In diesem Assignment soll der anspruchsvollen Fragestellung nachgegangen werden, welche Auswirkungen berufsbedingte psychische Erkrankungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben. Grundlage hierfür bilden zunächst wichtige Begriffsdefinitionen. Die Darstellung möglicher Ursachen berufsbedingter psychischer Erkrankungen schafft einen Überblick, bevor die Auswirkungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber dargestellt werden. Ziel ist hierbei, die komplexen Zusammenhänge zwischen Ursache und Erkrankung zu thematisieren. Auf Basis der erarbeiteten Informationen werden dann die Auswirkungen auf Arbeitnehmer und Arbeitgeber abgeleitet.
Die moderne Arbeitswelt stellt hohe Ansprüche an Arbeitnehmer. Der Wandel der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft hatte weitreichende Folgen: In vielen Branchen herrscht hoher Zeit- und Leistungsdruck, aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Situation gibt es oft auch die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Vor allem müssen Arbeitnehmer heute aber ein hohes Maß an Flexibilität beweisen. Komplexe Aufgabenstellungen, die Zusammenarbeit in häufig wechselnden Teams und die rasante Technologisierung verlangen dem Arbeitnehmer viel ab.
Der Begriff “Stress” ist daher nicht nur in den Medien allgegenwärtig. Wird kein richtiger Umgang mit dem Stress im Arbeitsleben gefunden, droht eine permanente psychische Belastung des Arbeitnehmers. Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass immer mehr Arbeitnehmer diesem Stress nicht mehr gewachsen sind: 2011 hatten die psychischen Erkrankungen einen Anteil von 13,4% an den gesamten Arbeitsunfähigkeitstagen in Deutschland. 2013 betrug dieser Anteil bereits 14,6%. Zahlreiche Faktoren sind für die psychische Belastung von Mitarbeitern ausschlaggebend, die Folgen können wiederum sehr unterschiedlich sein. Die Herausforderung für Arbeitnehmer und Unternehmen, mögliche Ursachen berufsbedingter psychischer Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen, aber auch mit bereits vorhandenen Erkrankungen richtig umzugehen, ist groß.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Problemstellung und Zielsetzung
1.3 Aufbau dieser Arbeit
2 Begriffsdefinition
2.1 Berufskrankheit und berufsbedingte Erkrankung
2.2 Psychische Erkrankung
3 Ursachen für berufsbedingte psychische Erkrankungen
3.1 Einflussfaktoren am Arbeitsplatz
3.2 Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz
3.2.1 Stress
3.2.2 Mobbing
3.2.3 Bossing
4 Auswirkungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
4.1 Berufsbedingte psychische Erkrankungen
4.1.1 Depression
4.1.2 Posttraumatische Belastungsstörung
4.1.3 Angststörung
4.1.4 Burn-Out-Syndrom
4.2 Auswirkungen für Arbeitgeber
5 Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die komplexen Auswirkungen von berufsbedingten psychischen Erkrankungen sowohl auf die betroffenen Arbeitnehmer als auch auf die Arbeitgeber, wobei ein besonderer Fokus auf den Ursachen und Erscheinungsformen dieser Belastungen liegt.
- Identifikation zentraler Belastungsfaktoren am modernen Arbeitsplatz
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Arbeitsbedingungen und psychischer Gesundheit
- Detaillierte Betrachtung klinischer Krankheitsbilder wie Depression, Burn-Out und PTBS
- Evaluation ökonomischer und organisatorischer Folgen für Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Stress
Stress ist mittlerweile ein Alltagsbegriff, der nicht nur für eine erhöhte Arbeitsbelastung, sondern häufig auch für Belastungen im Privatleben verwendet wird. „Eine Person empfindet Stress, wenn ein Ungleichgewicht zwischen den an sie gestellten Anforderungen und den persönlichen Möglichkeiten und Ressourcen in der Umgebung entsteht, um diese Anforderungen zu bewältigen.“ Stress ist ursprünglich eine selbstverständliche körperliche Reaktion auf eine bestimmte Herausforderung. Der Körper wird in Alarm- und Aktionsbereitschaft versetzt, um sich in einer bedrohlichen Situation behaupten zu können. Neben physischen Aspekten lösen auch psychische Belastungen Stressreaktionen aus. Dies bleibt zunächst ohne Folgen, sofern auf Anspannung die notwendige Entspannung folgt.
Werden aber die Stress auslösenden Situationen häufiger oder die Stresssituation dauert über eine lange Zeit an, kommt es zu einer Daueranspannung. Diese dauerhafte Anspannung führt zu Nervosität, Müdigkeit und zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit. Insbesondere die Kombination von hohen mengenmäßigen Anforderungen, einem geringem Entscheidungsspielraum am Arbeitsplatz sowie einem geringen Grad an Kontrolle über den Arbeitsablauf hat gravierende stressgefährende Auswirkungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Anforderungen der modernen Arbeitswelt ein, erläutert die Relevanz psychischer Belastungen und definiert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsdefinition: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, indem die Begriffe Berufskrankheit und berufsbedingte Erkrankung sowie psychische Erkrankung voneinander abgegrenzt werden.
3 Ursachen für berufsbedingte psychische Erkrankungen: Dieses Kapitel analysiert sowohl physische Einflussfaktoren als auch spezifische psychische Belastungsfaktoren wie Stress, Mobbing und Bossing am Arbeitsplatz.
4 Auswirkungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber: Das Kapitel detailliert die Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen bei Arbeitnehmern und beleuchtet die ökonomischen sowie organisatorischen Folgen für Arbeitgeber.
5 Schluss: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, der destruktiven Kraft arbeitsbedingter Belastungen präventiv zu begegnen.
Schlüsselwörter
Psychische Erkrankung, Berufskrankheit, Stress, Mobbing, Bossing, Burn-Out-Syndrom, Depression, Arbeitsplatz, Belastungsfaktoren, Arbeitsunfähigkeit, Prävention, Gesundheitsschutz, Leistungsfähigkeit, Arbeitsbelastung, Betriebsklima
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Zusammenhänge zwischen modernen Arbeitsbedingungen und der Entstehung von berufsbedingten psychischen Erkrankungen sowie deren Auswirkungen auf Beschäftigte und Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition psychischer Störungen, die Identifikation von Arbeitsbelastungen (Stress, Mobbing, Bossing) und die Analyse spezifischer Erkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die komplexen Ursache-Wirkungs-Beziehungen aufzuzeigen, die zur Entstehung psychischer Erkrankungen im Berufskontext führen und daraus resultierende Folgen zu skizzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die aktuelle Definitionen, Statistiken und wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Arbeitsbelastung zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung arbeitsplatzbedingter Belastungsfaktoren und die Analyse der Auswirkungen für die betroffenen Arbeitnehmer und Arbeitgeber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Stress, Mobbing, Burn-Out, psychische Erkrankungen, Arbeitsbelastung und Betriebliches Gesundheitsmanagement charakterisieren.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Mobbing und Bossing?
Die Arbeit definiert Mobbing allgemein als kontinuierliche Schikanen durch Personen im Umfeld, während Bossing explizit als Form der gesundheitsgefährdenden Führung durch Vorgesetzte konkretisiert wird.
Welche konkreten Krankheitsbilder werden als berufsbedingt diskutiert?
Besonders fokussiert werden Depressionen, die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Angststörungen und das Burn-Out-Syndrom.
Gibt es statistische Belege für die Relevanz des Themas?
Ja, die Arbeit verweist auf Statistiken, die eine signifikante Zunahme von Arbeitsunfähigkeitstagen durch psychische Erkrankungen und Burn-Out in Deutschland dokumentieren.
- Citation du texte
- Tamara Pagel (Auteur), 2014, Auswirkungen berufsbedingter psychischer Erkrankungen auf Mitarbeiter und Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334855