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Ausgewählte Themen aus Brezinkas wissenschaftstheoretischer Grundlegung der Erziehungswissenschaft

Title: Ausgewählte Themen aus Brezinkas wissenschaftstheoretischer Grundlegung der Erziehungswissenschaft

Term Paper , 2013 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robin Scheller (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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In seinem 1971 erschienen Buch mit dem Titel „Von der Pädagogik zur Erziehungswissenschaft“ geht es Wolfgang Brezinka um die Abgrenzung der auf Alltagserfahrungen basierenden traditionellen Pädagogik von einer systematisch und empirisch vorgehenden Erziehungswissenschaft. Dazu analysiert er die sprachlichen Besonderheiten beider Bereiche und entwickelt Regeln für einen wissenschaftlichen Sprachgebrauch.
Ziel dieser Arbeit ist es, in Brezinkas Denken einzuführen und ausgewählte Themen seiner wissenschaftstheoretischen Analyse genauer darzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei Brezinkas Ausführungen zum „Naiven Empirismus“ und zum Begriff der wissenschaftlichen Theorie wie er sie in oben erwähntem Werk thematisiert hat. Ergänzend dazu werde ich mich sowohl auf Brezinkas später veröffentlichtes Buch „Grundbegriffe der Erziehungswissenschaft“, als auch auf Literatur anderer Autoren beziehen. Der Grund dieses Vorgehens liegt darin, dass Brezinka sehr häufig auf die wissenschaftstheoretischen Positionen seiner Zeit zurückgreift. Da er diese allerdings meist nur in sehr komprimierter Form referiert, ist der Blick in die eine oder andere Zusatzliteratur nahezu unumgänglich.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ziele und sprachliche Merkmale der Pädagogik

2.1 Der pragmatisch-zielorientierte Zugang

2.2 Der sprachanalytische Zugang

3 Ziele und sprachliche Merkmale der Erziehungswissenschaft

3.1 Wissenschaftliche Theorien

3.2 Wissenschaftliche Hypothesen als zentrale Bestandteile von Theorien

4 Methodologische Probleme der frühen empirischen Erziehungswissenschaft und deren Lösung

4.1 Das Wissenschaftsverständnis des Naiven Empirismus

4.2 Poppers Falsifikationismus

5 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, in Wolfgang Brezinkas wissenschaftstheoretische Analyse der Erziehungswissenschaft einzuführen und dabei insbesondere seine Abgrenzung gegenüber einer alltagsbasierten Pädagogik sowie seine methodologischen Überlegungen zur empirischen Theoriebildung darzustellen.

  • Wissenschaftstheoretische Fundierung der Erziehungswissenschaft
  • Abgrenzung zwischen Pädagogik und Erziehungswissenschaft
  • Struktur und Merkmale wissenschaftlicher Theorien
  • Kritische Analyse des "Naiven Empirismus"
  • Bedeutung von Poppers Falsifikationismus für die erziehungswissenschaftliche Forschung

Auszug aus dem Buch

3.2 Wissenschaftliche Hypothesen als zentrale Bestandteile von Theorien

Brezinka betrachtet wissenschaftliche Hypothesen als zentrale Bestandteile einer jeden wissenschaftlichen Theorie (vgl. Brezinka 1971, S. 52 f.). Dennoch sind seine Ausführungen bezüglich der Frage, was genau unter einer Hypothese zu verstehen sei eher allgemein gehalten und aus wissenschaftstheoretischer Sicht letztlich unbefriedigend. Aus diesem Grund werde ich Brezinkas Ausführungen um einige Komponenten aus der neueren Literatur ergänzen und versuchen, dadurch eine akzeptable Antwort auf obige Frage zu geben.

Brezinka bezeichnet wissenschaftliche Hypothesen zunächst als Aussagen, in denen eine „Wenn-dann-Beziehung“ zum Ausdruck komme. Anders ausgedrückt heißt dies, wissenschaftliche Hypothesen treten in Form von Konditionalsätzen auf (vgl. Brezinka 1971, S. 52). Dass diese Charakterisierung noch nicht hinreichend präzise ist, kann man sich an folgendem Beispielsatz exemplarisch verdeutlichen: „Wenn ein Vampir einen Menschen beißt, so kann es sein, dass dieser sich ebenfalls in einen Vampir verwandelt“. Zwar handelt es sich der Form nach um einen Konditionalsatz, intuitiv würde man seine Wissenschaftlichkeit allerdings sofort in Frage stellen. Laut Jürgen Bortz und Nicola Döring dürfe sich eine wissenschaftliche Hypothese ausschließlich auf reale und empirisch untersuchbare Sachverhalte beziehen (vgl. Bortz & Döring 2009, S. 4). Obiger Beispielsatz bringt zwar einen Sachverhalt, aber soweit wir wissen, keinen realen Sachverhalt zum Ausdruck (denn bisher existierten Vampire lediglich als menschliche Fantasiegebilde in Filmen oder Büchern). Als weiteres Kriterium wird die potenzielle Falsifizierbarkeit gefordert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Brezinkas Anliegen ein, die Pädagogik als Alltagspraxis von einer empirisch fundierten Erziehungswissenschaft abzugrenzen.

2 Ziele und sprachliche Merkmale der Pädagogik: Das Kapitel analysiert die Pädagogik sowohl als praktische Erziehungslehre (pragmatisch-zielorientierter Zugang) als auch anhand ihrer sprachlichen Mängel (sprachanalytischer Zugang).

3 Ziele und sprachliche Merkmale der Erziehungswissenschaft: Hier werden die Anforderungen an wissenschaftliche Theorien und die zentrale Rolle von Hypothesen für die empirische Forschung dargelegt.

4 Methodologische Probleme der frühen empirischen Erziehungswissenschaft und deren Lösung: Dieser Abschnitt thematisiert die Schwächen des Naiven Empirismus und zeigt mit Poppers Falsifikationismus einen Weg zur kritischen Überprüfung wissenschaftlicher Aussagen auf.

5 Zusammenfassung: Die Arbeit rekapituliert Brezinkas zentrales Bestreben, das pädagogische Wissen in eine präzise, empirische Wissenschaft zu überführen.

Schlüsselwörter

Wolfgang Brezinka, Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Wissenschaftstheorie, Naiver Empirismus, Falsifikationismus, Karl R. Popper, wissenschaftliche Theorien, wissenschaftliche Hypothesen, Induktionsproblem, empirische Forschung, Sprachanalyse, Erziehungsbegriff, Deduktion, Theoriebildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der wissenschaftstheoretischen Grundlegung der Erziehungswissenschaft nach Wolfgang Brezinka und dessen Abgrenzung zur traditionellen Pädagogik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die sprachlichen Merkmale von Pädagogik und Erziehungswissenschaft, die Struktur wissenschaftlicher Theorien sowie die Probleme der empirischen Forschung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, in Brezinkas wissenschaftstheoretische Analyse einzuführen und zentrale Aspekte wie den Naiven Empirismus und die Rolle von Hypothesen zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftstheoretischen Analyse und Literaturarbeit, die Brezinkas Werk mit ergänzenden Positionen, etwa von Popper oder Bortz und Döring, in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Unterschiede zwischen Pädagogik und Erziehungswissenschaft, die Definition von Theorien und Hypothesen sowie methodologische Herausforderungen der empirischen Forschung diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Brezinka, Erziehungswissenschaft, Falsifikationismus, Wissenschaftstheorie und Empirie charakterisiert.

Warum hält Brezinka die Pädagogik für keine Wissenschaft?

Brezinka argumentiert, dass die Pädagogik aufgrund ihrer Herkunft aus der Alltagserfahrung und ihrer vagen, normativen sowie emotiven Sprache methodologischen Anforderungen an eine Wissenschaft nicht genügt.

Was unterscheidet eine deterministische von einer statistischen Hypothese?

Eine deterministische Hypothese behauptet einen ausnahmslosen Zusammenhang ("wenn-dann-immer"), während eine statistische Hypothese Aussagen über Wahrscheinlichkeiten trifft.

Was ist das Problem beim Naiven Empirismus laut Brezinka?

Brezinka kritisiert am Naiven Empirismus unter anderem die Annahme einer voraussetzungslosen Beobachtung sowie das ungelöste Induktionsproblem beim Versuch, aus Einzelfällen allgemeine Gesetze abzuleiten.

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Details

Title
Ausgewählte Themen aus Brezinkas wissenschaftstheoretischer Grundlegung der Erziehungswissenschaft
College
University of Erfurt  (Erziehungswissenschaft (Schul- und Grundschulpädagogik))
Course
Von der Pädagogik zur Erziehungswissenschaft
Grade
1,0
Author
Robin Scheller (Author)
Publication Year
2013
Pages
17
Catalog Number
V294516
ISBN (eBook)
9783656921981
ISBN (Book)
9783656921998
Language
German
Tags
Wissenschaftstheorie Brezinka empirische Erziehungswissenschaft Wissenschaftsheorie der Erziehungswissenschaft Kritischer Rationalismus Wolfgang Brezinka
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robin Scheller (Author), 2013, Ausgewählte Themen aus Brezinkas wissenschaftstheoretischer Grundlegung der Erziehungswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/294516
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