Gerade an Tagen wie dem Weltfrauentag kommt stetig die Frage nach der Stellung der Frau in der Gesellschaft auf. Doch was macht dieses Thema so relevant, dass sogar in der Regierung darüber diskutiert wird, ob man für Führungspositionen eine Frauenquote nicht nur einführen sollte, sondern sogar einführen muss? Man sollte davon ausgehen, dass die Gleichberechtigung von Frau und Mann im 21.Jahrhundert keine Rolle mehr spielt und diese schon längst als selbstverständlich gelten sollte.
Dennoch sind trotz einiger Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten, die Frauen in der Gesellschaft immer noch benachteiligt. Dies ist nicht nur deutlich in der Wirtschaft durch ungleiche Bezahlung oder höhere Arbeitslosigkeit zu erkennen, sondern auch in der Politik. (Hoecker Beate: Frauen, Männer und die Politik, Bonn 1998, S.10) Nach aktuellen Zahlen sind nur 3% der Vorstände und Geschäftsführer Frauen, nur 36,5% der Abgeordneten im Deutschen Bundestag weiblich und der Anteil an Frauen in der Bundesregierung liegt sogar nur bei einem Drittel aller Abgeordneten.
Doch nicht nur im Bundestag oder in der Bundesregierung sind Frauen in der Politik unterrepräsentiert. In verschiedenen Bereichen der politischen Partizipation sind deutlich mehr männliche Teilnehmer, als weibliche zu finden. Somit ist zwar die Wahlbeteiligung der Frauen fast gleich mit der der Männer, doch schon beim politischen Interesse, liegen die Frauen deutlich hinter den Männern. Auch in Bürgerinitiativen sind Männer mit 39,4% den Frauen mit 32% überlegen. Auch in den nicht institutionellen-Formen der politischen Partizipation, wie die der Demonstration, sind fast die Hälfte, nämlich 47,5% aller Beteiligten, Männer. Der Anteil an Frauen liegt bei 42,2%. Aus diesen Zahlen ist deutlich zu erkennen, dass Frauen sich weniger am Politischen beteiligen als Männer. Nun stellt sich die Frage: Welche Faktoren halten Frauen davon ab, aktiv zu partizipieren?
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- 1. Nur Einbildung oder doch Realität? – Zur Relevanz des Themas
- 2. Instrumentale Handlung oder politische Interaktion? - Definition Politische Partizipation
- 3. Immer noch eine Minderheit? - Zur politischen Beteiligung der Frau
- 3.1 Wahlverhalten
- 3.2 Frauen im Länderparlament und Bundestag
- 3.3 Frauen in alternativen Partizipationsformen
- 4. Hausfrau und Mutter oder doch gleichgestellt? - Das Frauenbild im 21. Jahrhundert
- 5. Biologisch bedingt oder durch soziale Faktoren gebremst?- Gründe für die geringe Politische Partizipation der Frau
- 5.1 Biologische Faktoren
- 5.1.1 ,,male bonding\" These der männlichen Bindung
- 5.1.2 These der angeborenen männlichen Aggressivität
- 5.2 Soziale Faktoren
- 5.2.1 Bildung
- 5.2.2 Politische Interesse
- 5.2.3 Erwerbstätigkeit
- 5.2.4 Situationelle Faktoren
- 5.2.5 Faktoren der politischen Umwelt
- 5.1 Biologische Faktoren
- 6. Und doch benachteiligt? – Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Hausarbeit untersucht die politische Partizipation von Frauen in der Bundesrepublik Deutschland. Sie analysiert die Gründe für die nach wie vor bestehende Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik, wobei sowohl biologische als auch soziale Faktoren betrachtet werden. Die Arbeit beleuchtet verschiedene Bereiche der politischen Partizipation, wie z. B. das Wahlverhalten, die Repräsentation in Parlamenten und die Beteiligung an Bürgerinitiativen.
- Die Relevanz der Gleichstellung von Frauen in der Gesellschaft
- Die Definition und verschiedenen Formen der politischen Partizipation
- Die Analyse der Gründe für die geringere politische Partizipation von Frauen
- Die Darstellung der Rolle von biologischen und sozialen Faktoren
- Das Frauenbild im 21. Jahrhundert und seine Auswirkungen auf die politische Partizipation
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Das erste Kapitel beleuchtet die Relevanz des Themas der politischen Partizipation von Frauen. Es wird auf die nach wie vor bestehende Ungleichheit zwischen Frauen und Männern in der Gesellschaft hingewiesen, die sich auch in der Politik widerspiegelt. Kapitel Zwei definiert den Begriff der politischen Partizipation und unterscheidet zwischen der instrumentalen Handlung und der Interaktion. Kapitel Drei analysiert die politische Beteiligung von Frauen anhand von Statistiken zum Wahlverhalten, der Repräsentation in Parlamenten und der Beteiligung an alternativen Partizipationsformen.
Schlüsselwörter (Keywords)
Politische Partizipation, Frauenrechte, Geschlechtergleichstellung, Wahlbeteiligung, Repräsentation, Bundestag, Länderparlament, Bürgerinitiativen, soziale Faktoren, biologische Faktoren, Frauenbild, Ungleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der Frauenanteil im Deutschen Bundestag?
Laut der vorliegenden Arbeit liegt der Anteil weiblicher Abgeordneter bei etwa 36,5 %, was eine deutliche Unterrepräsentanz im Vergleich zum Bevölkerungsanteil darstellt.
Welche sozialen Faktoren hemmen die politische Partizipation von Frauen?
Wichtige Faktoren sind Unterschiede in der Bildung, das politische Interesse, die Erwerbstätigkeit sowie situationelle Bedingungen wie die Vereinbarkeit von Familie und Politik.
Gibt es biologische Erklärungsansätze für die Unterrepräsentanz?
Die Arbeit diskutiert Thesen wie das „Male Bonding“ (männliche Bindung) oder angeborene Aggressivität, stellt diese jedoch kritisch den sozialen Faktoren gegenüber.
Unterscheidet sich das Wahlverhalten von Frauen und Männern?
Die Wahlbeteiligung von Frauen ist fast identisch mit der der Männer, jedoch zeigen Frauen oft ein geringeres Interesse an aktiver Parteiarbeit oder Führungspositionen.
Warum wird über eine Frauenquote in der Politik diskutiert?
Da Fortschritte bei der Gleichberechtigung oft nur langsam eintreten, wird die Quote als Instrument betrachtet, um strukturelle Benachteiligungen aufzubrechen und Repräsentanz zu erzwingen.
- Quote paper
- Lisa-Marie Huppert (Author), 2015, Gesellschaftliche Rolle als Hindernis? Zur politischen Partizipation der Frau in der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315332