In der folgenden Hausarbeit soll es vor allem um das bewusste Spielen einer Rolle beim sogenannten Live-Rollen-Spiel (kurz:LARP) gehen. Unter jugendsoziologischen und gesamtgesellschaftlich orientierten Theorien sollen nicht nur das Live-Rollen-Spiel, sondern auch die Akteure des Spieles betrachtet werden.
Hierzu möchte ich erst einen Überblick über theoretische Erkenntnisse Tönnies' und Plessners bezüglich Gemeinschaft und Gesellschaft geben, dann auf die moderne Theorie der posttraditionalen Gemeinschaft eingehen und schließlich den Begriff der Szene dem der Subkultur gegenüberstellen.
Der zweite Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen des LARP bevor ich dieses in der gegenwärtigen Gesellschaft durch die zuvor definierten Begriffe einordnen werde. In der Schlussbetrachtung fasse ich meine theoretischen Untersuchungen zusammen und gebe einen kurzen Ausblick auf Ziele und Grenzen des LARP. Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in die spannende Lebenswelt des LARP unter soziologischen Gesichtspunkten zu geben.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Strukturen
- Gemeinschaft und Gesellschaft
- Posttraditionale Vergemeinschaftung
- Szene und Subkultur
- LARP
- Grundlagen des Live-Rollen-Spiels
- LARP(-) zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft (?)
- LARP(-) zwischen Subkultur und Szene (?)
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit der Lebenswelt des Live-Rollen-Spiels (LARP) unter soziologischen Gesichtspunkten. Sie untersucht die Rolle des LARP im Kontext von Gemeinschaft und Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf die posttraditionale Vergemeinschaftung. Der Fokus liegt darauf, das LARP als Phänomen im Spannungsfeld zwischen Szene und Subkultur zu verstehen.
- Gemeinschaft und Gesellschaft nach Ferdinand Tönnies und Helmuth Plessner
- Das Konzept der posttraditionalen Vergemeinschaftung
- Die Unterscheidung zwischen Szene und Subkultur
- Die Einordnung des LARP in die gegenwärtige Gesellschaft
- Ziele und Grenzen des LARP
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problematik des LARP und dessen Einordnung in den soziologischen Diskurs dar. Im zweiten Kapitel werden die theoretischen Grundlagen für die Analyse des LARP gelegt. Hierbei werden die klassischen Konzepte von Gemeinschaft und Gesellschaft nach Tönnies und Plessner vorgestellt, sowie die moderne Theorie der posttraditionalen Vergemeinschaftung. Darüber hinaus wird die Unterscheidung zwischen Szene und Subkultur eingeführt. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit den Grundlagen des LARP, bevor dieses in der gegenwärtigen Gesellschaft durch die zuvor definierten Begriffe eingeordnet wird.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Schlüsselbegriffen Gemeinschaft, Gesellschaft, posttraditionale Vergemeinschaftung, Szene, Subkultur, Live-Rollen-Spiel (LARP), Rolle, Identität, Selbstverwirklichung, Kultur und Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Was ist LARP (Live-Action-Role-Play)?
LARP ist ein Rollenspiel, bei dem die Teilnehmer ihre Charaktere physisch darstellen, Kostüme tragen und in einer fiktiven Welt miteinander interagieren. Es verbindet Spiel, Improvisationstheater und soziales Erlebnis.
Ist die LARP-Gemeinschaft eher eine Szene oder eine Subkultur?
Die Arbeit untersucht genau dieses Spannungsfeld. Während eine Subkultur oft eine Abgrenzung zur Dominanzkultur darstellt, ist eine Szene eher durch gemeinsame Interessen und flüchtigere, posttraditionale Vergemeinschaftung geprägt.
Welche soziologischen Theorien werden zur Analyse genutzt?
Es werden klassische Konzepte von Ferdinand Tönnies (Gemeinschaft vs. Gesellschaft) und Helmuth Plessner sowie moderne Theorien zur posttraditionalen Vergemeinschaftung herangezogen.
Welche Rolle spielt die Identität beim Live-Rollenspiel?
LARP ermöglicht den Akteuren eine Form der Selbstverwirklichung durch das bewusste Einnehmen fremder Rollen. Dies bietet einen Raum für Identitätsexperimente außerhalb gesellschaftlicher Alltagszwänge.
Was sind die Ziele und Grenzen von LARP?
Ziele sind oft Eskapismus, kreative Entfaltung und Gemeinschaftserleben. Grenzen finden sich dort, wo das Spiel in den Ernst umschlägt oder die Anforderungen an die Rollendarstellung die Spieler überfordern.
- Citation du texte
- Valerie Enthaler (Auteur), 2015, Szene oder Subkultur? Soziologische Betrachtung von LARP-Gemeinschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/321899