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Der Tod in der mittelhochdeutschen Dichtung

Die Mären

Titre: Der Tod in der mittelhochdeutschen Dichtung

Thèse de Doctorat , 2011 , 159 Pages , Note: 1

Autor:in: Radovan Glovna (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Résumé Extrait Résumé des informations

Gegenstand der Untersuchung sind literarische Darstellungen des Todes und Sterbens am Beispiel von dreißig ausgewählten mittelhochdeutschen Mären im Stichprobenvergleich mit motivisch verwandten altfranzösischen Fabliaux und Novellen Boccaccios. Im Anschluss an die Einzeluntersuchungen wird ein Gesamtbild des literarischen Umgangs mit diesem Thema, dessen Funktionalisierung und Entwicklung skizziert.

Im ersten Schritt wird konstatierend und kommentierend das zusammengetragen, was sich an Reflexen von Todesdenken und Sterbebrauchtum im Korpus der dreißig ausgewählten Mären findet – auch anhand eines Stichprobenvergleichs mit drei Fabliaux und neun Novellen Boccaccios. Dazu ist noch zu sagen, dass mit diesen dreißig auch schon nahezu alle Mären aufgezählt sind, die für eine solche Untersuchung fruchtbar gemacht werden können (vielleicht ausgenommen einiger weiterer wie z.B. Der Richter und der Teufel).

Diese Mären stellen immerhin einen Anteil von etwa 14% des gesamten Märenkorpus. Zusammenfassend soll dann im zweiten Schritt aus dem Mosaik der Einzelergebnisse ein Gesamtbild des literarischen Umgangs mit diesem Thema skizziert werden, auch wenn dieses notwendigerweise eher einem aus den Befunden zu den jeweiligen drei Märentypen zusammengesetzten Triptychon ähneln muss.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort und Danksagung

2. Einleitung

3. Bestandsaufnahme / Interpretationen

3.1. Bis der Tod sie zusammenführt: Sentimentale Geschichten von Liebe über den Tod hinaus

3.1.1 Konrad von Würzburg: Herzmäre

3.1.2 Die Frauentreue

3.1.3 Der Schüler von Paris A

3.1.4 Der Schüler von Paris B

3.1.5 Der Schüler von Paris C

3.1.6 Hero und Leander

3.1.7 Pyramus und Thisbe

3.2 Bis der Tod sie scheidet: exemplarische Geschichten vom ernsten Spaß des ehelichen Zusammenlebens

3.2.1 Das Schneekind (A/B)

3.2.2 Der Stricker: Die drei Wünsche

3.2.3 Der Stricker: Das erzwungene Gelübde

3.2.4 Der Stricker: Der Gevatterin Rat

3.2.5 Der Stricker: Der begrabene Ehemann

3.2.6 Drei listige Frauen (A)

3.2.7 Heinrich Kaufringer: Drei listige Frauen (B)

3.2.8 Hans Folz: Drei listige Frauen (C)

3.2.9 Heinrich Kaufringer: Die Rache des Ehemannes

3.2.10 Die böse Adelheid

3.2.11 Des Weingärtners Frau und der Pfaffe

3.3. Bekehrung oder Tod: Von den Wegen zur „Heilung“ widerspenstiger Frauen und der Rettung der Ehe

3.3.1 Der Stricker: Die eingemauerte Frau

3.3.2 Der Herr mit den vier Frauen

3.3.3 Heinrich Kaufringer: Die Suche nach dem glücklichen Ehepaar

3.4 Wernher der Gärtner: Meier Helmbrecht

3.5. Kurioses, Dreistes, Komisches: der Tod als unerhörte Begebenheit

3.5.1 Der Zwickauer: Des Mönches Not

3.5.2 Der Freudenleere: Der Wiener Meerfahrt

3.5.3 Heinrich Kaufringer: Die unschuldige Mörderin

3.5.4 Niemand: Drei Mönche zu Kolmar

3.5.5 Rosenplüt: Der fünfmal getötete Pfarrer

3.5.6 Hans Schneider: Dieb und Henker

3.6. Zwei Wiedergängergeschichten

3.6.1 Die undankbare Wiedererweckte

3.6.2 Rittertreue

4. Zusammenfassung / Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die literarische Thematisierung von Tod und Sterben in der mittelhochdeutschen Märendichtung und analysiert, wie diese in drei unterschiedlichen Märentypen (didaktisch-moralisch, schwankhaft-derb und höfisch-galant) funktionalisiert wird. Dabei wird hinterfragt, welche Rolle das Sterben als narrative Ausbeute einnimmt und inwiefern religiöse oder weltliche Weltbilder die Darstellung prägen.

  • Reflexe von Todesdenken und Sterbebrauchtum in der mittelhochdeutschen Dichtung.
  • Vergleich der Sterbedarstellungen zwischen verschiedenen Märentypen.
  • Analyse der Funktion des Todes als Mittel der moralischen Belehrung, der Komik oder der sentimentalen Melancholie.
  • Diskurs über das Verhältnis von höfischen Werten und bäuerlicher Lebenswirklichkeit im Kontext des Sterbens.
  • Literarischer Vergleich mit altfranzösischen Fabliaux und Novellen von Boccaccio.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Konrad von Würzburg: Herzmäre

Konrads Lebenszeit fällt in die Jahre 1230-1287. Er dichtete Minnelyrik, Legendenepen, genealogische Erzählungen, höfische Romane und Geschichtsepen wie auch das Märe vom gegessenen Herzen – das erste seiner Art in der deutschsprachigen Literatur.

Das vielleicht um 1260 entstandene Märe beginnt mit einer Zeitklage, reine Liebe sei der Welt fremd geworden (v. 1-3), und beruft sich auf das große Vorbild, den Dichter des Tristan-und-Isolde-Romans Gotfrid von Straßburg (v. 9). Es handelt von einem Ritter und einer verheirateten Dame, die an der Minnekrankheit leiden und schließlich beide zugrunde gehen. Ihre Liebe ist eine Urgewalt, vor der es kein Entrinnen gibt; eines Minnetranks bedarf es nicht. Als der Ehemann von der (platonischen) Beziehung erfährt, fasst er den Entschluss, mit seiner Frau über Meer als Pilger ins Heilige Land zu fahren, um so die Liebenden voneinander zu isolieren. Er hat nämlich gehört, dass Liebe nachlassen soll, wenn ihr Objekt lange außer Reich- und Sichtweite ist (v. 104-12); die Liebe indessen ist unzerstörbar (v. 113-17). Und da der Liebeskummer lebensbedrohliche Ausmaße annimmt, entscheidet sich der Ritter auf Anraten der Geliebten, statt ihrer über See zu fahren, bis sich die Lage beruhigt. Jedoch bedeutet gerade die „sichere“ Entfernung von ihr ein indirektes Todesurteil für den durch Minnenot geplagten Ritter. Die handlungslogisch gegebene zeitweise Unwissenheit vom Tod des Anderen erfordert ein konsekutives Sterben in größeren Zeitabständen. Dies führt freilich zu einer – wenn auch wenig störenden – Inkonsequenz in der bildlichen Zeichnung der Einheit der Liebenden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort und Danksagung: Erläutert die Motivation für die Arbeit als Gegenstück zur Diplomarbeit über Heidenbekehrung und Taufe sowie den Dank an Betreuer und Unterstützer.

2. Einleitung: Definiert die Gattung Märe und unterteilt sie in drei Subgruppen (moralisch-exemplarisch, schwankhaft-komisch, höfisch-galant), um deren unterschiedliche Todesdarstellungen einzuführen.

3. Bestandsaufnahme / Interpretationen: Bildet den Hauptteil der Arbeit, in dem zahlreiche Mären analysiert und mit Novellen Boccaccios sowie Fabliaux verglichen werden, gegliedert nach ihrer Haltung zum Tod.

4. Zusammenfassung / Schlussfolgerungen: Skizziert ein Gesamtbild des literarischen Umgangs mit dem Thema Tod und analysiert die Entwicklung der Erzählhaltung von der moralischen Didaxe zur humorvollen Bewältigung der Sterblichkeit.

5. Literaturverzeichnis: Listet die herangezogene Primär- und Sekundärliteratur zur Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Märe, Liebestod, Sterbebrauchtum, Minnekrankheit, Mittelhochdeutsch, Dreiecksbeziehung, Boccaccio, Fabliaux, Minnetheologie, Thanatologie, Moral, Schwank, Jenseits, Todessymbolik, Literaturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Thematisierung von Tod und Sterben in der mittelhochdeutschen Märendichtung und analysiert, wie diese Erzählungen existenzielle Fragen des Sterbens in unterschiedliche literarische Kontexte einbetten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Darstellung des Liebestodes, die Funktion der Totenklage, die Auswirkungen gesellschaftlicher Normen (wie Eheversprechen) auf das Sterben sowie der humorvolle Umgang mit dem Tod in schwankhaften Mären.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie verschiedene Märentypen (didaktisch, schwankhaft, höfisch) das Thema Tod unterschiedlich nutzen, um moralische Lehren zu vermitteln, das Publikum zu unterhalten oder Melancholie zu erzeugen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die komparatistische Ansätze nutzt, indem sie mittelhochdeutsche Mären sowohl untereinander als auch mit französischen Fabliaux und Boccaccios Decameron vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Bestandsaufnahme und Interpretation zahlreicher Texte, gruppiert nach ihrer inhaltlichen Ausrichtung, wie etwa Geschichten vom Liebestod oder dem „ernsten Spaß“ des ehelichen Zusammenlebens.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Minnetod, Sterbebrauchtum, Thanatologie, Schwank, didaktische Exempla und die literarische Auseinandersetzung mit dem Jenseits charakterisieren.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Todes in sentimentalen Mären von der in schwankhaften Mären?

Während sentimentale Mären den Tod als tragischen Höhepunkt der Liebe ästhetisieren und Empathie beim Publikum erwecken, nutzen schwankhafte Mären den Tod oft als Ausgangspunkt für skurrile Situationen, schwarzen Humor oder zur Entlarvung von Dummheit.

Welche Rolle spielen übernatürliche Mächte oder Wunder in der Untersuchung?

Die Arbeit zeigt, dass die meisten Mären einem „empirischen Prinzip“ folgen und das Übernatürliche meiden. Wunder werden dort eingesetzt, wo die christliche Sinnstiftung oder die Unterstreichung legendenhafter Züge narrativ gefordert ist, meist jedoch ohne den Fokus auf die Diesseitigkeit zu verlieren.

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Résumé des informations

Titre
Der Tod in der mittelhochdeutschen Dichtung
Sous-titre
Die Mären
Université
Constantine the Philosopher University (UKF)  (Germanistik)
Note
1
Auteur
Radovan Glovna (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
159
N° de catalogue
V313207
ISBN (ebook)
9783668167735
ISBN (Livre)
9783668167742
Langue
allemand
mots-clé
Tod Sterben Mären Novellen Fabliaux mittelhochdeutsche Literatur vergleichende Literaturgeschichte Konrad von Würzburg Herzmäre Frauentreue Hero und Leander Pyramus und Thisbe Schneekind Schüler von Paris Stricker Der begrabene Ehemann Drei Listige Frauen Kaufringer Folz Wernher der Gärtner Rosenplüt Schneider Rittertreue Niemand der Freudenleere exemplarische Mären Liebestod schwankhafte Erzählungen höfisch-galante Erzählungen moralisch-exemplarische Erzählungen schwarzer Humor Tragik Dummheit Liebesbeziehungen Dekameron Boccaccio Ehebeziehungen Sakramente Hinrichtung
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Citation du texte
Radovan Glovna (Auteur), 2011, Der Tod in der mittelhochdeutschen Dichtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/313207
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Extrait de  159  pages
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