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Bürgerliche Mädchenbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Prozess der Modernisierung oder Mittel zur Traditionssicherung?

Titel: Bürgerliche Mädchenbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts

Zwischenprüfungsarbeit , 2004 , 27 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Julia Kellner-Evers (Autor:in)

Pädagogik - Geschichte der Pädagogik
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Einleitung

Das 19. Jahrhundert wird häufig aufgrund der Reformbestrebungen in den Erziehungswissenschaften als das „Jahrhundert der Pädagogik“ bezeichnet. Pädagogen und Philosophen entwickeln in dieser Zeit ein neues Menschenbild, was geprägt ist von Bildung und Vernunft und einen großen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Schule und Unterricht haben sollte. Die Bedeutsamkeit des 19. Jahrhunderts und seiner Pädagogen und Philosophen ist unbestritten, doch setzt sich in der wissenschaftlichen Forschung immer mehr die Erkenntnis durch, den weiblichen Teil der Bildungsgeschichte vernachlässigt zu haben. So gelten teilweise pädagogische Konzepte als für alle Kinder zutreffend und werden als solche weitergegeben, doch wird bei genauer Betrachtung deutlich, dass sich diese Theorien nur auf Jungen beziehen. Der Trend geht wohl eindeutig in die Richtung eines Ausgleichs dieses Forschungsdefizits, und neue Erkenntnisse dürfen mit Spannung erwartet werden. In der vorliegenden Arbeit soll auch ein geschlechtsspezifisches Thema untersucht werden: die Bildung der sogenannten „höheren Töchter“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Bildungsentwürfe, die im 19. Jahrhundert entwickelt werden, eine Modernisierung darstellen oder ob sie nicht eher bestehende Strukturen (insbesondere die Geschlechterordnung) festigen. Zu diesem Zweck werde ich zunächst einen allgemeinen Überblick über die damalig bestehenden Zustände in den Bereichen Politik, Familie und Schule geben. Da sich diese Arbeit ausschließlich auf den Bereich der bürgerlichen Bildung bezieht, wird der Versuch einer Begriffsdefinition vorangestellt, um so die beschriebene Personengruppe einzugrenzen.

Es folgen zeitgenössische Bildungskonzepte und Weiblichkeitsentwürfe verschiedener Autorinnen und Autoren, die innerhalb eines Zeitraumes von ca. 20 Jahren verfasst wurden und verschieden starke Aufmerksamkeit erregten. Dargestellt wird das vielbeachtete Buch „Väterlicher Rath für meine Tochter“ (Joachim Heinrich Campe), in dem die weibliche Berufung als Gattin, Hausfrau und Mutter proklamiert wird, sowie die direkte kritische Antwort der Schriftstellerin Esther Gad.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Das 19. Jahrhundert
    • Das Bürgertum - Versuch einer Begriffsdefinition
    • Die politische Situation bis 1849
    • Die Familie
    • Die Schule
  • Zeitgenössische Bildungskonzepte und Weiblichkeitsentwürfe
    • Joachim Heinrich Campe (1746-1818)
    • Esther Gad (ca. 1767 - 1833)
    • Betty Gleim (1771 – 1827)
    • Theodor Gottlieb von Hippel (1741 – 1796)
    • Zusammenfassung
  • Dimensionen der Mädchenbildung
    • Übergang zur institutionellen Mädchenbildung
    • Institutionelle Mädchenbildung
  • Fazit

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bildung der sogenannten „höheren Töchter“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Sie untersucht, inwieweit die im 19. Jahrhundert entwickelten Bildungsentwürfe eine Modernisierung darstellen oder eher bestehende Strukturen, insbesondere die Geschlechterordnung, festigen.

  • Das Bürgertum als gesellschaftliche Gruppe und seine Entwicklung im 19. Jahrhundert
  • Zeitgenössische Bildungskonzepte und Weiblichkeitsentwürfe
  • Die Rolle der Familie und der Schule in der Mädchenbildung
  • Die Frage nach „modernen“ und „traditionellen“ Aspekten der Mädchenbildung
  • Die Auswirkungen der Bildung auf das Frauenbild und die Geschlechterordnung

Zusammenfassung der Kapitel

Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung des 19. Jahrhunderts für die Pädagogik und das Forschungsdefizit in Bezug auf die weibliche Bildungsgeschichte beleuchtet. Anschließend wird eine Begriffsdefinition des Bürgertums im 19. Jahrhundert gegeben, die die Vielschichtigkeit dieser gesellschaftlichen Gruppe und die Bedeutung der Bildung für die Statusverbesserung innerhalb dieser Gruppe hervorhebt.

Im Anschluss daran werden zeitgenössische Bildungskonzepte und Weiblichkeitsentwürfe verschiedener Autorinnen und Autoren vorgestellt, die unterschiedliche Ansichten über die Bildung von Mädchen vertreten. Es werden die Thesen von Campe, Gad, Gleim und Hippel dargestellt, die verschiedene Aspekte der weiblichen Bildung beleuchten.

Die Arbeit betrachtet anschließend die Dimensionen der Mädchenbildung, sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich. Sie analysiert, inwieweit sich das Frauenbild und die Auffassungen gegenüber der weiblichen Bildung in den Unterrichtsformen und -inhalten widerspiegeln.

Schlüsselwörter

Bürgerliche Mädchenbildung, 19. Jahrhundert, Bildungsentwürfe, Weiblichkeitsentwürfe, Geschlechterordnung, Modernisierung, Tradition, Familie, Schule, Campe, Gad, Gleim, Hippel.

Häufig gestellte Fragen

Wer waren die "höheren Töchter" im 19. Jahrhundert?

Es handelte sich um Mädchen aus dem Bürgertum, deren Erziehung primär darauf ausgerichtet war, sie auf ihre zukünftige Rolle als Gattin, Hausfrau und Mutter in einer bürgerlichen Familie vorzubereiten.

Welches Frauenbild vertrat Joachim Heinrich Campe?

In seinem Werk "Väterlicher Rath für meine Tochter" proklamierte Campe die häusliche Bestimmung der Frau und sah Bildung lediglich als Mittel, um eine bessere Gefährtin für den Ehemann zu sein.

Gab es im 19. Jahrhundert Kritik an den traditionellen Bildungskonzepten?

Ja, Autorinnen wie Esther Gad und Betty Gleim sowie Denker wie Theodor Gottlieb von Hippel kritisierten die Beschränkung der weiblichen Bildung und forderten mehr Rechte und geistige Entfaltung für Frauen.

Wie veränderte sich die Schule für Mädchen in dieser Zeit?

Es fand ein Übergang von privater Erziehung hin zur institutionellen Mädchenbildung statt, wobei die Lehrpläne jedoch oft weiterhin geschlechtsspezifisch und auf "weibliche Tugenden" ausgerichtet blieben.

Warum wird das 19. Jahrhundert als "Jahrhundert der Pädagogik" bezeichnet?

Aufgrund zahlreicher Reformbestrebungen und der Entwicklung neuer Menschenbilder, die auf Vernunft und Bildung basierten, obwohl diese oft primär auf Jungen zugeschnitten waren.

Welche Rolle spielte die Familie für die bürgerliche Mädchenbildung?

Die Familie war der zentrale Ort der Erziehung, in dem die Mädchen die hierarchischen Strukturen der Geschlechterordnung erlernten und auf ihre soziale Statuswahrung im Bürgertum vorbereitet wurden.

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Details

Titel
Bürgerliche Mädchenbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts
Untertitel
Prozess der Modernisierung oder Mittel zur Traditionssicherung?
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen
Note
1,7
Autor
Julia Kellner-Evers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
27
Katalognummer
V30782
ISBN (eBook)
9783638319713
ISBN (Buch)
9783638650946
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bürgerliche Mädchenbildung Hälfte Jahrhunderts
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Kellner-Evers (Autor:in), 2004, Bürgerliche Mädchenbildung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30782
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  27  Seiten
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