Im Volksmund wird Amerika immer als das Land „der unbegrenzten Möglichkeiten“ beschrieben. Das Land, in dem jedes Mitglied der Gesellschaft, das hart arbeitet, seinen Lebensstandard und Wohlstand erhöhen kann und den „American Dream“, den sprichwörtlichen Traum „vom Tellerwäscher zum Millionär“ erreichen kann.
Ein anderer, mindestens ebenso häufig verwendeter Wert, der als typisch „amerikanisch“ verstanden wird und von Politik und Gesellschaft quasi gebetsmühlenartig angepriesen wird, ist der Wert der „Freiheit“.
Freiheit in den USA bedeutet vor allem symbolische Stärke und meint damit einerseits Rechte, die vor Zwang schützen, andererseits Rechte auf positives Handeln. Konkrete Anwendungsformen finden sich bei der Presse- oder Religionsfreiheit, aber auch beim Recht auf Selbstverteidigung. Um die eigene Sicherheit zu schützen, gehört insbesondere das freie Recht auf Waffenbesitz als Teil der persönlichen Freiheit dazu.
In dieser Arbeit geht es darum, zu verstehen, welchen Ansporn bestimmte Gruppen der Gesellschaft haben könnten, um das Waffenrecht der USA nicht nur zu hinterfragen, sondern den freien Waffenbesitz und dessen Folgen als soziales Problem zu verstehen. Hierzu ist es erforderlich zu definieren, was man unter einem sozialen Problem versteht, welche Phasen die Entwicklung eines solchen Prozesses durchläuft und welche Mitglieder der Gesellschaft sich diesem Prozess entweder anschließen oder aber diesem kritisch begegnen. Ebenfalls von Bedeutung ist die Art und Weise, wie Akteure auf ein soziales Problem aufmerksam machen und welche Ressourcen eine Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis (Table of Contents)
- Einleitung
- Definition „Soziales Problem“
- Waffenrecht der USA
- Gesetzeslage des Waffenrechts der USA
- Zahlen und Daten rund um den Besitz und Umgang mit Waffen
- Waffenrecht als soziales Problem
- Entstehung und Entwicklung des sozialen Problems
- Gegenspieler des sozialen Problems „Waffenrecht“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte (Objectives and Key Themes)
Diese Arbeit untersucht das amerikanische Waffenrecht im Kontext sozialer Problembearbeitung. Ziel ist es zu verstehen, warum das Waffenrecht in den USA als soziales Problem angesehen wird und welche Akteure an diesem Prozess beteiligt sind. Dabei wird untersucht, welche Gruppen das Waffenrecht kritisch betrachten und welche Argumente sie verwenden.
- Definition und Entstehung sozialer Probleme
- Das amerikanische Waffenrecht und seine rechtliche und politische Situation
- Die Rolle von Akteuren und deren Argumente im Kontext des Waffenrechts
- Die Bedeutung von „Claimmaking“ und die Interpretation sozialer Probleme
- Die Auswirkungen des Waffenrechts auf die Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel (Chapter Summaries)
- Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und skizziert die Relevanz des Themas. Es wird darauf hingewiesen, dass das amerikanische Waffenrecht aufgrund seines häufigen Missbrauchs als politisch und juristisch besonders brisant gilt.
- Definition „Soziales Problem“: Dieses Kapitel definiert den Begriff „soziales Problem“ im Kontext der Soziologie und beleuchtet die Rolle der „Problementwickler“ bei der Interpretation von Sachverhalten als soziale Probleme.
- Waffenrecht der USA: Dieses Kapitel behandelt die gesetzliche Grundlage des Waffenrechts in den USA und beleuchtet die Zahlen und Daten rund um den Besitz und Umgang mit Waffen.
- Waffenrecht als soziales Problem: Dieses Kapitel widmet sich der Entstehung und Entwicklung des Waffenrechts als soziales Problem und beleuchtet die verschiedenen Akteure, die an diesem Prozess beteiligt sind.
Schlüsselwörter (Keywords)
Die Arbeit fokussiert auf die Themen soziales Problem, Waffenrecht, USA, Akteure, „Claimmaking“, Gesellschaft, Freiheit, Selbstverteidigung, Verfassung, Föderalismus, Straftaten, Waffengewalt, Interpretation und moralische Werturteile. Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Entwicklung des Waffenrechts als soziales Problem, der Rolle von Akteuren in der Debatte und der Bedeutung von „Claimmaking“ für die Konstruktion sozialer Probleme.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist das Waffenrecht in den USA so umstritten?
Es steht im Spannungsfeld zwischen dem verfassungsrechtlich geschützten Recht auf Selbstverteidigung und der hohen Rate an Waffengewalt, die als soziales Problem wahrgenommen wird.
Was bedeutet "Claimmaking" in der Soziologie?
Claimmaking bezeichnet den Prozess, bei dem Akteure (z. B. Aktivisten) versuchen, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf einen Sachverhalt zu lenken, um ihn als soziales Problem zu definieren.
Welche Rolle spielt der "American Dream" beim Waffenbesitz?
Der Wert der persönlichen Freiheit ist zentral für das amerikanische Selbstverständnis. Für viele gehört das Recht, sich selbst zu schützen, untrennbar zu dieser Freiheit.
Wie beeinflussen moralische Werturteile die Debatte?
Unterschiedliche Gruppen interpretieren Fakten (z. B. Kriminalitätsstatistiken) verschieden, basierend auf ihren Werten bezüglich Sicherheit, Freiheit und staatlicher Kontrolle.
Gibt es in den USA einheitliche Waffengesetze?
Nein, das Waffenrecht ist stark föderal geprägt. Während es Bundesgesetze gibt, variieren die Regeln für Kauf, Besitz und Tragen von Waffen erheblich zwischen den einzelnen Bundesstaaten.
- Citation du texte
- Lewis Leenhard (Auteur), 2015, Ist das amerikanische Waffenrecht ein soziales Problem? Kritikpunkte und Argumente für das Recht auf Selbstverteidigung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/305424