Beinahe täglich wird in den Medien von Krisenherden im Nahen Osten, dem Vormarsch des islamischen Staats über die Grenzen des Nordiraks und Syrien hinaus und Anschlägen in aller Welt berichtet. Es wirkt sehr paradox, dass man Rüstungsexporte als alltäglich ansieht - vor allem, wenn man in einem Land lebt, dass seit vielen Jahren eine restriktive Rüstungspolitik ausübt.
Es stellt sich die Frage, ob die Waffenlieferungen ins Ausland durch deutsche Rüstungsunternehmen einen höheren Sinn erfüllen und demnach unter entsprechenden Gesichtspunkten zu rechtfertigen sind. Dabei sind auch philosophische Betrachtungsweisen zu berücksichtigen. Zudem stellt sich weiterhin die Frage, ob sich die Lieferung von Waffen und Technologie in andere Länder auch aus moralischen und ethischen Gesichtspunkten positiv auf den Weltfrieden auswirken kann? Kann es vertretbar erscheinen, vor dem „großen Bösen“ in das „kleine Gute“ zu fliehen, indem man „das geringere zweier Übel mit Waffen beliefert?
Das Bundesministerium der Verteidigung definierte die internationale Abrüstung und Nichtverbreitung von Waffen in einem Artikel als ihr oberstes Ziel: „Die Abrüstungspolitik der Bundesregierung besteht darin, die Nichtverbreitung von Waffen und Massenvernichtungsmitteln zu sichern, das internationale System der Rüstungskontrolle auszubauen, sowie die Vertrauensbildung zwischen den Regierungen zu stabilisieren.“ Die Aktualität des Themas Krieg verbleibt in Anbetracht der weltpolitischen Lage derzeit jedoch unumstritten hoch.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zahlen und Fakten zur deutschen Rüstungspolitik
- Struktur der Arbeit
- Ethische Betrachtung
- Die "neuen" Kriege
- Das Geschäft mit Waffen als Sinnfrage
- Ethische Rechtfertigung
- Der Realismus
- Der Pazifismus
- Die Lehre vom gerechten Krieg
- Kritische Betrachtung und Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit analysiert die ethischen Aspekte deutscher Waffenexporte und beleuchtet kritisch die moralischen Implikationen der Rüstungspolitik. Die Arbeit untersucht die Rolle deutscher Unternehmen in der internationalen Waffenindustrie im Kontext der "neuen" Kriege und befasst sich mit der Frage, ob Waffenlieferungen im Sinne einer ethischen Rechtfertigung gerechtfertigt sind.
- Ethische Rechtfertigung deutscher Waffenexporte
- Der "neue" Krieg und seine Auswirkungen auf die Rüstungsindustrie
- Die Rolle des Realismus, Pazifismus und der Lehre vom gerechten Krieg im Kontext der Waffenexporte
- Kritische Analyse der deutschen Rüstungspolitik
- Ethische Implikationen und moralische Verantwortung deutscher Unternehmen im Bereich Waffenexport
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Kapitel beleuchtet die Aktualität des Themas Krieg im Kontext der globalen politischen Situation und stellt die Frage nach der ethischen Rechtfertigung deutscher Waffenexporte. Der Autor stellt die Kernthemen der Arbeit vor und verdeutlicht die Relevanz des Themas.
Ethische Betrachtung: Dieses Kapitel beleuchtet die "neuen" Kriege und deren Auswirkungen auf die Waffenindustrie. Es analysiert die ethischen Dimensionen des Waffenhandels und die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Waffengeschäfts. Der Autor stellt verschiedene ethische Positionen vor, darunter den Realismus, den Pazifismus und die Lehre vom gerechten Krieg.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Implikationen deutscher Waffenexporte und befasst sich mit zentralen Themen wie Rüstungskontrolle, Waffentechnologie, Kriegsethik, Realismus, Pazifismus, Lehre vom gerechten Krieg, Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen, globale Konflikte und die Rolle von Waffenlieferungen in Krisengebieten.
Häufig gestellte Fragen
Sind deutsche Waffenexporte ethisch vertretbar?
Die ethische Vertretbarkeit ist umstritten. Während der Realismus Waffenexporte als Mittel der nationalen Sicherheit sieht, lehnt der Pazifismus sie strikt ab. Kritisch hinterfragt wird oft, ob Lieferungen in Krisengebiete moralisch zu verantworten sind.
Was besagt die „Lehre vom gerechten Krieg“?
Diese Lehre versucht Kriterien festzulegen, unter denen Gewaltanwendung moralisch zulässig sein könnte (z.B. Selbstverteidigung, Nothilfe). Im Kontext von Waffenexporten wird sie oft herangezogen, um Lieferungen an das „geringere Übel“ zu rechtfertigen.
Was versteht man unter „neuen Kriegen“?
Neue Kriege zeichnen sich durch die Beteiligung nicht-staatlicher Akteure, asymmetrische Kriegsführung und eine Vermischung von organisierter Kriminalität und politischer Gewalt aus, was die Kontrolle von Waffenexporten erschwert.
Wie lautet das offizielle Ziel der deutschen Rüstungspolitik?
Das Bundesministerium der Verteidigung definiert internationale Abrüstung, Nichtverbreitung von Massenvernichtungsmitteln und die Stabilisierung der Vertrauensbildung zwischen Regierungen als oberste Ziele.
Welche Rolle spielen deutsche Rüstungsunternehmen weltweit?
Deutsche Unternehmen gehören zu den weltweit führenden Exporteuren von Waffentechnologie. Dies führt zu einem Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Interessen und der moralischen Verantwortung für den Einsatz dieser Waffen.
Können Waffenlieferungen den Weltfrieden fördern?
Diese Frage wird paradox diskutiert: Befürworter argumentieren mit Abschreckung und Unterstützung stabiler Partner, während Kritiker darauf hinweisen, dass mehr Waffen in Krisenregionen die Gewaltspirale meist weiter anheizen.
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- Elmar Scholz (Author), 2015, Ethik im Außenhandel. Deutsche Waffenexporte kritisch hinterfragt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309353