre erneut zu einer Auseinandersetzung mit dem Film kam.
Zusammenfassung der Kapitel
I. EINLEITUNG: SEMINARBESCHREIBUNG & ARBEITSAUFGABE: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung des Seminars, die Komplexität der Filmsoziologie zu systematisieren, und beschreibt die methodischen Anforderungen an das zu erstellende Forschungstagebuch.
II. FORSCHUNGSTAGEBUCH: Hier werden zentrale Begriffe wie Film, Soziologie und Filmsoziologie definiert sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Wirkungsforschung und soziologischen Analysemethoden im Filmkontext vorgenommen.
Schlüsselwörter
Filmsoziologie, Soziologie, Medienwissenschaft, Gesellschaftsanalyse, Filmanalyse, Wirkungsforschung, Theoriebildung, Massenmedien, Gewalt im Film, Soziale Strukturen, Rezeptionsforschung, Produktionsebene, Interdisziplinarität, Sozialisation, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert den Lern- und Rechercheprozess im Rahmen eines Seminars zur Geschichte soziologischer Theorien mit einem spezifischen Fokus auf das Teilgebiet der Filmsoziologie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die definitorische Abgrenzung von Film und Soziologie, die Rolle des Films als gesellschaftlicher Beobachter sowie verschiedene Gewaltwirkungstheorien und die methodischen Herausforderungen der filmsoziologischen Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Film als soziologischen Forschungsgegenstand zu systematisieren und zu prüfen, wie sich eine eigenständige Filmsoziologie methodisch und theoretisch von den etablierten Medienwissenschaften abgrenzen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein Forschungstagebuch, das auf einer reflektierten Literaturrecherche und der systematischen Aufarbeitung theoretischer Ansätze der Soziologie sowie empirischer Studien zur Medienwirkung basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Kernbegriffe "Film", "Soziologie" und "Filmsoziologie", eine Diskussion über Gewaltwirkungstheorien und eine Analyse der drei relevanten Ebenen: Produktion, Rezeption und das Filmprodukt selbst.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Filmsoziologie, Gesellschaftsanalyse, Medienwirkungsforschung, theoretische Systematisierung sowie die Abgrenzung zur Medienwissenschaft.
Wie wird das Verhältnis von Gewalt im Film und Aggression theoretisch eingeordnet?
Die Arbeit unterscheidet zwischen Theorien, die eine Minderung der Aggressionsbereitschaft postulieren (z.B. Katharsistheorie), und Theorien, die eine Erhöhung der Aggressivität durch Filmkonsum annehmen (z.B. Stimulationsthese).
Welche Bedeutung kommt der Produktionsebene in der filmsoziologischen Analyse zu?
Die Produktionsebene hinterfragt, wer Filme produziert, wie die Filmbranche strukturiert ist und inwieweit soziale Diskriminierungsformen wie Geschlecht oder Hautfarbe in diesem Prozess eine Rolle spielen.
- Citar trabajo
- Nadine Höppner (Autor), 2016, Was ist Filmsoziologie? Soziologische Filmanalyse versus filmsoziologische Analyse, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339391