Friedrich Nietzsche gehört zu den Größten der Geschichte, Gegenwart und sehr sicher auch der Zukunft. Wie oft wird er wissend oder auch unwissend von den Menschen um uns noch heute zitiert, wie oft kommen neue Biographien und Kommentare zu seinen Werken heraus. Er ist ein sprachliches Genie, ein großer Denker und anscheinend liegen Genialität und Wahnsinn bei keinem anderen so nah beieinander wie bei ihm. Ihn in eine bestimmte Schublade von Philosophen zu stecken scheint unmöglich, er ist schlicht der Philosoph des 20. Jahrhunderts, der alles bisherige Denken auf den Kopf gestellt hat und anscheinend dabei genau gewusst hat, was er seiner Nachwelt damit hinterlässt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Friedrich Nietzsche
Wichtige Werke Nietzsches
Götzendämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert
Kritik an der Westlichen Zivilisation
Der Verfall des Griechentums
Die vier großen Irrtümer
Der Versuch eines Gegenentwurfes
Abschlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, Nietzsches Werk „Götzendämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert“ zu analysieren, seine tiefgreifende Kritik an der westlichen Zivilisation, dem Christentum und der bestehenden Moral herauszuarbeiten und seinen Gegenentwurf eines „Übermenschen“ darzustellen.
- Biographischer Abriss und Schaffensperioden Friedrich Nietzsches.
- Analyse des Werks „Götzendämmerung“ als Abrechnung mit überlieferten Idealen.
- Kritische Untersuchung der westlichen Gesellschaft und ihrer Dekadenzerscheinungen.
- Dekonstruktion der „vier großen Irrtümer“ der Vernunft und Moral.
- Darstellung der Forderung nach einer Umwertung aller Werte und dem Konzept des Übermenschen.
Auszug aus dem Buch
Die vier großen Irrtümer
Nach Nietzsche gibt es vier Thesen, die seiner Meinung nach zu den größten Irrtümern der Welt zählen. Der Irrtum der Verwechslung von Ursache und Folge ist der größte Fehler überhaupt. Nietzsche nennt ihn „Verderbnis der Vernunft“7, eingeführt von Priestern und Moralgesetzgebern. Die Menschen sind somit schon seit jeher an die Ursache-Folge-Verwechslung gewohnt. Religion und Moral sind im Grunde genommen dieser Irrtum, denn in jeder Aussage dieser beiden zeigt er sich. Jede Aussage von Moral oder Religion enthält einen Imperativ, dieser ist nach Nietzsche „die große Erbsünde der Vernunft, die unsterbliche Vernunft“8. Dies zeigt sich exemplarisch, wie er es am Beispiel eines Buches von Cornaro zeigt, in Sätzen wie: „Iss nicht so viel, dann wirst du gesund und glücklich!“. Doch erklärt Nietzsche hier, dass diese schmale Diät nicht für Menschen mit anderen physiologischen Eigenschaften gemacht ist, sondern eben nur gut für diejenigen, die die Voraussetzungen dafür erfüllen wenig Nahrung zu benötigen. Ansonsten zerstört der Mensch sich damit nur selbst. Hier setzt Nietzsche an mit seinem Plan der Umwertung aller Werte. „Jeder Fehler in jedem Sinne ist die Folge von Instinkt-Entartung“9 und beschwört somit das Schlechte herauf.
Würden die Menschen nach ihrem Instinkt handeln, würde daraus folglich stets Gutes entspringen. Als zweite These benennt er den Irrtum der falschen Ursächlichkeit. Die Menschen denken, dass sie stets die Ursachen ihrer Handlungen kennen. Sie benötigen für alle Gefühle und Handlungen einen Grund um sich besser zu fühlen und ein reines Gewissen zu haben. Nach Nietzsche sind es aber eben nicht die inneren Bewusstseinserscheinungen die unsere Handlungen begründen. Was uns in Wirklichkeit motiviert, kommt aus uns selbst heraus und es gar nicht nötig dies immer genau zu erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Sektion bietet einen Überblick über Nietzsches Bedeutung als Philosoph und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit im Hinblick auf seine Lebensgeschichte und sein Spätwerk.
Friedrich Nietzsche: Hier wird der biographische Werdegang des Philosophen, von seiner Kindheit im Pfarrhaus bis zu seinem geistigen Zusammenbruch, detailliert nachgezeichnet.
Wichtige Werke Nietzsches: Dieses Kapitel gibt einen groben Überblick über Nietzsches Schaffensperioden und listet eine Auswahl seiner maßgeblichen philosophischen Schriften auf.
Götzendämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert: Es erfolgt eine inhaltliche Einführung in Nietzsches Spätwerk und die Erläuterung seines Anspruches, überlieferte „Götzen“ und Wahrheiten kritisch zu hinterfragen.
Kritik an der Westlichen Zivilisation: Das Kapitel analysiert Nietzsches Vorwurf, dass die westliche Moral und das Christentum eine lebensfeindliche Schwächung der menschlichen Instinkte zur Folge haben.
Der Verfall des Griechentums: Hier wird Nietzsches Sicht auf den Niedergang der antiken griechischen Kultur durch den Einfluss von Sokrates und Platon dargestellt.
Die vier großen Irrtümer: In diesem Teil werden Nietzsches Thesen zu den Denkfehlern in Religion und Moral, insbesondere die Verwechslung von Ursache und Folge, erläutert.
Der Versuch eines Gegenentwurfes: Dieses Kapitel beschreibt den Immoralismus als notwendigen Gegenentwurf und definiert das Ideal des Übermenschen, der jenseits überlieferter Vorurteile existiert.
Abschlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Nietzsches Rolle als radikaler Nihilist und seinem weitreichenden Einfluss auf das abendländische Denken.
Schlüsselwörter
Friedrich Nietzsche, Götzendämmerung, Westliche Zivilisation, Moral, Christentum, Instinkt, Übermensch, Umwertung aller Werte, Nihilismus, Dekadenz, Philosophie, Vernunft, Sokrates, Platon, Wille zur Macht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben und vor allem dem Spätwerk Friedrich Nietzsches, wobei der Fokus auf seiner scharfen Gesellschaftskritik in der „Götzendämmerung“ liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Kritik an der westlichen Moral und dem Christentum, die Dekonstruktion philosophischer Traditionen seit der Antike sowie die Forderung nach einer Umwertung aller Werte.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Nietzsches Abrechnung mit den „ewigen Götzen“ und seine Vision eines neuen Menschenbildes – des Übermenschen – systematisch darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse, um Nietzsches Hauptgedanken anhand seines Werkes „Götzendämmerung“ und ergänzender philosophischer Quellen zu interpretieren.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Verfalls des Griechentums, die Analyse der „vier großen Irrtümer“ der Vernunft und die Erläuterung des menschlichen Gegenentwurfs durch den Immoralismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Nihilismus, Dekadenz, Übermensch, Instinkt, Moral und Umwertung aller Werte geprägt.
Warum bezeichnet Nietzsche Sokrates als Vertreter des Niedergangs?
Nietzsche kritisiert Sokrates dafür, dass er die Vernunft zum „Tyrannen“ machte und durch eine übermäßige Moralisierung die natürlichen Instinkte und die Lebenskraft unterdrückte.
Was meint Nietzsche mit dem „Nihilismus“ in diesem Kontext?
Für Nietzsche ist der Nihilismus keine Endstation, sondern ein notwendiger Übergangszustand, der eintritt, wenn die alten Werte und das Christentum ihre Glaubwürdigkeit verlieren und durch den Übermenschen überwunden werden müssen.
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- Anonym (Author), 2014, „Was ich den Alten verdanke“ von Nietzsche. Kritik der westlichen Zivilisation und der Versuch eines Gegenentwurfs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/304168