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Multiplikatorverfahren als Verfahren der Unternehmensbewertung. Eine kritische Würdigung

Titel: Multiplikatorverfahren als Verfahren der Unternehmensbewertung. Eine kritische Würdigung

Bachelorarbeit , 2015 , 29 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Madleen Wendt (Autor:in)

BWL - Offline-Marketing und Online-Marketing
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Theorie und Praxis gibt es zahlreiche Methoden, um ein Unternehmen zu bewerten. International, aber auch in Deutschland wird hierbei häufig auf das Ertragswertverfahren oder das sogenannte Discounted Cash Flow-Verfahren (DCF-Verfahren) zurückgegriffen. Neben diesen beiden zukunftswertorientierten Bewertungsverfahren gilt das Multiplikatorverfahren als das am weitesten verbreitete Marktwertverfahren. Durch die zunehmende Kapitalmarktorientierung der Unternehmen nimmt die Bedeutung von marktorientierten Bewertungsverfahren immer weiter zu.

Das Multiplikatorverfahren soll den Bedarf nach einem Verfahren decken, das einfach zu handhaben, gut nachzuvollziehen und vergleichbar ist und auch bei schlechter Informationsverfügbarkeit angewendet werden kann. Im Schrifttum wird jedoch nicht nur die Vereinfachung stark kritisiert: Methodische Probleme werden gesehen bei der Auswahl von Vergleichsunternehmen, der Multiplikatorauswahl, der Durchführung von Zu- oder Abschlägen und der Interpretation der ermittelten Ergebnisse.

Ob die vermeintlichen Vorteile haltbar sind und nicht etwa der Methodik zum Opfer fallen, wird in der vorliegenden Arbeit untersucht werden. Auch der Frage, ob das Verfahren trotz Vereinfachung und methodischer Schwierigkeiten plausible Ergebnisse liefern kann, wird nachgegangen. Manche Autoren sehen Verstöße gegen Bewertungsgrundsätze wie die Zukunftsbezogenheit und die Nachvollziehbarkeit von Bewertungsprämissen. Ob die Vorwürfe haltbar sind und wenn ja, ob die Multiplikatormethode als Verfahren der Unternehmensbewertung bestehen kann, versucht diese Bachelorarbeit zu klären.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Problemstellung

2. Unternehmensbewertung mit der Multiplikatormethode

2.1. Einordnung der Multiplikatormethode in die Bewertungsverfahren

2.2. Konzeption und Vorgehensweise der Multiplikatormethode

2.3. Übersicht ausgewählter Multiplikatoren

3. Kritische Würdigung einzelner Multiplikatoren

4. Kritische Würdigung der Vorteile der Multiplikatormethode

4.1. Vergleichbarkeit

4.1.1. Vergleichbarkeit der Peer Group

4.1.2. Problematik der Auswahl von Multiplikator und Bezugsgröße

4.2. Objektivität

4.3. Komplexitätsreduktion

4.4. Anwendbarkeit bei geringer Informationsverfügbarkeit

5. Kritische Würdigung des Verfahrens als Unternehmensbewertungsverfahren

5.1. Würdigung der Anwendbarkeit des Verfahrens anhand der Funktionenlehre

5.1.1. Beratungsfunktion

5.1.2. Argumentationsfunktion und Vermittlungsfunktion

5.1.3. Marktpreisabschätzung

5.1.4. Testfunktion, Indikationsfunktion und Unterstützungsfunktion

5.2. Würdigung ausgewählter Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung

5.2.1. Zukunftsbezogenheit

5.2.2. Barwertorientierung

5.2.3. Nachvollziehbarkeit der Bewertungsannahmen

6. Thesenförmige Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch, ob das Multiplikatorverfahren als eigenständiges Verfahren der Unternehmensbewertung Bestand haben kann oder ob die in Literatur und Praxis genannten Vorteile (Objektivität, Einfachheit, Vergleichbarkeit) bei genauerer Betrachtung der methodischen Vorgehensweise und den Anforderungen an eine ordnungsgemäße Bewertung haltbar sind.

  • Methodische Grundlagen der Multiplikatormethode und Abgrenzung zu anderen Verfahren.
  • Kritische Analyse der Vergleichbarkeit von Unternehmen in einer Peer Group.
  • Eignung der Methode anhand der Funktionenlehre (Beratung, Argumentation, Marktpreisabschätzung).
  • Überprüfung gegen Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung wie Zukunftsbezogenheit und Barwertorientierung.
  • Einordnung des Verfahrens als Bepreisungsinstrument versus vollwertige Unternehmensbewertung.

Auszug aus dem Buch

2.2. Konzeption und Vorgehensweise der Multiplikatormethode

Unternehmensbewertung mithilfe von Multiplikatoren beruht auf dem Prinzip des „Law of one Price“, nach dem identische Güter keine verschiedenen Preise haben können; d. h. die Grundidee ist: Vergleichbare Unternehmen besitzen auch vergleichbare Unternehmenswerte. Das Konzept der Multiplikatorverfahren ist es, den Unternehmenswert mithilfe eines Kennzahlenvergleichs zwischen vergleichbaren Unternehmen zu berechnen. Folglich beruhen marktorientierte Verfahren auf der Annahme von effizienten Kapitalmärkten und Arbitragefreiheit.

Der Unternehmenswert wird beim Multiplikatorverfahren durch Multiplikation einer Bezugsgröße des Bewertungsobjekts mit einem von der gewählten Kenngröße abhängigen Multiplikator errechnet. Die Bezugsgröße ist zumeist eine finanzielle Größe, kann aber auch eine nicht-finanzielle Größe wie z. B. die Kundenanzahl darstellen; zur Ermittlung des Multiplikators wird ein Durchschnitt einer Kennzahl von vergleichbaren Unternehmen ins Verhältnis zum Durchschnitt der Bezugsgröße der Vergleichsunternehmen gesetzt.

Die Vorgehensweise im Einzelnen ist wie folgt: Zunächst ist das zu bewertende Unternehmen zu analysieren; der Bewerter muss sich „ein hinreichend konkretes Bild“ des Bewertungsobjekts machen. Die Finanzdaten des zu bewertenden Unternehmens werden bereinigt: Einmalige Ereignisse und außerordentliche Positionen müssen korrigiert werden (z. B. Gewinn aus dem Verkauf von Anlagen). Ausgehend von der Analyse des Zielunternehmens sind sodann geeignete Kriterien für die Auswahl vergleichbarer Unternehmen zu definieren. Gängige Kriterien sind nach Cheridito/Hadewicz: Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße, Marktposition, Kostenstruktur, Lebenszyklusphase, geographische Verbreitung, Aktionärsstruktur.

Im nächsten Schritt sind die Finanzdaten der gefundenen Vergleichsunternehmen zu bereinigen, um individuelle Sondereinflüsse sowie einmalige Positionen zu eliminieren und somit die Vergleichbarkeit mit dem Zielunternehmen zu erhöhen. Nach der Auswahl der Vergleichsgruppe, der sogenannten Peer Group, gilt es, eine Bezugsgröße zu wählen, die eine Übertragung des Unternehmenswerts der Vergleichsgruppe auf das Bezugsunternehmen erlaubt und basierend auf der Bezugsgröße einen geeigneten Multiplikator zu wählen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemstellung: Einleitung in die Thematik der Unternehmensbewertung, Vorstellung der Relevanz von Multiplikatorverfahren und Formulierung der Forschungsfrage zur kritischen Würdigung.

2. Unternehmensbewertung mit der Multiplikatormethode: Einordnung der Methode in die Bewertungslehre, Erläuterung der Konzeption, der Vorgehensweise sowie eine Übersicht gängiger Multiplikatoren.

3. Kritische Würdigung einzelner Multiplikatoren: Analyse der Vor- und Nachteile spezifischer Multiplikatoren wie KGV, KBV oder Umsatzmultiples hinsichtlich ihrer Aussagekraft und Verzerrungsanfälligkeit.

4. Kritische Würdigung der Vorteile der Multiplikatormethode: Detaillierte Untersuchung der angeblichen Vorteile wie Vergleichbarkeit, Objektivität, Komplexitätsreduktion und Anwendbarkeit bei geringer Informationsverfügbarkeit.

5. Kritische Würdigung des Verfahrens als Unternehmensbewertungsverfahren: Überprüfung der Methode anhand der Funktionenlehre der Unternehmensbewertung sowie zentraler Bewertungsgrundsätze wie Zukunftsbezogenheit und Barwertorientierung.

6. Thesenförmige Zusammenfassung: Abschließende Synthese der Ergebnisse, in der das Multiplikatorverfahren als ergänzendes Instrument zur Marktpreisschätzung, jedoch nicht als Ersatz für fundamentale Bewertungsverfahren identifiziert wird.

Schlüsselwörter

Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Marktwert, Peer Group, Vergleichbarkeit, Funktionenlehre, Ertragswertverfahren, Diskontierung, Kapitalmarkt, Finanzanalyse, Grenzpreis, Marktpreisabschätzung, Zukunftsbezogenheit, Bewertungsgrundsätze, Unternehmenswert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich einer kritischen Würdigung des Multiplikatorverfahrens als Methode der Unternehmensbewertung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung, die praktische Anwendung (Peer Group Auswahl), die Funktionen der Unternehmensbewertung und die Einhaltung ordnungsgemäßer Bewertungsgrundsätze.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, ob das Multiplikatorverfahren bei näherer Betrachtung als eigenständiges Verfahren der Unternehmensbewertung Bestand hat oder ob es lediglich als Bepreisungsinstrument dient.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer kritischen Auseinandersetzung mit den methodischen Grundlagen sowie den Anforderungen der Funktionenlehre der Unternehmensbewertung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die kritische Untersuchung einzelner Multiplikatoren, der vermeintlichen Verfahrensvorteile sowie die Analyse der Eignung anhand der Funktionenlehre und der Grundsätze ordnungsgemäßer Unternehmensbewertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, Vergleichbarkeit, Peer Group, Marktwert und Funktionenlehre.

Inwiefern beeinflusst die Wahl der Peer Group die Aussagekraft?

Die Autorin stellt dar, dass die Auswahl der Vergleichsunternehmen von entscheidender Bedeutung ist, da nur bei hoher Vergleichbarkeit eine fundierte Übertragung von Kennzahlen möglich ist, was in der Praxis oft mit erheblichem Aufwand verbunden ist.

Kann das Multiplikatorverfahren den „inneren Wert“ bestimmen?

Nach Ansicht der Autorin kann das Verfahren keinen „inneren Wert“ liefern, da es investitionstheoretische Kriterien wie Zukunftsbezogenheit und individuelle Ertragserwartungen nur unzureichend berücksichtigt.

Wie unterscheidet sich die Bewertung bei „Entity-“ versus „Equity-Multiplikatoren“?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Equity-Multiplikatoren (wie KGV) durch die Kapitalstruktur beeinflusst werden, während Entity-Multiplikatoren auf den Gesamtwert abstellen und somit besser für den Vergleich von Unternehmen mit unterschiedlicher Finanzierung geeignet sind.

Welches Fazit zieht die Arbeit zur Eigenständigkeit der Methode?

Das Multiplikatorverfahren kann nicht als konkurrenzfähiges eigenständiges Bewertungsverfahren gesehen werden, sondern lediglich als hilfreiches ergänzendes Instrument, das wertvolle Informationen aus einer Marktperspektive liefern kann.

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Details

Titel
Multiplikatorverfahren als Verfahren der Unternehmensbewertung. Eine kritische Würdigung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insb. Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung)
Note
1,3
Autor
Madleen Wendt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
29
Katalognummer
V323922
ISBN (eBook)
9783668230873
ISBN (Buch)
9783668230880
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensbewertung Multiplikatorverfahren Multiplikatormethode Multiplikator Peer Group Marktwert Merger & Aquisition
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Madleen Wendt (Autor:in), 2015, Multiplikatorverfahren als Verfahren der Unternehmensbewertung. Eine kritische Würdigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323922
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Leseprobe aus  29  Seiten
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