Das Thema dieser Seminararbeit lautet „Der Vertrag von Maastricht: Der Weg zur politischen Union. Inhalte, Chancen und Risiken“. Mit dem am 1. November 1993 in Kraft getretenen Vertrag gründeten die Mitglieder der bisherigen Europäischen Gemeinschaften (EG) die Europäische Union (EU). Bevor ich jedoch darauf eingehe, möchte ich erörtern, warum Menschen sich überhaupt zu einer Gemeinschaft zusammenschließen. Nach Plato ist der Ausgangspunkt der Staatenbildung die Schwäche und die Furcht der vereinzelt lebenden Menschen. 1 Die grundlegende Funktion der Stadt sieht er in der Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse, da diese in Arbeitsteilung zwischen Bauern, Handwerkern, Händlern usw. besser gestillt werden können. 2 Auch Aristoteles gibt den gemeinsamen Nutzen als Grund für das menschliche Zusammenleben an. Daneben vertritt er die Auffassung, dass der Mensch sozusagen von Natur aus auf die staatliche Gemeinschaft hin angelegt ist.3 Welche Motive für den Zusammenschluss der europäischen Staaten zur Europäischen Union ausschlaggebend waren, möchte ich im Folgenden ausarbeiten. Danach folgt eine genaue Betrachtung des Maastrichter Vertrags. Ich werde die Inhalte des Vertragstextes aufzeigen sowie die Chancen und Ris iken der Europäischen Integration erörtern. Nach einer kurzen Zusammenfassung schließe ich die Arbeit mit einem Ausblick auf die Zukunft. 1 Plato, Protagoras (322 a-d). 2 Plato, Politeia (2. u. 5. Buch). 3 Gigon, O. (Hg.): Aristoteles, Politik. München 1973, S. 112.
Inhaltsverzeichnis
- VORWORT
- DER WEG BIS »MAASTRICHT«
- DIE ANFÄNGE
- DIE FORTSCHRITTE
- DER MAASTRICHTER VERTRAG
- GRÜNDE FÜR EINEN NEUEN VERTRAG
- INHALTE
- CHANCEN
- RISIKEN
- RÜCKBLICK UND AUSBLICK
- ANHANG
- LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit dem Vertrag von Maastricht und dem Weg zur politischen Union. Sie analysiert die Entstehung des Vertrags, seine Inhalte, die Chancen und Risiken der europäischen Integration und bietet einen Ausblick auf die Zukunft. Die Arbeit ergründet, warum sich Menschen zu einer Gemeinschaft zusammenschließen und welche Motive die europäischen Staaten zur Gründung der Europäischen Union bewegten.
- Die Entwicklung der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg
- Die Entstehung des Vertrags von Maastricht und seine wichtigsten Inhalte
- Die Chancen der europäischen Integration
- Die Risiken der europäischen Integration
- Ein Ausblick auf die Zukunft der Europäischen Union
Zusammenfassung der Kapitel
2.1 Die Anfänge
Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden erste Forderungen nach einer Sicherung des Friedens und einer neuen Einigung Europas. Diese Bemühungen wurden jedoch durch den wachsenden Nationalismus und die Weltwirtschaftskrise erstickt. Trotz des Zweiten Weltkriegs wurden schon während des Krieges Konzepte zur Neuordnung Europas entwickelt, insbesondere von Widerstandsbewegungen. Die Erklärung des Französischen Komitees für die europäische Föderation betonte die Notwendigkeit einer Organisation der Friedens- und Solidargemeinschaft, um Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu festigen und totalitären Kräften entgegenzuwirken. Das Hertensteiner Programm forderte die Schaffung einer europäischen Gemeinschaft auf föderativer Basis. Winston Churchill plädierte für die Vereinigten Staaten von Europa und rief zur Gründung eines Europarats auf. Allerdings gab es auch zurückhaltende Stimmen, die das System der Nationalstaaten nicht aufgeben wollten.
2.2 Die Fortschritte
Die wesentlichen Auffassungen zur Gründung einer Zukunftsgestaltung Europas waren, dass das System der souveränen Nationalstaaten unfähig sei, zwischenstaatliche Konflikte gewaltfrei zu lösen und den Frieden zu sichern, die gemeinsamen Interessen Europas in der Weltpolitik zu vertreten und eine optimale Entfaltung der Produktionsfaktoren zu gewährleisten. Diese Aufgaben würden die Schaffung einer übergeordneten Struktur in Form eines föderalistischen Bundesstaates erfordern. Mit der Teilung Europas und der Eingliederung der osteuropäischen Staaten in den Machtbereich der UdSSR ergaben sich neue Interessenskonflikte und Impulse zur Einigung Europas. Die USA drängten auf ein wirtschaftlich stabiles, verteidigungsfähiges Westeuropa unter Einbeziehung Westdeutschlands. Im Jahr 1948 unterzeichneten Frankreich, Großbritannien und die Benelux-Länder den Brüsseler Pakt zur kollektiven Verteidigung, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenarbeit.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter und Themengebiete dieser Arbeit sind: Europäische Integration, Vertrag von Maastricht, Politische Union, Chancen und Risiken, Geschichte der Europäischen Union, Föderalismus, Nationalismus, Friedenssicherung, Wirtschaftswachstum, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit.
- Citar trabajo
- Diana Bauer (Autor), 2002, Der Vertrag von Maastricht - Der Weg zur politischen Union. Inhalte, Chancen und Risiken, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30492