Zivilisationserkrankungen werden durch Lebensstilfaktoren beeinflusst. Diese werden im Kindes- und Jugendalter geprägt und oft in das Erwachsenenalter übernommen. Die Prävalenz von Risikofaktoren wie Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, geringer Verzehr von Obst und Gemüse sowie Bewegungsmangel ist bei Jugendlichen hoch. Diese Risikofaktoren bedingen einander und sind einerseits von Persönlichkeitsfaktoren, andererseits von Kontextfaktoren beeinflusst. Das Ziel dieser Studie ist, in einer repräsentativen, populationsbezogenen Stichprobe aktuelle Daten zum Gesundheits- und Risikoverhalten von Jugendlichen zu gewinnen und Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und Religiosität/Spiritualität zu evaluieren.
In einer Querschnittbefragung von sieben randomisierten Schulen (AHS) der 11. Schulstufe in Kärnten wurden 225 Jugendliche (64% Mädchen, 36%Jungen; Durchschnittsalter 16,4 Jahre) mittels Online-Fragebogen befragt.
Es gibt im Gesundheits- bzw. Risikoverhalten und im Zusammenhang mit Religiosität/Spiritualität signifikante Geschlechtsunterschiede. Religiosität/Spiritualität korreliert einerseits signifikant positiv mit der Lebensmittelauswahl und mit der Mahlzeitenhäufigkeit – bei den Jungen auch mit dem Bewegungsverhalten. Andererseits gibt es indirekte Zusammenhänge mit dem Rauchverhalten sowie der Rauscherfahrung. In der Regressionsanalyse blieb Religiosität/Spiritualität als signifikanter Prädiktor für die Stärke des Rauchverhaltens und für die Anzahl an Rauscherfahrungen, bei Kontrolle mit dem Geschlecht, subjektivem Stress-empfinden und den anderen korrelierenden Lebensstilfaktoren.
Diese Studie weist darauf hin, dass Religiosität/Spiritualität als potenzielle Gesundheitsressource gesehen werden kann. Der Zusammenhang mit anderen Kontextfaktoren muss in weiteren Studien untersucht werden. Dazu wäre das Miterfassen der Religiosität/Spiritualität als zusätzlichen kulturellen Faktor in Jugendumfragen hilfreich. Des Weiteren werden für die Gesundheitsförderung unter Jugendlichen geschlechtsspezifische Programme benötigt.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Vorwort
- Danksagung
- Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungen
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Abstract deutsch
- Abstract
- 1 EINLEITUNG
- 1.1 Hintergrund
- 1.2 Zielsetzung
- 2 THEORETISCHER TEIL
- 2.1 Gesundheitsförderung
- 2.1.1 Gesundheit
- 2.1.2 Gesundheitsförderung und Prävention
- 2.1.3 Salutogenetische Perspektive
- 2.1.4 Risikofaktoren und Risikoverhalten
- 2.1.5 Resilienz- bzw. Schutzfaktoren und Gesundheitsverhalten
- 2.1.6 Gesundheitsdeterminanten
- 2.1.7 Gesundheitsförderung und Religiosität/Spiritualität
- 2.2 Religiosität/Spiritualität und Gesundheit
- 2.2.1 Begriffsdefinition von Religiosität/Spiritualität
- 2.2.2 Messbarkeit von Religiosität/Spiritualität
- 2.2.3 Das Konzept der Zentralität
- 2.2.4 Messung von Religiosität/Spiritualität bei Jugendlichen
- 2.2.5 Modell zum Einfluss von Religiosität/Spiritualität auf die Gesundheit
- 2.2.6 Die Heidelberger Prospektive Interventionsstudie
- 2.3 Gesundheits- und Risikoverhalten von Jugendlichen
- 2.3.1 Ernährung
- 2.3.2 Diätverhalten/Verdacht auf Essstörung
- 2.3.3 Bewegung/körperliche Aktivität
- 2.3.4 Rauchen
- 2.3.5 Alkoholkonsum
- 2.3.6 Körpergewicht/BMI
- 2.4 Verhaltensbezogenen Lebensstilfaktoren und Zusammenhänge mit Religiosität/Spiritualität
- 2.4.1 Ernährung
- 2.4.2 Bewegung/körperliche Fitness
- 2.4.3 Rauchen
- 2.4.4 Alkoholkonsum
- 2.4.5 Körpergewicht
- 3 METHODE
- 3.1 Fragestellungen
- 3.2 Stichprobe
- 3.3 Erhebungsmethode
- 3.3.1 Ernährungsverhalten
- 3.3.1 Verdacht auf Essstörungen
- 3.3.2 Bewegungsverhalten
- 3.3.3 Rauchverhalten
- 3.3.4 Alkoholkonsum
- 3.3.5 Religiosität/Spiritualität (R/S)
- 3.3.6 Kontrollvariable
- 3.4 Durchführung der Befragung
- 3.4.1 Datenschutz
- 3.4.2 Bias-Kontrolle
- 3.4.3 Ethische Aspekte
- 3.5 Statistische Auswertung
- 3.5.1 Behandlung fehlender und unglaubwürdiger Daten
- 3.5.2 Scores zum Ernährungsverhalten
- 3.5.3 Deskriptive Statistik
- 3.5.4 Regressionsanalyse
- Einfluss von Religiosität/Spiritualität auf das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen
- Zusammenhänge zwischen Lebensstilfaktoren und Religiosität/Spiritualität bei Jugendlichen
- Gesundheitsförderung und Präventionsmaßnahmen im Kontext von Religiosität/Spiritualität
- Bewertung des Gesundheits- und Risikoverhaltens von Jugendlichen in Österreich
- Analyse von Faktoren, die das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen beeinflussen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Die vorliegende Masterarbeit zielt darauf ab, das Gesundheits- und Risikoverhalten von Jugendlichen zu untersuchen und mögliche Zusammenhänge zwischen verhaltensbezogenen Lebensstilfaktoren und Religiosität/Spiritualität zu erforschen. Die Arbeit basiert auf einer Querschnittbefragung von Kärntner AHS SchülerInnen.
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
Die Einleitung stellt den Hintergrund und die Zielsetzung der Arbeit dar. Der theoretische Teil beleuchtet die Konzepte von Gesundheitsförderung, Religiosität/Spiritualität und Gesundheits- und Risikoverhalten von Jugendlichen. Die Kapitel 2.1 bis 2.3 definieren und analysieren die einzelnen Themenbereiche. Kapitel 2.4 untersucht die Zusammenhänge zwischen verhaltensbezogenen Lebensstilfaktoren und Religiosität/Spiritualität. Die Methode beschreibt die Fragestellungen, Stichprobe, Erhebungsmethode und statistische Auswertung der Untersuchung.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit befasst sich mit den Schlüsselbegriffen Gesundheits- und Risikoverhalten, Religiosität/Spiritualität, Lebensstilfaktoren, Gesundheitsförderung, Jugendliche, Querschnittbefragung, Kärnten, AHS, Österreich.
Häufig gestellte Fragen
Welchen Einfluss hat Religiosität/Spiritualität auf das Rauchverhalten Jugendlicher?
Die Studie zeigt, dass Religiosität/Spiritualität ein signifikanter Prädiktor für eine geringere Stärke des Rauchverhaltens und weniger Rauscherfahrungen ist.
Gibt es Unterschiede im Gesundheitsverhalten zwischen Jungen und Mädchen?
Ja, die Studie stellte signifikante Geschlechtsunterschiede sowohl im Risiko- als auch im Gesundheitsverhalten und im Zusammenhang mit Religiosität fest.
Wie korreliert Religiosität mit der Ernährung?
Es besteht ein signifikant positiver Zusammenhang mit einer gesünderen Lebensmittelauswahl und einer regelmäßigeren Mahlzeitenhäufigkeit.
Welche Stichprobe wurde für die Untersuchung herangezogen?
Befragt wurden 225 Jugendliche der 11. Schulstufe an sieben randomisierten AHS-Schulen in Kärnten.
Kann Religiosität als Gesundheitsressource gesehen werden?
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Religiosität/Spiritualität eine potenzielle Gesundheitsressource darstellt, die das Risiko für Suchtmittelkonsum senken kann.
Was sind typische Risikofaktoren im Jugendalter laut dieser Arbeit?
Zu den untersuchten Faktoren zählen Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Bewegungsmangel und ein geringer Verzehr von Obst und Gemüse.
- Arbeit zitieren
- Gabriele Gäbler (Autor:in), 2013, Zum Gesundheits- und Risikoverhalten von Jugendlichen und möglichen Zusammenhängen zwischen verhaltensbezogenen Lebensstilfaktoren und Religiosität/Spiritualität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/308339