Muskelkrafttraining ist heute eine der populärsten Trainingsmethoden im Fitnessbzw. Konditionstraining der Erwachsenen. Einerseits soll die sportartspezifische
Leistung verbessert werden, andererseits dient das Krafttraining der allgemeinen körperlichen Leistungsverbesserung. Auch im Leistungssport, bspw. im Tennis, ist Krafttraining als ein fester Bestandteil des Trainingsalltags obligatorisch geworden. Lange Zeit hielt sich aber die Meinung, dass ein im Kindes- und Jugendalter
durchgeführtes Krafttraining schädlich sei für die Entwicklung des noch im Wachstum befindlichen Organismus (vgl. Fröhlich, 2013, S. 6f.). In letzter Zeit hat sich diese Sichtweise allerdings stark verändert. Siewers (2001, S. 55f.) schreibt dazu:
"Betrachtet man die wissenschaftliche Forschung der letzten 10 Jahre, so diskutiert niemand mehr die generelle Legitimation eines Krafttrainings für Kinder und Jugendliche."
Vielmehr wird sich heut zu Tage darauf konzentriert, welche speziellen Effekte, Nutzen und Risiken ein Krafttraining für Kinder und Jugendliche haben kann. Immer im Hinterkopf sollten dabei die physiologischen Unterschiede zwischen Kindern und Erwachsenen bleiben, welche speziell diese Auseinandersetzung im Bereich des Kindes- und Jugendalters rechtfertigen. Weiter hat das gesellschaftliche Interesse an diesen Fragestellungen enorm zugenommen, was seine Begründung auch darin findet, dass gleichzeitig der schlechter werdende Gesundheitszustand der Jugendlichen, durch zu wenig Bewegung im Alltag, mehr und mehr ins Blickfeld rückt.
Die vorliegende Arbeit soll den Nutzen eines angemessen durchgeführten Krafttrainings bei Kindern und Jugendlichen verdeutlichen und zusätzlich Fragen nach zu berücksichtigenden Besonderheiten, potentiellen Risiken sowie Richtlinien für die Trainingspraxis beantworten. Weiter sollen modulare Kraftzirkelübungen für die Schule entwickelt werden, die auch in unterschiedlichen Klassenstufen angewendet
werden können. Um diesen Erkenntnisgewinn zu erzielen ist es vorweg von Nöten, den Begriff des Krafttrainings näher zu bestimmen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Krafttraining im Kindes- und Jugendalter - Begriffsbestimmung
- 3. Warum ist Krafttraining bereits im Kindes- und Jugendalter notwendig?
- 4. Krafttraining und physiologische Voraussetzungen im Kindes- und Jugendalter
- 4.1 Die Entwicklung der Muskeln
- 4.2 Die Entwicklung der Knochen
- 5. Vorteile eines angemessenen Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter
- 6. Risiken eines Krafttrainings im Kindes- und Jugendalters
- 7. Methodik und Trainingspraxis
- 8. Kraftzirkelübungen für die Schule
- 8.1 Vorbemerkungen
- 8.2 Kraftzirkel - Übungen und Hinweise
- 9. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht den Nutzen und die Risiken von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter. Sie beleuchtet die physiologischen Voraussetzungen, entwickelt methodische Ansätze und präsentiert praktische Kraftzirkelübungen für den Schulsport. Der Fokus liegt auf der angemessenen Gestaltung des Krafttrainings unter Berücksichtigung der altersbedingten Besonderheiten.
- Definition und Arten von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter
- Physiologische Voraussetzungen und altersbedingte Besonderheiten
- Nutzen und Vorteile eines angepassten Krafttrainings
- Risiken und mögliche negative Auswirkungen
- Methodische Ansätze und praktische Übungen für den Schulsport
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Krafttraining im Kindes- und Jugendalter ein und stellt den aktuellen Forschungsstand dar. Sie beschreibt den Wandel der Wahrnehmung von Krafttraining im Kindesalter von vermeintlich schädlich zu einer anerkannten und wichtigen Methode der Gesundheitsförderung und Leistungsverbesserung. Der gesellschaftliche Hintergrund, geprägt von zunehmenden Bewegungsmangel und daraus resultierenden Gesundheitsproblemen bei Kindern und Jugendlichen, wird hervorgehoben. Die Arbeit formuliert ihre Zielsetzung, den Nutzen von angemessenem Krafttraining zu verdeutlichen und Fragen zu Besonderheiten, Risiken und Trainingspraxis zu beantworten.
2. Krafttraining im Kindes- und Jugendalter - Begriffsbestimmung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Krafttraining aus sportwissenschaftlicher Sicht. Es unterscheidet zwischen verschiedenen Kraftarten (Maximalkraft, Schnellkraft, Kraftausdauer, Reaktivkraft) und erläutert die verschiedenen Formen der Muskelarbeit (statisch, dynamisch-konzentrisch, dynamisch-exzentrisch, konzentrisch-exzentrisch). Es wird klargestellt, dass Krafttraining im Kindes- und Jugendalter nicht mit Bodybuilding gleichzusetzen ist, sondern vielmehr die altersgerechte und physiologische Entwicklung des Kindes berücksichtigt. Das Kapitel legt den Fokus auf die Trainierbarkeit der Muskulatur und die Vermeidung von Schädigungen des passiven Bewegungsapparates.
3. Warum ist Krafttraining bereits im Kindes- und Jugendalter notwendig?: Dieses Kapitel beleuchtet die Notwendigkeit von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter aufgrund von verbreiteter körperlicher Unterforderung und zunehmendem Bewegungsmangel. Es werden die negativen Folgen wie Adipositas, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Beschwerden thematisiert. Statistiken zur Häufigkeit von Haltungsschwäche und Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen untermauern die Argumentation für den Einsatz von Krafttraining als präventive Maßnahme. Der zunehmende Nachmittagsunterricht wird als ein weiterer Faktor für den Bewegungsmangel genannt.
4. Krafttraining und physiologische Voraussetzungen im Kindes- und Jugendalter: Dieses Kapitel befasst sich mit den physiologischen Voraussetzungen für Krafttraining im Kindes- und Jugendalter. Es werden die Entwicklung der Muskeln und der Knochen im Detail beschrieben, um ein fundiertes Verständnis für die altersbedingten Unterschiede in der Trainierbarkeit zu schaffen. Diese physiologischen Aspekte bilden die Grundlage für die Entwicklung von altersgerechten Trainingsmethoden und -programmen. Die Kapitelteile 4.1 und 4.2 bilden zusammen eine umfassende Grundlage für das Verständnis der physiologischen Entwicklung im Zusammenhang mit Krafttraining.
5. Vorteile eines angemessenen Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter: Der Fokus dieses Kapitels liegt auf den Vorteilen eines angemessenen Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter. Es werden die positiven Effekte auf die körperliche Fitness, die Gesundheit und die motorischen Fähigkeiten detailliert dargestellt. Der Zusammenhang zwischen Krafttraining und der Prävention von Zivilisationskrankheiten wird hervorgehoben. Dieses Kapitel bietet eine umfassende Abwägung der positiven Aspekte von Krafttraining im Kontext der Kindes- und Jugendentwicklung.
6. Risiken eines Krafttrainings im Kindes- und Jugendalters: Hier werden die potenziellen Risiken von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter erörtert. Es wird betont, dass die Risiken durch eine fachgerechte Anleitung und ein altersgerechtes Training minimiert werden können. Das Kapitel stellt die Bedeutung einer individuellen Anpassung des Trainingsprogramms an die Fähigkeiten und Bedürfnisse des Kindes heraus. Die Vermeidung von Überlastung und die richtige Ausführung der Übungen sind zentrale Aspekte der Risikominderung.
7. Methodik und Trainingspraxis: Dieses Kapitel beschreibt die Methodik und Praxis des Krafttrainings im Kindes- und Jugendalter. Es werden konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Trainingsplänen, zur Auswahl geeigneter Übungen und zur korrekten Ausführung gegeben. Das Kapitel bietet somit praxisrelevante Hilfestellungen für Trainer und Übungsleiter.
8. Kraftzirkelübungen für die Schule: Dieses Kapitel präsentiert konkrete Kraftzirkelübungen, die speziell für den Schulsport entwickelt wurden. Es enthält detaillierte Beschreibungen der Übungen, Hinweise zur Durchführung und Vorschläge zur Anpassung an unterschiedliche Klassenstufen. Die Übungen sind so konzipiert, dass sie auch ohne spezielle Geräte durchgeführt werden können und somit einfach in den Schulsport integriert werden können. Die Vorbemerkungen im Unterkapitel 8.1 dienen als Einführung und bieten weitere wichtige Hinweise zur Durchführung der Kraftzirkelübungen.
Schlüsselwörter
Krafttraining, Kinder, Jugendliche, Muskelentwicklung, Knochengrowth, physiologische Voraussetzungen, Risiken, Vorteile, Methodik, Trainingspraxis, Kraftzirkel, Schulsport, Gesundheit, Prävention, Bewegungsmangel, Adipositas, Haltungsschäden.
Krafttraining im Kindes- und Jugendalter: Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Inhalt dieser Arbeit?
Diese Arbeit untersucht umfassend den Nutzen und die Risiken von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter. Sie beinhaltet eine Einleitung, eine genaue Begriffsbestimmung von Krafttraining, die Notwendigkeit von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter, die physiologischen Voraussetzungen (Muskel- und Knochenentwicklung), die Vorteile und Risiken, methodische Ansätze, praktische Kraftzirkelübungen für den Schulsport und ein abschließendes Fazit. Der Fokus liegt auf der altersgerechten Gestaltung des Krafttrainings.
Welche Themen werden im Detail behandelt?
Die Arbeit behandelt folgende Themen im Detail: Definition und Arten von Krafttraining im Kindes- und Jugendalter, physiologische Voraussetzungen und altersbedingte Besonderheiten, Nutzen und Vorteile eines angepassten Krafttrainings, Risiken und mögliche negative Auswirkungen, methodische Ansätze und praktische Übungen für den Schulsport.
Warum ist Krafttraining im Kindes- und Jugendalter notwendig?
Krafttraining ist im Kindes- und Jugendalter notwendig, um dem verbreiteten Bewegungsmangel und körperlicher Unterforderung entgegenzuwirken. Es hilft, negative Folgen wie Adipositas, Haltungsschäden und Herz-Kreislauf-Beschwerden zu vermeiden. Der zunehmende Nachmittagsunterricht verstärkt den Bewegungsmangel, was die Notwendigkeit von Krafttraining unterstreicht.
Welche physiologischen Voraussetzungen müssen beachtet werden?
Die Arbeit beschreibt detailliert die Entwicklung der Muskeln und Knochen im Kindes- und Jugendalter. Dieses Verständnis der altersbedingten Unterschiede in der Trainierbarkeit ist die Grundlage für altersgerechte Trainingsmethoden und -programme.
Welche Vorteile bietet angemessenes Krafttraining?
Angemessenes Krafttraining fördert die körperliche Fitness, die Gesundheit und die motorischen Fähigkeiten. Es wirkt präventiv gegen Zivilisationskrankheiten.
Welche Risiken bestehen beim Krafttraining im Kindes- und Jugendalter?
Die Arbeit erörtert potenzielle Risiken, betont aber, dass diese durch fachgerechte Anleitung und altersgerechtes Training minimiert werden können. Individuelle Anpassung des Trainingsprogramms und die richtige Ausführung der Übungen sind entscheidend.
Welche Methodik und Trainingspraxis wird empfohlen?
Die Arbeit gibt konkrete Empfehlungen zur Gestaltung von Trainingsplänen, zur Auswahl geeigneter Übungen und deren korrekter Ausführung. Sie bietet praxisrelevante Hilfestellungen für Trainer und Übungsleiter.
Welche Kraftzirkelübungen werden vorgestellt?
Die Arbeit präsentiert spezielle Kraftzirkelübungen für den Schulsport, die detailliert beschrieben sind, Hinweise zur Durchführung enthalten und an unterschiedliche Klassenstufen angepasst werden können. Die Übungen benötigen keine speziellen Geräte.
Welche Schlüsselwörter beschreiben den Inhalt?
Schlüsselwörter sind: Krafttraining, Kinder, Jugendliche, Muskelentwicklung, Knochengrowth, physiologische Voraussetzungen, Risiken, Vorteile, Methodik, Trainingspraxis, Kraftzirkel, Schulsport, Gesundheit, Prävention, Bewegungsmangel, Adipositas, Haltungsschäden.
- Arbeit zitieren
- Andreas Gröger (Autor:in), 2013, Krafttraining im Kindes- und Jugendalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285750