Die Studie untersucht die Entwicklung der Solvabilität deutscher Lebensversicherer im Zeitraum von 2008 bis 2014, der insbesondere in den Jahren ab 2011 durch ein ausgeprägtes Niedrigzinsumfeld im Euroraum geprägt ist. Aufgrund dieser seit mehreren Jahren andauernden Niedrigzinsphase fällt es den Lebensversicherungsgesellschaften zunehmend schwerer, die in den Versicherungsverträgen zugesagten Garantieleistungen zu erfüllen und auf herkömmliche Weise eine attraktive Rendite für ihre Kunden zu erwirtschaften. Es besteht daher die Möglichkeit, dass einzelne Unternehmen ihre Eigenmittel einsetzen müssen, um ihren Verpflichtungen nachzukommen und die Erfüllung der zugesagten Garantien zu gewährleisten.
Ziel der Studie ist es deshalb, die Entwicklung der vorhandenen Eigenmittel und der Solvabilitätsspanne führender deutscher Lebensversicherer anhand der Geschäftsberichte im zuvor genannten Zeitraum zu überprüfen. Insbesondere wird dabei untersucht, ob sich die Solvabilitätsquoten (Ist-Solvabilität/Soll-Solvabilität) seit 2008 verschlechtert haben. Ferner soll durch die Fortschreibung gegebenenfalls bestehender Entwicklungstendenzen dieser Solvabilitätsquoten überprüft werden, zu welchen Zeitpunkten bei den einzelnen Lebensversicherungsunternehmen unter sonst gleichen Rahmenbedingungen (ceteris paribus) mit einer Unterschreitung der aufsichtsrechtlich geforderten Eigenmittel zu rechnen ist.
Im Ergebnis zeigt sich, dass bei den meisten beobachteten Unternehmen ein negativer Trend in der Entwicklung der Solvabilitätsquote zu verzeichnen ist. Ferner lässt sich erkennen, dass bei einigen Lebensversicherern unter den vorausgesetzten Modellannahmen bereits in wenigen Jahren mit einer Unterdeckung der Solvabilitätsspanne zu rechnen ist.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- Symbolverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Verzeichnis der Tabellen
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Untersuchung
- Solvabilitätsanforderungen für deutsche Lebensversicherungen unter Solvency I
- Anforderungen an die Kapitalausstattung
- Aufsichtsrechtliche Folgen im Falle einer (sich andeutenden) Unterdeckung der Solvabilitätsanforderungen
- Solvabilitätskennzahl
- Entwicklung der Solvabilität deutscher Lebensversicherer
- Regressionsanalyse der Solvabilität führender Lebensversicherungen in Deutschland
- Auswirkungen der Zinszusatzreserve auf die Solvabilitätsquote
- Fazit und Ausblick
- Anhang
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Studie analysiert die Entwicklung der Solvabilität deutscher Lebensversicherer im Zeitraum von 2008 bis 2014, insbesondere in den Jahren ab 2011, die durch das Niedrigzinsumfeld im Euroraum geprägt sind. Die Studie befasst sich mit den Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf die Fähigkeit der Lebensversicherer, die in ihren Versicherungsverträgen zugesagten Garantieleistungen zu erfüllen und eine attraktive Rendite für ihre Kunden zu erwirtschaften. Dabei wird untersucht, ob sich die Solvabilitätsquoten im beobachteten Zeitraum verschlechtert haben und welche Auswirkungen dies auf die Eigenmittel der Unternehmen hat.
- Entwicklung der Solvabilität deutscher Lebensversicherer
- Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds auf die Solvabilität
- Analyse der Solvabilitätsquoten
- Bedeutung der Eigenmittel für die Erfüllung der Garantieleistungen
- Prognose der Solvabilitätsentwicklung
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des Niedrigzinsumfelds und seine Auswirkungen auf die Solvabilität der deutschen Lebensversicherungsunternehmen ein. Sie skizziert den Gang der Untersuchung und benennt die zentralen Fragestellungen der Studie.
- Solvabilitätsanforderungen für deutsche Lebensversicherungen unter Solvency I: Dieses Kapitel erläutert die aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Kapitalausstattung von deutschen Lebensversicherern im Rahmen von Solvency I. Es beschreibt die Folgen im Falle einer Unterdeckung der Solvabilitätsanforderungen und definiert die verwendete Solvabilitätskennzahl.
- Entwicklung der Solvabilität deutscher Lebensversicherer: Dieser Abschnitt beleuchtet die Entwicklung der Solvabilität führender deutscher Lebensversicherer im Zeitraum von 2008 bis 2014. Es werden die Ergebnisse einer Regressionsanalyse präsentiert, die die Entwicklung der Solvabilitätsquoten analysiert, sowie die Auswirkungen der Zinszusatzreserve auf die Solvabilitätsquote.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Konzepte der Studie sind Solvabilität, Niedrigzinsumfeld, Lebensversicherer, Garantieleistungen, Eigenmittel, Solvabilitätsquoten, Solvency I, Zinszusatzreserve, Regressionsanalyse.
- Citar trabajo
- Daniel Lange (Autor), Bastian Radewaldt (Autor), 2016, Das Niedrigzinsumfeld und sein Gefährdungspotenzial für die Solvabilität der Lebensversicherungsunternehmen in Deutschland, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318327