Mehr als vierzig Jahren sind seit der Veröffentlichung eines der wichtigsten Modelle der Finanzmarktökonomie, nämlich das Capital Asset Pricing Modell (CAPM), vergangen. Ausgehend von seinen Modellannahmen über das Verhalten der Investoren und die Kapitalmarktstruktur gelingt es ihm eine intuitive Erklärung über die erwarteten Renditen risikobehafteter Investitionsanlagen zu liefern. Abgesehen von der Kritik in Bezug auf die Problematik seiner Anwendung, leistet es einen guten Beitrag zur Bestimmung von Kapitalkosten und damit auch zur Bewertung von Investitionen oder Unternehmen.
Praktisch verursacht die Anwendung des CAPM kontroverse Diskussionen sowohl in Bezug auf die Annahmen, die weder mit der Realität noch mit dem Marktportefeuille vereinbar sind. Darüber hinaus lassen sich die zukünftigen Werte der erwarteten Renditen nicht einfach berechnen und müssen deshalb auf Basis Vergangenheitsdaten geschätzt werden. Die bisherigen empirischen Studien stützen wenig dieses Modell. Aus diesem Grund werden in der Literatur unterschiedlichen Faktor – Modelle vorgeschlagen, die zur Operationalisierung des CAPM im Rahmen einer praxisorientierten Anwendung beitragen sollen.
Das Hauptziel der folgenden Arbeit liegt darin, eine möglichst präzise Erklärung erwarteter Renditen anhand empirischer Untersuchungen zu liefern. Dazu werden als erstes die Grundidee des CAPM und die daraus folgenden Implikationen für Schätzung der Kapitalkosten erläutert. Weiterhin wird die Methode der Kleinsten Quadrate als geeignetes Schätzverfahren zukünftiger Betafaktoren vorgestellt. Es werden die zentralen Annahmen dieser Methode, deren möglichen Verletzungen und die sich daraus ergebende Folgen für das geschätzte Modell näher betrachtet. Anschließend werden zwei praktischen Fallstudien zur Schätzung des Betafaktors durchgeführt und das CAPM auf seine Gültigkeit überprüft.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Ziel und Aufbau der Arbeit
- Das CAPM
- Modellannahmen
- Eigenkapitalkosten und CAPM
- Bisherige empirische Testergebnisse zum CAPM
- Schätzung des ẞ- Faktors
- Das lineare Regressionsmodell
- Modellannahmen
- Kleinste Quadrate Methode (OLS)
- Varianz der Residuen
- Signifikanztest (t - Test)
- Bestimmtheitsmaß
- Annahmenverletzungen
- Heteroskedastizität
- White Teste
- Lösungsmöglichkeiten bei Heteroskedastizität
- Autokorrelation
- Durbin - Watson Test
- Lösungsmöglichkeiten
- Stationarität
- Dickey – Fuller – Test
- Empirische Anwendungen
- Die Schätzung des Betafaktors der Commerzbank AG
- Die Schätzung des Betafaktors der BMW AG
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Capital Asset Pricing Model (CAPM)?
Das CAPM ist ein Modell der Finanzmarktökonomie zur Erklärung erwarteter Renditen risikobehafteter Anlagen und zur Bestimmung von Kapitalkosten.
Welche Funktion hat der Beta-Faktor im CAPM?
Der Beta-Faktor misst das systematische Risiko einer Investition im Verhältnis zum Gesamtmarkt.
Wie wird der Beta-Faktor in der Praxis geschätzt?
In der Regel wird die Methode der kleinsten Quadrate (OLS) in einem linearen Regressionsmodell auf Basis von Vergangenheitsdaten angewendet.
Welche Kritikpunkte gibt es am CAPM?
Kritisiert werden die realitätsfernen Annahmen, die Instabilität der Betafaktoren und die mangelnde empirische Bestätigung in vielen Studien.
Was versteht man unter Heteroskedastizität in diesem Kontext?
Es handelt sich um eine Verletzung der Modellannahmen, bei der die Varianz der Residuen nicht konstant ist, was die Schätzergebnisse beeinträchtigen kann.
Welche Unternehmen werden in den Fallstudien untersucht?
Die Arbeit führt empirische Schätzungen für die Commerzbank AG und die BMW AG durch.
- Arbeit zitieren
- Yordanka Voynova (Autor:in), 2010, Kapitalkostenschätzung auf Basis des Capital Asset Pricing Model (CAPM) nach Sharpe, Lintner und Mossin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/293395