Seit seiner wirtschaftlichen Öffnung 1978 und dem starken Wachstum in den 1990er und 2000er Jahren hat China enorm an Bedeutung für die Weltwirtschaft gewonnen. Das Land gilt inzwischen als Motor für das globale Wirtschaftswachstum, ist wichtiger Rohstoff-Nachfrager und entscheidender Handelspartner sowohl der USA, als auch der EU. Als riesiger aufholender Binnenmarkt ist China inzwischen größter Absatzmarkt für viele ausländische Unternehmen. Im Laufe dieses Prozesses ist das Land in den letzten Jahren auch immer wichtiger für die Weltfinanzmärkte geworden. Getrieben durch hohe Wachstumsraten, steigende Kaufkraft und das niedrige Lohnniveau floss viel Kapital in das - allerdings immer noch unterentwickelte - Land. Als Konsequenz spielt auch die Landeswährung Renminbi global eine immer bedeutendere Rolle.
Allerdings ergeben sich zwei Probleme: Zum einen ist - aufgrund Chinas politischer Doktrin und der sozialistischen Vergangenheit - der Staat noch sehr in der Wirtschaft involviert
und reguliert insbesondere die Finanzmärkte strikt, was Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt. Zum anderen herrschen durch diese Regulierung bedingt große Differenzen im Weltfinanzsystem. Während die USA schon seit den 1980er Jahren oftmals ein Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizit erzielen, wird dieses von anderen Ländern, derzeit vor allem China mit seinen hohen Exportüberschüssen, finanziert. Daraus ergibt sich eine Abhängigkeit insbesondere dieser beiden Nationen voneinander, sowie eine auf lange Sicht potenziell ungesunde und zu Konflikten führende Schieflage der globalen Kapitalströme.
In dieser Abschlussarbeit werden die Kapitalflüsse nach China und die sich daraus ergebende Verflechtung mit der Weltwirtschaft beschrieben und vor wissenschaftlichem Hintergrund erklärt. Ein Fokus wird dabei auf der Entwicklung der Regulierung durch den Staat und ihren Auswirkungen liegen.
Inhaltsverzeichnis
- 1 Einleitung
- 2 Stilisierte Fakten zu Chinas Wirtschaft
- 3 Wissenschaftlicher Hintergrund
- 3.1 Kapitalverkehrskontrollen
- 3.2 Globale Ungleichgewichte
- 3.3 Zusammenfassung
- 4 Entwicklung der Regulierung des Kapitalmarktes
- 4.1 Erweiterte Kapitalbilanz
- 4.1.1 Ausländische Direktinvestitionen
- 4.1.2 Portfolio-Investitionen
- 4.1.3 Kreditverkehr
- 4.1.4 Devisenbilanz
- 4.2 Zusammenfassung und Auswirkungen
- 4.1 Erweiterte Kapitalbilanz
- 5 Wirtschaftspolitische Diskussion
- 5.1 Auswirkungen einer Liberalisierung
- 6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die internationalen Kapitalströme nach China und die sich daraus ergebenden Verflechtungen mit der Weltwirtschaft. Der Fokus liegt dabei auf der Entwicklung der staatlichen Regulierung des Kapitalmarktes und deren Auswirkungen. Die Arbeit untersucht die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft im Kontext der Kapitalströme und analysiert den wissenschaftlichen Hintergrund zu Kapitalverkehrskontrollen und globalen Ungleichgewichten.
- Entwicklung der chinesischen Wirtschaft und Kapitalströme
- Kapitalverkehrskontrollen und globale Ungleichgewichte
- Regulierung des Kapitalmarktes in China
- Auswirkungen der Regulierung auf die chinesische Wirtschaft und die Weltwirtschaft
- Wirtschaftspolitische Diskussion über eine Liberalisierung des Kapitalmarktes
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet die rasante Entwicklung der chinesischen Wirtschaft seit der Öffnung im Jahr 1978 und den sich daraus ergebenden Kapitalströmen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Zahlungsbilanz Chinas, den hohen Exportüberschüssen und den steigenden Devisenreserven.
Kapitel 3 bietet einen wissenschaftlichen Überblick über die Themen Kapitalverkehrskontrollen, internationale Zahlungsströme und globale Ungleichgewichte. Dabei wird erläutert, wie diese Themen zusammenhängen und welche Auswirkungen sie auf die chinesische Wirtschaft haben.
Kapitel 4 widmet sich der konkreten Entwicklung der Regulierung des Kapitalmarktes in China. Dabei werden die verschiedenen Regulierungsmaßnahmen im Bereich der Kapitalbilanz, der ausländischen Direktinvestitionen, der Portfolio-Investitionen, des Kreditverkehrs und der Devisenbilanz betrachtet.
Kapitel 5 diskutiert die wirtschaftspolitischen Folgen der Regulierung des Kapitalmarktes in China. Dabei werden die möglichen Auswirkungen einer Liberalisierung des Kapitalmarktes im internationalen Kontext analysiert.
Schlüsselwörter
Internationale Kapitalströme, China, Kapitalmarkt, Regulierung, Kapitalverkehrskontrollen, Globale Ungleichgewichte, Leistungsbilanz, Kapitalbilanz, Devisenbilanz, Ausländische Direktinvestitionen, Portfolio-Investitionen, Kreditverkehr, Renminbi, Weltwirtschaft, Wirtschaftspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Warum fließt so viel internationales Kapital nach China?
Gründe sind die hohen Wachstumsraten, die steigende Kaufkraft und das niedrige Lohnniveau, die China für Investoren attraktiv machen.
Was sind Kapitalverkehrskontrollen?
Staatliche Maßnahmen zur Regulierung des Kapitalzu- und -abflusses, die China nutzt, um seine Finanzmärkte vor Instabilität zu schützen.
Welche globalen Ungleichgewichte entstehen durch China?
China erzielt hohe Exportüberschüsse, mit denen es unter anderem die Haushaltsdefizite der USA finanziert, was zu einer riskanten gegenseitigen Abhängigkeit führt.
Was bedeutet die Abkürzung FDI?
FDI steht für Foreign Direct Investment (Ausländische Direktinvestitionen), ein wesentlicher Bestandteil der Kapitalströme nach China.
Sollte China seinen Kapitalmarkt liberalisieren?
Die Arbeit diskutiert die Vor- und Nachteile; eine Liberalisierung könnte das Wachstum fördern, birgt aber auch Risiken für die staatliche Kontrolle und Stabilität.
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- Marco Beba (Autor), 2014, Internationale Kapitalströme nach China, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302347