Die Menschen nutzen das Internet zunehmend für Informationsbeschaffung, Unterhaltung und Kommunikation. Beispielsweise nutzen die meisten Facebook-Nutzer das Medium mehrmals am Tag, um nach Aktualisierungen und Nachrichten zu schauen (vgl. Debatin 2009, S. 14). Bei der Herausbildung von Identität spielen die Medien eine entscheidende Rolle. Vor allem auf Social Network Sites (SNS) können sich die Jugendlichen (12 bis 18 Jahre), alleine oder in Gruppen, in neuen Rollen ausprobieren sowie sich zu aktuellen Themen positionieren (vgl. Tillmann 2006, S. 33).
Wir leben in einer Mediengesellschaft, die zahlreiche Chancen mit sich bringt, jedoch genauso viele Herausforderungen birgt, vor allem was moralisch korrekte Handlungen betrifft. Online-Medien bieten etliche neue Möglichkeiten für die Wissenschaft. So stellen SNS der Kommunikations- und Sozialforschung eine Reihe neuer Instrumente zur Verfügung, beispielsweise für die Analyse der sozialen Welt der Nutzer. Doch in diesem Zusammenhang stellt sich die ethische Frage danach, wie weit die Forschung gehen darf (vgl. Beck 2010, S. 152). Darf man in die Privatsphäre der Nutzer eindringen und das eventuell mit Hilfe eines „Fake-Accounts“, um wissenschaftliche Fragen zu beantworten?
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 1.1 Medialisierung der Gesellschaft
- 1.2 Einführung in die Problematik der Arbeit
- 2. Funktionen des Profilbildes
- 3. Klassifikation der Profilbilder
- 4. Kommunikationsfreiheit
- 4.1 Schutz der Kommunikationsfreiheit
- 4.2 Mögliche Gefahren
- 4.2.1 Identität und das Internet
- 4.2.2 Freiheit und Kontrolle
- 5. Privatsphäre als ethischer Schutzbereich
- 5.1 Privatheit vs. Öffentlichkeit
- 5.2 Transformation der Öffentlichkeit durch das Internet: Das Konzept der veröffentlichten Privatheit
- 6. Schlussbetrachtungen
- 6.1 Zusammenfassung des ethischen Problems
- 6.2 Eigene Positionierung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die ethischen Herausforderungen, die sich aus der Selbstdarstellung von Jugendlichen auf Social Network Sites (SNS) ergeben, insbesondere im Kontext von Profilbildern. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Frage, wie weit die Kommunikationsfreiheit im digitalen Raum gedeihen kann, ohne die Privatsphäre der Nutzer zu beeinträchtigen.
- Funktionen des Profilbildes als Kommunikationsakt
- Klassifikation der Profilbilder und deren Bedeutung für die Selbstdarstellung
- Konflikt zwischen Kommunikationsfreiheit und Datenschutz im Kontext von Profilbildern
- Veröffentlichung der Privatheit und die Transformation des Begriffs "Öffentlichkeit" im Internet
- Ethische Implikationen der Selbstdarstellung und der Verwendung von Profilbildern
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 führt in die Problematik der Arbeit ein und beleuchtet die Medialisierung der Gesellschaft und die Rolle von Social Network Sites bei der Identitätsbildung von Jugendlichen. Kapitel 2 analysiert die Funktionen des Profilbildes als Kommunikationsakt und Werkzeug der Selbstdarstellung. Kapitel 3 bietet eine Klassifikation von Profilbildern, um die verschiedenen Arten der visuellen Selbstdarstellung zu verstehen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themenfeldern Medienethik, Selbstdarstellung, Social Network Sites, Profilbilder, Kommunikationsfreiheit, Privatsphäre, veröffentlichte Privatheit und Identität. Besonderes Augenmerk liegt auf der ethischen Dimension der Online-Kommunikation und der Bedeutung von Profilbildern als Kommunikationsakt und Mittel der Selbstdarstellung.
- Citation du texte
- Olga Karrasch (Auteur), 2013, Veröffentlichte Privatheit. Selbstinszenierung Jugendlicher auf SNS durch Profilbilder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/288289