In dieser Hausarbeit werde ich mich mit Hartmanns von Aue „Iwein“ beschäftigen. Da mir eine vollständige Analyse dieses umfangreichen Werkes im Rahmen dieser Hausarbeit nicht möglich ist, werde ich mich auf Iweins Kampf mit Gawein für die Schwestern vom Schwarzen Dorn beschränken. Diese Szene bahnt sich länger an und ich werde meine Analyse ab V. 6907 beginnen, wo der eigentliche Kampf mit den Worten „nû riten si beide in einen rinc“ beginnt. Enden werde ich mit meiner Analyse an der Stelle, an der König Artus seinen Urteilsspruch zugunsten von Iwein ausspricht und die ältere Schwester diesen anerkennen muss. Der eigentliche Kampf ist dort zwar schon vorbei, aber der wahre Sieger wird erst an dieser Stelle erkoren.
Ein Kampf mit einem Freund oder Verwandten taucht in der mittelalterlichen Literatur immer wieder auf, ist aber trotzdem ein relativ wenig beachtetes Element wie auch Wolfgang Harms – einer der wenigen, die sich intensiv damit auseinander gesetzt haben, bemerkt.
Auch Kurt Ruh bemerkte 1973 in einem Aufsatz zur Interpretation des „Iwein“, dass dieses Werk in dieser Zeit im Vergleich zu anderer mittelalterlicher Literatur und Dichtung kaum beachtet wurde und dementsprechend wenig wurde sich auch mit dem Gaweinkampf beschäftigt.
Dieser Kampf zwischen den beiden Freunden ist ein sehr zentraler Punkt im „Iwein“ und wird von Hartmann äußerst ausführlich beschrieben. Allein der Umfang von etwas mehr als 800 Versen, bei einer Gesamtlänge des Werkes von 8166 Versen, verdeutlicht die Stellung im Werk sehr gut und ist auch wesentlich größer als in der Vorlage bei Chretien, worauf ich auch noch in einem Vergleich der Werke eingehen werde.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Historischer Gerichtskampf
- Gawein Kampf - Textanalyse
- Parallelen zu Chrestien de Troyes
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit Hartmanns von Aues „Iwein“ und analysiert den Kampf zwischen Iwein und Gawein um die Schwestern vom Schwarzen Dorn. Die Arbeit untersucht den Kampf im Kontext der mittelalterlichen Gerichtskämpfe und beleuchtet die Rolle der Freundschaft und der Ritterlichkeit in dieser Szene.
- Der Kampf als Gottesurteil im Mittelalter
- Die Darstellung von Freundschaft und Feindschaft im Werk
- Die Rolle des Königs und der Schöffen im Gerichtsprozess
- Der Vergleich mit Chrestiens de Troyes „Iwein“
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik der Hausarbeit vor und begrenzt den Fokus auf den Kampf zwischen Iwein und Gawein. Das Kapitel „Historischer Gerichtskampf“ beleuchtet die mittelalterliche Praxis des Gottesurteils und die Bedeutung des Rechts in der damaligen Zeit. Das Kapitel „Gawein Kampf - Textanalyse“ analysiert die Szene des Kampfes selbst, die Stimmungslage der Kontrahenten und die Rolle des Erzählers.
Schlüsselwörter
Die Hausarbeit behandelt Schlüsselwörter wie Gottesurteil, Gerichtskampf, Freundschaft, Feindschaft, Ritterlichkeit, König Artus, Iwein, Gawein, Hartmann von Aue, Chrestien de Troyes.
Häufig gestellte Fragen
Warum kämpfen Iwein und Gawein gegeneinander?
Sie kämpfen stellvertretend für die beiden Schwestern vom Schwarzen Dorn in einem Rechtsstreit um deren Erbe.
Was ist das Besondere an diesem Kampf?
Iwein und Gawein sind eng befreundet, erkennen sich jedoch aufgrund ihrer Rüstungen während des Kampfes zunächst nicht.
Was versteht man unter einem „Gottesurteil“?
Ein mittelalterlicher Gerichtskampf basierte auf der Vorstellung, dass Gott demjenigen zum Sieg verhilft, der im Recht ist.
Wie unterscheidet sich Hartmanns Darstellung von der Vorlage Chretiens?
Hartmann von Aue beschreibt den Kampf wesentlich ausführlicher (über 800 Verse) und betont die ethischen Konflikte stärker als Chretien de Troyes.
Wie endet der Rechtsstreit im „Iwein“?
König Artus spricht ein Urteil zugunsten der jüngeren Schwester aus, nachdem der Kampf unentschieden endet und die Identitäten offenbart werden.
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- Tobias Crump (Autor), 2008, Der Kampf mit Gawein im "Iwein" von Hartmann von Aue, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/302074