Die hier vorliegende Arbeit widmet sich Wolfgang Herrndorfs 2010 erschienenen Roman „Tschick“, der in 24 Sprachen übersetzt und bereits in divergenten Bühnenstücken gezeigt wurde und der nun verfilmt wird. Zudem soll die Arbeit vor allem auf die Frage, ob “Tschick“ als Bildungsroman gelten kann, Auskunft geben.
Zu diesem Zweck behandelt das erste Kapitel die Thematik des Bildungsromans im Allgemeinen und versucht, einen klaren Begriffsumriss herauszustellen und zu charakterisieren, an Hand dessen die Analyse des Romans im nachfolgenden Kapitel orientiert ist. Hier werden typische Elemente und Motiviken des Bildungsromans in „Tschick“ herausgestellt und es wird zudem gezeigt, inwiefern der Roman vielleicht ebenfalls als Abenteuer-, beziehungsweise Jugendroman zu klassifizieren ist. Im letzten Kapitel wird noch einmal auf den Sprachgestus im Roman und den Herrndorf'schen Stil eingegangen.
Alles in Allem sollen in dieser Arbeit nicht nur für den Bildungsroman typische Elemente in Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ herauskristallisiert und analysiert werden, sondern es sollen zudem auch eventuelle Ambiguitäten bei der Klassifizierung des Romans apostrophiert werden, wodurch zuletzt auch der einmalige Sprachstil Herrndorfs und das Potential solch (vielleicht) nicht luzid rubrizierbarer Literatur expliziert werden soll.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der deutsche Bildungsroman
- Tschick
- Reise
- Identität
- Freundschaft, Adoleszenz und Sexualität
- Elemente des Abenteuer- und Jugendromans?
- Herrndorfs Sprache und Stil
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick" und untersucht, ob er als Bildungsroman interpretiert werden kann. Sie beleuchtet dabei den Bildungsroman im Allgemeinen und die typischen Elemente des Genres, die in Herrndorfs Werk zum Tragen kommen. Neben der Bildungsroman-Thematik werden auch die Aspekte des Abenteuer- und Jugendromans beleuchtet. Darüber hinaus geht die Arbeit auf die Sprache und den Stil des Autors ein.
- Analyse von "Tschick" im Hinblick auf den Bildungsroman
- Identifizierung typischer Elemente des Bildungsromans
- Beurteilung der Einordnung von "Tschick" als Abenteuer- und Jugendroman
- Untersuchung des Sprachgestus und Stils von Wolfgang Herrndorf
- Analyse der Ambiguitäten bei der Klassifizierung des Romans
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema der Arbeit ein und erläutert die Forschungsfrage, ob "Tschick" als Bildungsroman gelten kann. Sie bietet zudem einen kurzen Einblick in die Biografie des Autors Wolfgang Herrndorf.
Das zweite Kapitel widmet sich der Definition und Charakterisierung des deutschen Bildungsromans, ausgehend von Johann Wolfgang von Goethes "Wilhelm Meisters Lehrjahre". Es werden wichtige Elemente des Genres im Laufe der Zeit beleuchtet und die Veränderungen der Definition des Bildungsromans hervorgehoben.
Kapitel 3 analysiert "Tschick" im Hinblick auf seine Bildungsroman-Merkmale. Es werden die Reise des Protagonisten, seine Identitätsfindung, die Freundschaft, Adoleszenz und Sexualität sowie die Elemente des Abenteuer- und Jugendromans beleuchtet.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Analyse von Wolfgang Herrndorfs Roman "Tschick" im Kontext des Bildungsromans. Wichtige Themen sind die Reise, Identitätsfindung, Freundschaft, Adoleszenz, Sexualität, sowie die Elemente des Abenteuer- und Jugendromans. Die Arbeit beschäftigt sich außerdem mit Herrndorfs Sprache und Stil sowie den Ambiguitäten der Klassifizierung des Romans.
Häufig gestellte Fragen
Kann Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ als Bildungsroman bezeichnet werden?
Die Arbeit untersucht diese Frage kritisch, indem sie typische Elemente des Bildungsromans, wie die Identitätsfindung und die Reise des Protagonisten, analysiert.
Welche anderen Genres sind in „Tschick“ erkennbar?
Neben dem Bildungsroman weist das Werk deutliche Merkmale eines Abenteuerromans sowie eines Jugendromans (Adoleszenzliteratur) auf.
Welche Rolle spielt die Reise für die Protagonisten?
Die Reise dient als Katalysator für die Entwicklung von Freundschaft, die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität und den Prozess des Erwachsenwerdens.
Was zeichnet Herrndorfs Sprachstil aus?
Der Roman nutzt einen spezifischen Sprachgestus, der authentisch jugendlich wirkt und dennoch literarisch hochkomplex die Gefühlswelt der Adoleszenz einfängt.
Welches Werk gilt als klassisches Vorbild für den Bildungsroman?
Die Arbeit zieht Johann Wolfgang von Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ als Vergleichsmaßstab für die Definition des Genres heran.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Weber (Autor:in), 2016, "Tschick" als Bildungsroman?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320429