Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Didactique - Sport, Pédagogie du sport

Zensurgebung im Schulfach Sport

Titre: Zensurgebung im Schulfach Sport

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2004 , 33 Pages , Note: 1,5

Autor:in: Tobias Schwarzwälder (Auteur), Manuel Holler (Auteur)

Didactique - Sport, Pédagogie du sport
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Der Sportunterricht ist ein Unterrichtsfach wie jedes andere Fach auch. Es ist zum Beispiel in den Sekundarstufen der Primarstufe und der Sekundarstufe verankert und wird in der Regel durch fachlich ausgebildete Lehrkräfte erteilt. In Bezug auf die Benotung hat der Schulsport schon lange sein Monopol aufgeben müssen. In fast allen 16 Bundesländern ist die Sportzensur mittlerweile versetzungsrelevant und seit Mitte der 70er Jahre ist Sport als Abitursfach gleichberechtigt etabliert (vgl. Tillmann, 2001, S.45). Hierdurch steigen natürlich auch die Erwartungen der Schüler und Eltern für die Notengebung. Sie fordern eine „angemessene und gerechte“ Sportnote. Aber der Sportunterricht ist aufgrund seiner besonderen Inhaltlichkeit ein separat zu betrachtendes Unterrichtsfach.
Der „Gegenstand“ von Sport ist nun mal der eigene Körper und seine Bewegungen. In der Aneignung und Weiterentwicklung motorischer Kompetenzen ist das Schulfach Sport einzigartig (vgl. Tillmann, 2001, S.45). Und in Anbetracht dessen resultiert daraus die Problematik bei der Zensurgebung im Schulfach Sport. Es wird nicht die Aufgabenlösung- wie in anderen Fächern- auf Papier gebracht, sondern das Ziel soll ein gekonnter, ästhetisch aussehender Bewegungsablauf sein.
Die Besonderheit des Faches Sport liegt in der Möglichkeit, die Schülerleistungen exakt zu messen. Viele Sportarten zeichnen sich dadurch aus, dass die individuell erbrachten Ergebnisse präzise angegeben werden können (Bsp. Leichtathletik). Da aber die genetischen und hierdurch resultierenden anthropometrischen Merkmale eine sehr relevante Rolle spielen, entsteht eine Ungerechtigkeit gegenüber den „kleineren und schwächeren“ Schülern. Deshalb spielt im Schulsport die Einbeziehung von „Verhaltensbewertungen eine viel größere Rolle als in allen anderen Fächern“ (Tillmann, 2001, S.45).
Durch diese Eigenheiten des Schulfaches Sport und seiner Zensurgebung resultieren etliche Fragen.

Im Folgenden werden nun die- für die Autoren- relevantesten Fragen aufgelistet:

· Wie setzt sich die Sportnote zusammen?
· Welche Kriterien sind involviert?
· Welcher Zusammenhang besteht in Bezug auf den Leistungszuwachs?
· Welche sozialen und individuellen Kriterien haben eine entscheidende Gewichtung?
· Kann man überhaupt eine „faire“ Zensurengebung erreichen?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0 Vorwort

1 Einleitung

2 Wissenswertes über die Zensur (-gebung)

2.1 Historische Entwicklung

2.2 Terminologische Überlegung

3 Zensurgebung

3.1 Zusammensetzung

3.1.1 Motorische Leistungen

3.1.2 Individueller Lernzuwachs

3.1.3 Soziales und sportliches Verhalten

3.2 Funktionen der Zensur

3.2.1 Orientierungs- und Berichtsfunktion

3.2.2 Pädagogische Funktion

4 Die pädagogisch- ethischen Überlegungen

4.1 Transfer Leistung - Zensur

4.2 Fehlerquellen in der Beurteilung

4.2.1 Der logische Fehler

4.2.2 Der Halo- Effekt

4.2.3 Perseverationstendenz

4.2.4 Reihungseffekt

4.2.5 Kontrasteffekt

4.2.6 Beurteilungstendenzen

4.2.7 Projektionsfehler

4.2.8 Der „Wissen- um- die- Folgen- Fehler“

4.2.9 Der Pygmalion- Effekt

4.3 Geschlechtsspezifische Probleme

4.4 Sinn der Sportnote

4.4.1 Die Sportnote ist sinnvoll und notwendig

4.4.2 Die Sportnote ist sinnlos und unnötig

4.5 Optimierung einer „objektiven“ Leistungsbewertung

5 Beispiel: Zensurgebung im Schulhandball

5.1 Vorbemerkungen

5.2 Pädagogisch- psychologische Überlegungen

5.2.1 Gruppeneinfluss

5.2.2 Der Halo- Effekt

5.2.3 Der Pygmalion- Effekt

5.2.4 Fehler im strukturellen Bereich

5.3 Was soll in der Zensur involviert sein?

6 Resümee

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Problembereich der Leistungsfeststellung im Schulsport. Dabei wird analysiert, inwiefern die Sportzensur pädagogisch-ethischen Anforderungen gerecht wird, welche Subjektivitätsfehler bei der Beurteilung auftreten können und wie eine faire, transparente Notengebung im Sportunterricht – beispielhaft dargestellt am Schulhandball – optimiert werden kann.

  • Historische und terminologische Grundlagen der Zensurgebung.
  • Analyse der Funktionen von Zensuren im schulischen Kontext.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Beurteilungsfehlern (z. B. Halo-Effekt, Pygmalion-Effekt).
  • Gegenüberstellung der Positionen zur Notwendigkeit der Sportnote.
  • Praktische Überlegungen zur Leistungsbewertung im Schulsport am Beispiel Handball.

Auszug aus dem Buch

4.2 Fehlerquellen in der Beurteilung

Die Überprüfung und Bewertung schulischer Leistungen beziehen sich stets auf den Verlauf und die Ergebnisse individueller Lernprozesse. Hieraus ist zu folgern, dass sie somit mindestens zweifach subjektiv eingebunden sind (vgl. Beutel & Vollstädt, 2000, S.31). Zum einen werden sie auf subjektive Leistungen angewendet, welche in einem sozialen Kontext entstanden sind. Der zweite Aspekt, der für die zweifache subjektive Einbindung spricht ist, dass die erfolgte Leistungserfassung und -bewertung durch die Handlungssubjekte, welche diesem sozialen Kontext angehören, selbst spezielle Ziele verfolgen.

Eine ganz relevante Rolle spielt natürlich beim Beobachten und Erfassen der schulischen Leistungen die Persönlichkeit des Lehrers, da dieser bei der Reflexion an den Erwartungen und Vorgaben, sowie bei der Formulierung von Einschätzungen für die Zensierung zuständig ist. Dem Lehrer dürfen natürlich seine Bemühungen zu objektivierbaren Maßstäben nicht abgesprochen werden, allerdings sprechen doch alle empirischen Befunde für einen hohen subjektiven Einflussfaktor, so dass die Erfüllung von den „klassischen Gütekriterien“ (Reliabilität, Validität und Objektivität) schier unmöglich erscheint. Dies wurde in überzeugender Art und Weise von Ingenkamp (1995) erwiesen.

Der Ottonormalbürger ist es nicht gewohnt, seine Mitmenschen über eine längere Zeitfolge objektiv und vielseitig zu beobachten, um hieraus dann wohl überlegt und mit größter Vorsicht Schlussfolgerungen aus den Beobachtungen zu ziehen. Häufiger tendiert der Mensch dazu, rapide bzw. zu voreilig, wertend (oft abwertend) und ebenso wenig selbstkritisch zu urteilen bzw. zensieren. Hiermit sind Personenwahrnehmungen bzw. Leistungsbeobachtungen immer mehr oder weniger subjektive Eindrucksbildung (vgl. Heller, 1984, S.208 und hierzu Abb. 2).

Zusammenfassung der Kapitel

0 Vorwort: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz der Leistungsbewertung in der Berufsrolle von Lehrern und stellt das Ziel der Arbeit dar, die „moralisch-ethisch-faire“ Sportzensur kritisch zu beleuchten.

1 Einleitung: Hier wird die Besonderheit des Sportunterrichts hervorgehoben, der sich durch den Fokus auf körperliche Bewegung von anderen Fächern unterscheidet und spezifische Fragen der gerechten Notengebung aufwirft.

2 Wissenswertes über die Zensur (-gebung): Dieses Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund des Zensurbegriffs im alten Rom und definiert die Leistungsbeurteilung als schulischen Prozess.

3 Zensurgebung: Hier werden die Zusammensetzung der Sportnote – aus sachlicher Leistung und sozialem Verhalten – sowie die verschiedenen Funktionen der Zensur (Orientierung, Bericht, Pädagogik) dargestellt.

4 Die pädagogisch- ethischen Überlegungen: In diesem Kapitel werden komplexe Probleme wie der Transfer von Leistung zur Note, diverse Fehlerquellen in der Beurteilung und die Debatte um den Sinn der Sportnote diskutiert.

5 Beispiel: Zensurgebung im Schulhandball: Dieses Kapitel überträgt die theoretischen Überlegungen auf die Praxis des Sportspiels Handball und diskutiert spezifische Beobachtungskriterien für komplexe Spielsituationen.

6 Resümee: Hier wird reflektiert, dass die aktuelle Praxis der Zensurgebung oft nicht den Anforderungen an Objektivität und Validität genügt und eine stärkere Berücksichtigung der Individualität des Schülers erfordert.

7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine 100-prozentige Objektivität in der Sportbenotung aufgrund der menschlichen Faktoren nicht erreichbar ist, Lehrkräfte sich jedoch bewusst um deutungsfreie Urteile bemühen sollten.

Schlüsselwörter

Sportunterricht, Zensurgebung, Leistungsbewertung, Sportnote, Pädagogik, Fehlerquellen, Halo-Effekt, Pygmalion-Effekt, Schulhandball, Sportdidaktik, Subjektivität, Fairness, Leistungszuwachs, Verhaltensbewertung, Schulsport.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Problematik der Leistungsbewertung im Schulsport und untersucht die ethischen und pädagogischen Herausforderungen, die mit der Zensurgebung in diesem speziellen Unterrichtsfach verbunden sind.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die historischen Grundlagen der Benotung, die Zusammensetzung der Sportnote aus Leistung und Verhalten, die verschiedenen Funktionen der Zensur sowie die Analyse typischer Beurteilungsfehler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Lesern eine neue Betrachtungsweise hinsichtlich der „fairen“ Sportnotengebung zu ermöglichen und das Bewusstsein für die subjektiven Einflussfaktoren bei der Leistungsbeurteilung zu schärfen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse sportpädagogischer Literatur und verknüpft diese mit praktischen Anwendungsbeispielen aus dem Schulhandball, um die Problematik zu veranschaulichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Zensurzusammensetzung und -funktionen, eine kritische Diskussion von Beurteilungsfehlern wie dem Halo- oder Pygmalion-Effekt sowie eine Auseinandersetzung mit der Pro- und Contra-Debatte zur Notwendigkeit der Sportnote.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Leistungsbewertung, Sportdidaktik, pädagogische Fairness, Beurteilungsfehler und die Spezifik der Notengebung im Schulsport.

Warum ist die Notengebung im Handball für Sportlehrer so schwierig?

Die Schwierigkeit liegt in der hohen Komplexität der Spielsportart, bei der technisch-taktisches Können und situatives Verhalten schwerer objektiv zu messen sind als beispielsweise Leistungen in der Leichtathletik.

Welche Rolle spielt die „pädagogische Note“ laut der Arbeit?

Die pädagogische Note fungiert als erzieherisches Werkzeug, das nicht nur den Leistungsstand erfasst, sondern als Rückmeldung dienen soll, um den Schüler zu motivieren und dessen Selbstkonzept positiv zu beeinflussen.

Warum sollten Lehrer beim Zensieren vorsichtig sein?

Aufgrund verschiedener psychologischer Fehlerquellen wie Sympathie- oder Kontrasteffekten besteht die Gefahr, dass die Note eher den Eindruck des Lehrers als die tatsächliche Leistung des Schülers widerspiegelt.

Fin de l'extrait de 33 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Zensurgebung im Schulfach Sport
Université
University Karlsruhe (TH)
Note
1,5
Auteurs
Tobias Schwarzwälder (Auteur), Manuel Holler (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
33
N° de catalogue
V32858
ISBN (ebook)
9783638334747
ISBN (Livre)
9783638684323
Langue
allemand
mots-clé
Zensurgebung Schulfach Sport
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Tobias Schwarzwälder (Auteur), Manuel Holler (Auteur), 2004, Zensurgebung im Schulfach Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32858
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  33  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint