In dieser Arbeit soll die historische Entwicklung der Rolle des Heimatempfindens in Deutschland ab dem Ende des 19. Jahrhunderts näher untersucht werden. Das zentrale Thema dabei ist die Heimatpflege, genauer: was ist Heimat in diesem Sinne? Warum muss die Heimat „gepflegt“ werden? Dabei gilt es, die Heimatbewegung in sämtlichen Ausdehnungen zu untersuchen.
Eine sehr große Rolle spielt hier die Verbindung der drei Begriffe Heimat, Kultur und Natur in ihren semantischen Zusammenhängen. Grob gesagt soll in der Heimat das Bedürfnis nach Kultur in der Verbindung mit der Natur gestillt werden. Durch die enge Verbindung von Heimat, Kultur und Natur ist dies zum Thema der Volkskunde bzw. heute auch der Soziologen und Ethnologen geworden. Heimat als Kulturgut, oder eher Kulturgut aus der Heimat?
Im Weiteren sollte die Frage geklärt werden, ob Heimat auch im Plural existiert. Können mehrere Heimaten „angenommen werden“? Bleibt dabei stets eine die „Haupt-Heimat“?
Heimatpflege und Heimatschutz – in diese Kategorie fällt auch der Denkmalschutz – stehen in enger Verbindung zum Heimatrecht, worüber ich mich allerdings relativ kurz halten werde. Anhand einer genauen Analyse der Entwicklung des Begriffes Heimat und vor allem dessen Bedeutung kann man eventuell einen Blick in die nahe Zukunft wagen. Wird der Begriff weiterhin eine zentrale Rolle im sozialen Miteinander spielen? Oder gar eine noch größere?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Begriffsgeschichte im weiteren Sinn
- Der Heimatbegriff
- Heimatschutzvereine/Heimatpflege
- Heimatbewegung
- Wurzeln der Heimatbewegung - nach Ernst Rudorff
- Heimat in der Schule
- Heimatempfinden heute?
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Heimatempfindens in Deutschland ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, mit besonderem Fokus auf die Heimatpflege und die Heimatbewegung. Sie beleuchtet die Frage, was Heimat in diesem Kontext bedeutet, warum Heimat „gepflegt“ werden muss und wie die drei Begriffe Heimat, Kultur und Natur miteinander verbunden sind. Die Arbeit analysiert die verschiedenen Ausprägungen der Heimatbewegung, inklusive der Verbindung zu Heimatrecht und Denkmalschutz.
- Die historische Entwicklung des Heimatbegriffs in Deutschland
- Die Rolle der Heimatpflege und der Heimatbewegung
- Die Bedeutung der Verbindung von Heimat, Kultur und Natur
- Die Frage nach der Existenz einer „Haupt-Heimat“ im Falle von mehreren Heimaten
- Die Instrumentalisierung des Heimatbegriffs im Dritten Reich
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung führt das Thema „Heimat“ ein und beleuchtet die Wandelbarkeit des Begriffs und die Bedeutung der Heimatpflege im Kontext von Kultur und Natur.
- Begriffsgeschichte im weiteren Sinn: Dieses Kapitel untersucht die historische Entwicklung des Heimatbegriffs, ausgehend vom mittelalterlichen Heimatrecht bis hin zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Fokus liegt auf der Veränderung des Begriffs von einem materiellen Recht hin zu einem subjektiven Empfinden.
- Der Heimatbegriff: Dieses Kapitel analysiert den Heimatbegriff aus heutiger Sicht und stellt die vier Dimensionen von Heimat nach Gerhard Handschuh vor: die räumliche, die zeitliche, die kulturelle und die soziale Dimension. Es beleuchtet die Frage, ob der Begriff „Heimat“ so nur in Deutschland existiert.
Schlüsselwörter
Heimat, Heimatpflege, Heimatbewegung, Heimatrecht, Kultur, Natur, Heimatempfinden, Heimatbegriff, Volkskunde, Soziologie, Ethnologie, Drittes Reich, Blut-und-Boden-Ideologie, Begriffsgeschichte, Identität, Vertrautheit, Raum, Zeit, Enkulturation, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Wie entwickelte sich der Heimatbegriff ab dem 19. Jahrhundert?
Der Begriff wandelte sich von einem rein materiellen Recht (Heimatrecht) zu einem subjektiven Empfinden von Vertrautheit, Identität und der emotionalen Bindung an einen Ort oder eine Kultur.
Was war das Ziel der Heimatbewegung?
Die Heimatbewegung wollte die regionale Kultur und Natur vor den negativen Folgen der Industrialisierung und Urbanisierung schützen. Dies geschah durch Heimatpflege, Heimatschutz und Denkmalschutz.
Welche Rolle spielten Kultur und Natur im Heimatkonzept?
Heimat wurde als Ort verstanden, an dem das Bedürfnis nach Kultur in enger Verbindung mit der Natur gestillt wird. Beide Elemente wurden als untrennbar für die Identitätsbildung angesehen.
Wie wurde der Heimatbegriff im Dritten Reich instrumentalisiert?
Die Nationalsozialisten nutzten den Heimatbegriff für ihre „Blut-und-Boden“-Ideologie, um Ausgrenzung zu rechtfertigen und ein rassistisch definiertes Volksgemeinschaftsgefühl zu erzeugen.
Kann man mehrere „Heimaten“ haben?
Die Arbeit diskutiert, ob Menschen heute mehrere Heimaten annehmen können (Pluralität) und ob dabei stets eine „Haupt-Heimat“ als primärer Bezugspunkt bestehen bleibt.
- Citar trabajo
- Daniel Armbrüster (Autor), 2012, „Heimat“ und die Heimatbewegung in den Jahren 1918 bis 1933, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316797