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Die vergessenen Kinder. Lebensbedingungen und Herausforderungen für Kindern schizophrener Eltern

Titel: Die vergessenen Kinder. Lebensbedingungen und Herausforderungen für Kindern schizophrener Eltern

Hausarbeit , 2013 , 18 Seiten , Note: 1,2

Autor:in: Amelie Backes (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen werden von der Beziehung zu ihren Eltern geprägt. Diese sind in der kindlichen Welt in der Regel die wichtigsten Bezugspersonen, die ihnen Sicherheit und Geborgenheit geben und sich um ihre emotionalen, psychischen und intellektuellen Bedürfnisse kümmern (vgl. Griepenstroh/ Heitmann/ Hermeling 2011, S.35).
Doch wie ist die Situation von Kindern, deren Eltern bzw ein Elternteil an einer psychischen Krankheit leidet? Wie sehen ihre Lebensbedingungen und ihr Alltag aus? Welche Herausforderungen stellen sich an die Jugendhilfe und Psychiatrie?

Viele Kinder psychisch kranker Eltern wachsen unter ungünstigen Sozialisationsbedingungen auf. Denn Kinder benötigen für eine gesunde Entwicklung, neben typischen Dingen wie Ernährung und Hygiene, auch emotionale Wärme und Kommunikation. In akuten Krankheitsphasen können psychisch kranke Eltern auf diese Bedürfnisse nicht oder nur unzureichend eingehen. Zudem ist ihr Risiko selbst eine psychische Krankheit zu entwickeln deutlich erhöht. Neben einer genetischen Veranlagung spielen in diesem Zusammenhang psychosoziale Belastungen in der kindlichen Lebenswelt eine große Rolle (vgl. Griepenstroh/Heitmann/Hermeling 2011, S.23).

Da jedoch ihre Lebenssituation meist unauffällig ist, wird ihre Belastung oft erst sichtbar, wenn sie selbst Verhaltensauffälligkeiten zeigen (vgl. Müller 2008, S.3). Doch die Prognosen der Kinder kann deutlich verbessert werden, wenn Aufklärungsarbeit stattfindet und die Risikofaktoren der Familien- und Lebenssituation berücksichtigt und präventiv oder therapeutisch beeinflusst werden (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S.13).

In Kapitel 1 dieser Arbeit werden zunächst die empirischen Grundlagen der Thematik geklärt. Es wird aufgezeigt, wie häufig eine psychische Krankheit auftritt bzw. wie viele Kinder psychisch Kranker es in Deutschland schätzungsweise gibt.
Um darzulegen, wie eine psychische Krankheit aussehen kann, wird ich Kapitel 2 die Schizophrenie kurz vorgestellt, da diese eine der häufigsten psychischen Krankheit in Deutschland ist (vgl. Hoffmann-Richter/Finzen 2008, S.22). Kapitel 3 listet alle Risikofaktoren auf, welche einem Kind mit einem psychisch kranken Elternteil in seinem alltäglichen Leben begegnen und die Ausbildung einer psychischen Krankheit im späteren Leben begünstigen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Hinführung zum Thema

1. Empirische Grundlage

2. Das Krankheitsbild der Schizophrenie als Beispiel für eine psychische Krankheit

3. Psychosoziale Folgen /Risikofaktoren

3.1. Desorientierung

3.2. (Nicht-)Wissen über die Krankheit

3.3. Tabuisierung, Isolation und Kommunikationsverbot

3.4. Parentifizierung

4. Resilienz, Bewältigungs- bzw. Vulnerabilitätsfaktoren

5. Herausforderung für Jugendhilfe, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Lebensbedingungen und spezifischen Belastungen von Kindern, die mit einem schizophren erkrankten Elternteil aufwachsen. Im Fokus steht dabei die Analyse der Risikofaktoren, denen diese Kinder in ihrem Alltag ausgesetzt sind, sowie der notwendigen Unterstützungsangebote, um ihre psychische Entwicklung zu fördern und die Resilienz zu stärken.

  • Analyse der psychosozialen Folgen für Kinder psychisch kranker Eltern
  • Untersuchung des Phänomens der Parentifizierung und deren Auswirkungen
  • Bedeutung der Resilienzforschung für die Bewältigung familiärer Belastungen
  • Notwendigkeit einer besseren Kooperation zwischen Jugendhilfe und Psychiatrie
  • Präventionsmöglichkeiten durch spezielle Gruppenangebote wie das Projekt AURYN

Auszug aus dem Buch

3.4. Parentifizierung

In vielen Familien führt eine schizophrene Erkrankung zu einer Destabilisierung familiärer Strukturen. Insbesondere die Generationsgrenzen werden als unklar beschrieben. Diese sind jedoch für die familiäre Funktionalität von großer Bedeutung, da sie die Anerkennung von Unterschieden der elterlichen und kindlichen Rollen und Interaktionsregeln gewährleisten. Verwischen allerdings diese Generationsgrenzen, entwickelt sich das Bild einer „verstrickten Familie“ (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S.28). Ein besonderer Typ dieser Generationengrenzzerstörung ist die Parentifizierung. Dieser Begriff beschreibt die Rollenumkehr, in der die Kinder Eltern- oder Partnerfunktionen für die Eltern übernehmen (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S.29).

Solange die Parentifizierung die Entwicklungsmöglichkeiten des Kindes nicht einschränkt, ist diese als adaptiv zu bezeichnen (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S.29). Bekommt das Kind durch die Aufgabenübernahme z.B Anerkennung durch die Eltern oder anderen Familienangehörigen, kann es sogar gestärkt aus der Situation hervorgehen, indem es ein gesteigertes Selbstbewusstsein entwickelt. Die kindlichen Bedürfnisse werden also berücksichtigt, das Kind wird bei seinen Aufgaben unterstützt und erhält für seine kindlichen Bemühungen Anerkennung (vgl. Plass/Wiegand-Grefe 2012, S.30).

Zusammenfassung der Kapitel

Hinführung zum Thema: Einleitung in die Problematik der Lebensbedingungen von Kindern psychisch kranker Eltern und Darlegung der zentralen Fragestellungen.

1. Empirische Grundlage: Statistische Einordnung zur Verbreitung psychischer Erkrankungen und der Anzahl betroffener Kinder in Deutschland.

2. Das Krankheitsbild der Schizophrenie als Beispiel für eine psychische Krankheit: Medizinische und klinische Definition sowie Erläuterung verschiedener Symptome und Subtypen der Schizophrenie.

3. Psychosoziale Folgen /Risikofaktoren: Detaillierte Untersuchung belastender Faktoren wie Desorientierung, mangelnde Aufklärung, Tabuisierung und Rollenumkehr.

4. Resilienz, Bewältigungs- bzw. Vulnerabilitätsfaktoren: Analyse schützender Faktoren und der psychischen Widerstandsfähigkeit, die Kindern hilft, belastende Lebensumstände zu meistern.

5. Herausforderung für Jugendhilfe, Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie: Diskussion über institutionelle Barrieren und die Notwendigkeit präventiver Hilfsangebote wie des Auryn-Projekts.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für eine bessere Vernetzung der Hilfesysteme.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, Kinder psychisch kranker Eltern, Psychosoziale Belastungen, Resilienz, Parentifizierung, Jugendhilfe, Psychiatrie, Stigmatisierung, Familiengeheimnis, Prävention, Auryn, Rollenumkehr, Aufklärung, Familieninteraktion, Psychische Erkrankung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit beleuchtet die schwierige Lebenssituation von Kindern schizophrener Eltern und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Kinder sowie das Hilfesystem.

Welche Themenfelder sind zentral?

Zentral sind die Auswirkungen der elterlichen Erkrankung auf die kindliche Entwicklung, die familiäre Dynamik und die Notwendigkeit präventiver Unterstützungsmaßnahmen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Risikofaktoren abgemildert werden können und warum eine stärkere Integration der Kinder in die psychiatrische Behandlung sowie eine verbesserte Kooperation der Hilfesysteme notwendig ist.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung der Thematik auf Basis aktueller Fachliteratur und empirischer Studien zur Resilienzforschung.

Was umfasst der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Basisinformation, eine Analyse der psychosozialen Risikofaktoren, die Erläuterung von Resilienzkonzepten und eine Darstellung der Anforderungen an professionelle Hilfsinstanzen.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Schizophrenie, Parentifizierung, Resilienz, Stigmatisierung und die Vernetzung von Jugendhilfe und Psychiatrie.

Was versteht die Autorin unter Parentifizierung?

Es handelt sich um eine Rollenumkehr, bei der Kinder gezwungen sind, elterliche oder partnerähnliche Funktionen zu übernehmen, was die gesunde Entwicklung gefährden kann.

Warum wird das Projekt AURYN als Beispiel angeführt?

Das Projekt dient als konkretes Modellbeispiel für eine präventive Gruppenarbeit, die Kinder altersgerecht über die Krankheit informiert und ihre emotionale Belastung durch Austausch mit Gleichaltrigen mindert.

Welche Rolle spielt die Tabuisierung?

Tabuisierung führt dazu, dass die Erkrankung als Familiengeheimnis behandelt wird, was die Kinder isoliert und den Zugang zu notwendiger Hilfe erschwert.

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Details

Titel
Die vergessenen Kinder. Lebensbedingungen und Herausforderungen für Kindern schizophrener Eltern
Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes
Note
1,2
Autor
Amelie Backes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
18
Katalognummer
V294770
ISBN (eBook)
9783656925668
ISBN (Buch)
9783656925675
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder Schizophrenie Schizophrene Eltern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Amelie Backes (Autor:in), 2013, Die vergessenen Kinder. Lebensbedingungen und Herausforderungen für Kindern schizophrener Eltern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294770
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Leseprobe aus  18  Seiten
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