Das eingereichte Portfolio dient der Dokumentation meines Professionalisierungsprozesses im Zuge meines Lehramtsstudiums. Die hier bearbeiteten Schreibaufträge sollen der Entwicklung meiner Reflexionskompetenz dienen und den eigenen Lernprozess fördern. Hauptbestandteile dieses Portfolios sind Reflexionen im Kontext des ersten Schulpraktikums sowie der begleitenden Seminarveranstaltung. Im ersten Teil meines Portfolios möchte ich ein theoretisches Idealbild einer Lehrperson skizzieren und meine Beweggründe für die Studienwahl darstellen.
Auch wenn es nicht explizit benannt wurde, fußt die Arbeit auf den Richtungsentscheidungen der Kultusministerkonferenz von 2004, welche auf die „Standards für die Lehrerbildung“ abheben. Durch Zusammenfassung der Tätigkeitsfelder der „Gemeinsamen Erklärung“ werden in den Standards vier Kompetenzbereiche herausstellt, die durch folgende Tätigkeiten charakterisiert sind: (a) Unterrichten, (b) Erziehen, (c) Diagnostizieren, Beraten, Beurteilen, (d) Evaluieren und Innovieren (vgl. KMK 2004).
Die Formulierung konkreter Lernziele soll mir helfen, meinen eigenen Lernprozess zu steuern und zu evaluieren. Die Beschreibung und Reflexion eines Seminareinstiegs dient der Entwicklung meiner Reflexionskompetenz bereits im VB-Seminar und ist gleichzeitig das Lernprodukt meiner bisherigen Studien. Der zweite Teil meines Portfolios enthält eine Beschreibung der Schule, an welcher ich mein erstens Schulpraktikum absolviert habe. Ebenso enthält dieser Teil eine Beschreibung und die Reflexion eines eigenen Unterrichtsversuchs. Ergänzt wird dieser Teil meines Portfolios durch ein Resümee meines Schulpraktikums. Ebenso sind ein Literaturverzeichnis und ein Anhang mit verwendeten Unterrichtsmaterialen und den Rasterplanungen der geplanten Unterrichtsstunden enthalten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kontext Vorbereitungsveranstaltung
2.1. Meine Rolle als zukünftiger Lehrer
2.2. Studienwahl
2.3 Lernziele für das Modul Schulpraktische Studien
2.3.1. Methodenkompetenz als Sachkompetenz
2.3.2. Kommunikationskompetenz als Sozialkompetenz
2.4. Schulpraktikum
2.5. Reflexion des Seminareinstiegs anhand des Reflexionsstufenmodells
2.5.1. Einleitung
2.5.2 Vorbereitung des Seminareinstiegs
2.5.3 Geplanter Verlauf des Seminareinstiegs
2.5.4 Reflexionsstufenmodell
2.5.4.1. Stufe 1: Sachbezogene Beschreibung
2.5.4.2. Stufe 2: Handlungsbezogene Begründung
2.5.4.3. Stufe 3: Vergleichende Analyse von Unterrichtsplanung und Umsetzung
2.5.4.4. Stufe 4: Kritischer Diskurs im Kontext Unterricht
2.5.4.5. Stufe 5: Kritischer Diskurs im Kontext von Seminar und Praktikum
2.5.4.6. Stufe 6: Prozess der Professionalisierung
2.6. Resümee der Vorbereitungsveranstaltung
3. Der Kontext Schulpraktikum
3.1. Beschreibung der Schule
3.2. Reflexion eines Unterrichtsversuchs anhand des Reflexionsstufenmodells
3.2.1. Einleitung
3.2.2. Vorbereitung der Unterrichtsstunde
3.2.3. Geplanter Verlauf des Seminareinstiegs
3.2.4. Reflexionsstufenmodell
3.2.4.1. Stufe 1: Sachbezogene Beschreibung
3.2.4.2. Stufe 2: Handlungsbezogene Begründung
3.2.4.3. Stufe 3: Vergleichende Analyse von Unterrichtsplanung und Umsetzung
3.2.4.4. Stufe 4: Kritischer Diskurs im Kontext des Unterrichts
3.2.4.5 Stufe 5: Kritischer Diskurs im Kontext von Seminar und Praktikum
3.2.4.6. Stufe 6: Prozess der Professionalisierung
3.3. Resümee des Schulpraktikums
5. Anhang
5.1. Rasterplanung des Seminareinstiegs
5.2. Ausschreibung des Moduls
5.3. Arbeitsblatt I
5.4. Arbeitsblatt II
5.5. Rasterplanung der Unterrichtsstunde „Gerechtigkeit als Fairness
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Dokumentation und Reflexion des persönlichen Professionalisierungsprozesses während des Lehramtsstudiums, insbesondere im Kontext des ersten Schulpraktikums. Im Fokus steht dabei die Entwicklung der eigenen Reflexionskompetenz durch die Anwendung eines strukturierten Reflexionsstufenmodells auf geplante Unterrichtsversuche sowie die begleitende Vorbereitungsveranstaltung.
- Reflexion des eigenen Lehrerbildes und der Beweggründe für die Studienwahl.
- Einsatz und Evaluation kooperativer Lernformen, insbesondere der Kopfstand-Methode.
- Anwendung von Kommunikationskompetenzen zur Leitung von Unterrichtsdiskussionen.
- Strukturierte Planung und Durchführung von Unterrichtsversuchen unter Berücksichtigung didaktischer Gütekriterien.
- Verknüpfung theoretischer universitäre Konzepte mit schulpraktischen Erfahrungen.
Auszug aus dem Buch
3.2.4.1. Stufe 1: Sachbezogene Beschreibung
Hauptteil der von mir geplanten Unterrichtsstunde ist die Gruppenarbeitsphase. Gruppenunterricht wurde von Hilbert Mayer folgenderweise definiert: „Gruppenunterricht ist eine Sozialform des Unterrichts, bei der durch die zeitlich begrenzte Teilung des Klassenverbandes in mehrere Abteilungen arbeitsfähige Kleingruppen entstehen, die gemeinsam an der von dem Lehrer, der Lehrerin gestellten oder selbst erarbeiteten Themenstellung arbeiten und deren Arbeitsergebnisse in späteren Unterrichtsphasen für den Klassenverband nutzbar gemacht werden können.“ Die Sozialform des Gruppenunterrichts besteht prozentual zu einem hohen Teil aus einer Gruppenarbeitsphase. „Gruppenarbeit ist die in dieser Sozialform von den Schüler/innen und dem Lehrer, der Lehrerin geleistete zielgerichtete Arbeit, soziale Interaktion und sprachliche Verständigung“.
Nach Meyer kann eine Unterrichtsstunde in sechs aufeinander aufbauende Phasen gegliedert werden. In der ersten Unterrichtsphase soll das Unterrichtsthema im Plenum vorgestellt werden. Dies geschieht meist durch die Lehrperson, kann aber auch durch ein Schülerreferat geschehen. In der zweiten Phase soll der Arbeitsauftrag für die Gruppenarbeitsphase festgelegt werden. Meistens geschieht dies durch den Lehrer, weitere Möglichkeiten können eine gemeinsame Problemformulierung durch Lehrperson und Schülerinnen sein, oder durch eine Aufgabenformulierung der Schülerinnen in Eigenregie. In der dritten Phase sollen die Gruppen gebildet werden, diese Phase geht in die vierte, die Gruppenarbeitsphase über. Nach der Bearbeitung des Arbeitsauftrages sollen in der fünften Phase die Ergebnisse der Gruppenarbeit zusammengetragen werden. Für diesen Unterrichtsabschnitt eignen sich mündliche Präsentationen, die durch Plakate oder Wandzeitungen ergänzt werden können.
Weitere Möglichkeiten können unter anderem das Streitgespräch oder ein Vorführen/Vorzeigen der Arbeitsergebnisse sein. In der sechsten Phase des Gruppenunterrichts sollen die Ergebnisse ausgewertet und die Weiterführung der Arbeit besprochen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung des Portfolios als Instrument zur Dokumentation des eigenen Professionalisierungsprozesses im Lehramtsstudium und beschreibt die methodische Einbettung in die Standards für die Lehrerbildung.
2. Kontext Vorbereitungsveranstaltung: Dieses Kapitel reflektiert die Erwartungen und Vorbereitungen auf das Schulpraktikum, inklusive der theoretischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Lehrertypen und der praktischen Erprobung von Methoden im Seminar.
3. Der Kontext Schulpraktikum: Hier wird der reale Schulkontakt an der Edith-Stein-Schule beschrieben und ein konkreter Unterrichtsversuch zum Thema Gerechtigkeit anhand des Reflexionsstufenmodells detailliert analysiert.
5. Anhang: Dieser Abschnitt enthält ergänzende Materialien wie Rasterplanungen der Unterrichtsstunden, die Modulausschreibung sowie verwendete Arbeitsblätter für den Unterrichtsversuch.
Schlüsselwörter
Lehramtsstudium, Schulpraktische Studien, Professionalisierung, Reflexionskompetenz, Gruppenunterricht, Kopfstand-Methode, Unterrichtsstörung, Lehrerbild, Unterrichtsplanung, Fachdidaktik, Gerechtigkeit, John Rawls, Kommunikation, Kompetenzentwicklung, Schulpraktikum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Es handelt sich um ein Portfolio, das den Professionalisierungsprozess des Autors während des Moduls der Schulpraktischen Studien im Lehramtsstudium dokumentiert und reflektiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Entwicklung von Methoden- und Kommunikationskompetenz, die Reflexion der eigenen Lehrerrolle sowie die didaktische Planung und Durchführung von kooperativen Unterrichtsformen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die systematische Entwicklung der Reflexionskompetenz durch die Anwendung eines 6-stufigen Reflexionsmodells auf die eigene Unterrichtspraxis und seminaristische Erfahrungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Aktionsforschung und ein 6-stufiges Reflexionsstufenmodell, um Unterrichtsversuche und Seminareinstiege methodisch fundiert zu beschreiben, zu begründen und kritisch zu analysieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Reflexion des Vorbereitungsseminars und des absolvierten Schulpraktikums, wobei insbesondere die Durchführung von Unterrichtsversuchen in verschiedenen Klassenstufen detailliert reflektiert wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Professionalisierung, Reflexionskompetenz, Gruppenunterricht, Lehrerbildung, Kopfstand-Methode und Schulpraktikum.
Was ist die Kopfstand-Methode?
Die Kopfstand-Methode ist ein kooperatives Lernverfahren, bei dem eine Problemstellung in ihr Gegenteil verkehrt wird, um neue Perspektiven zu gewinnen und die Schüler zur systematischen Lösungsfindung anzuregen.
Warum spielt die Unterscheidung von Lehrertypen eine Rolle?
Die Kategorisierung in Sozialpädagoge, Fachmann und Dompteur nach Gert Lohmann dient dem Autor zur Einordnung und Reflexion seiner eigenen Lehrerpersönlichkeit und zur bewussten Wahl passender Handlungsstrategien im Unterricht.
- Citation du texte
- Malte Gerhardt (Auteur), 2009, Methoden- und Kommunikationskompetenz im Kontext Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316984