Auf die Frage „Zerstört Mission Kulturen?“, würde man heute sicherlich in nicht-christlichen und christlichen Kreisen die Antwort „Ja, Mission zerstört Kulturen!“ hören. Schon allein der Begriff Mission hat einen negativen Beigeschmack und das Eingreifen der Christen in eine fremde Kultur kann demnach nur zerstörerisch sein. Doch woher kommen diese Vorstellungen und diese negativen Assoziationen? Sind es demnach wirklich nur Vorstellungen oder zerstört die christliche Mission tatsächlich Kulturen, wenn man sie genauer unter die Lupe nimmt. Diese Seminararbeit soll eine Problemerörterung zu diesem Thema sein und diese und andere Fragen diesbezüglich klären.
Zunächst werden die Begriffe Mission und Kultur definiert und ihre Inhalte, Begründung und Eigenschaften erläutert und das Verhältnis zueinander angeschaut. Als nächstes folgt Gottes Sicht zur Beziehung zwischen Mission und Kultur.
Struktur des Inhalts
1 AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM BEGRIFF „MISSION“
1.1 DEFINITION MISSION
1.1.1 SÄKULARE DEFINITION
1.1.2 BIBLISCHE DEFINITION
1.2 MISSIO DEI ALS URSPRUNG, FUNDAMENT UND BEGRÜNDUNG DER MISSION
1.3 DER INHALT DER MISSION
1.3.1 KRITIK: ÜBERNAHME DER WESTLICHEN KULTUR
1.3.2 DAS DREI-KULTUREN-MODELL DER MISSIONSKOMMUNIKATION
1.3.3 BIBLISCHE BEGRÜNDUNG DER KULTURELLEN ÜBERSETZUNG
1.3.4 GANZHEITLICH
1.4 KRITIK AN DER MISSION
2 AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM BEGRIFF „KULTUR“
2.1 DEFINITION KULTUR
2.1.1 SÄKULARE DEFINITION
2.1.2 KULTUR ALS STRATEGIEN ZUR DASEINSBEWÄLTIGUNG
2.2 SCHICHTEN EINER KULTUR
2.3 DIE VERÄNDERBARKEIT VON KULTUR
2.4 FOLGERUNGEN FÜR DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN MISSION UND KULTUR
2.4.1 SENSIBILISIERUNG FÜR DIE KULTUR
2.4.2 VERÄNDERUNG DER KULTUR
2.4.3 ABSICHTEN DER MISSION
2.4.4 UNTER GOTTES AUTORITÄT
3 MISSION UND KULTUR
3.1 GOTT UND KULTUR
3.1.1 GOTT UND DIE VERÄNDERUNG DER KULTUR
3.1.2 KULTURGESTALTUNG ALS GOTTES AUFTRAG (GEN 1,28)
4 DISKUSSION: ZERSTÖRT MISSION KULTUREN?
4.1 EINFLUSS DER WESTLICHEN KULTUR
4.2 ZERSTÖRUNG DES FRIEDLICHEN ZUSAMMENLEBENS
4.3 KRITIK AN DER ENTWICKLUNGSHILFE
4.4 ERHALTUNG DER KULTUR
4.5 ZERSTÖRUNG NEIN – VERÄNDERUNG JA
4.6 FAZIT
5 FOLGERUNGEN FÜR EINEN KULTURÜBERGREIFENDEN DIENST
5.1 ANPASSUNG
5.2 KOMMUNIKATION
5.3 VOLKSBEKEHRUNGEN ANSTATT EINZELBEKEHRUNGEN
5.4 VERÄNDERUNG
5.5 VORSICHT VOR SYNKRETISMUS
5.6 GEMEINDEARBEIT DER EINHEIMISCHEN
6 SCHLUSS
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die verbreitete Vorwurfshaltung, dass christliche Mission fremde Kulturen zerstöre. Ziel ist es, durch eine definitorische und theologische Analyse des Verhältnisses von Mission und Kultur aufzuzeigen, dass Mission primär auf Veränderung durch Gottes Wort und Geist abzielt, anstatt auf die destruktive Vernichtung kultureller Identitäten.
- Biblische und säkulare Begriffsbestimmung von Mission und Kultur
- Das Modell der interkulturellen Kommunikation in der Mission
- Theologische Einordnung von Kulturgestaltung und dem sogenannten Kulturauftrag
- Diskussion aktueller Kritikpunkte wie westliche Dominanz und Zerstörung sozialer Strukturen
- Praktische Implikationen für einen sensiblen, kulturübergreifenden Missionsdienst
Auszug aus dem Buch
1.3.2 Das Drei-Kulturen-Modell der Missionskommunikation
Das Drei-Kultur-Modell soll bei der Kommunikation in der Mission helfen. Dabei steht der Missionar in der Mitte und schaut in zwei Richtungen: auf das Wort Gottes und seine Kultur und auf die Kultur des Missionslandes (vgl. Grafik 1).
Der Missionar hat die Verantwortung das Wort Gottes gut zu kennen und es wiederzugeben. Damit ist er ein Überbringer der göttlichen Botschaft. Aber er hat auch die Verantwortung die Botschaft auf eine Art und Weise zu übermitteln, sodass die fremden Völker die Aussagen verstehen. Dabei entschlüsselt er die biblische Botschaft und überträgt sie auf die Missionskultur, sodass sie relevant und lebensnah für ihr Leben wird (vgl. Grafik 2).
Zusammenfassung der Kapitel
1 AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM BEGRIFF „MISSION“: Definiert Mission als biblische Sendung und Missio Dei, wobei die Notwendigkeit ganzheitlicher Vermittlung unter Berücksichtigung kultureller Kontexte betont wird.
2 AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM BEGRIFF „KULTUR“: Analysiert Kultur als erlernte Strategie zur Daseinsbewältigung und unterteilt sie in verschiedene Schichten, wobei die grundsätzliche Veränderbarkeit betont wird.
3 MISSION UND KULTUR: Erörtert das biblische Verständnis von Kultur als von Gott gewollte Vielfalt und thematisiert den Kulturauftrag zur Kultivierung der Erde unter Gottes Anleitung.
4 DISKUSSION: ZERSTÖRT MISSION KULTUREN?: Setzt sich kritisch mit Vorwürfen wie westlicher Dominanz und der Zerstörung sozialer Gefüge auseinander und argumentiert, dass Mission eher eine notwendige Transformation als eine Zerstörung bewirkt.
5 FOLGERUNGEN FÜR EINEN KULTURÜBERGREIFENDEN DIENST: Leitet praktische Konsequenzen für Missionare ab, darunter die Notwendigkeit von interkultureller Kompetenz, Gruppenbekehrungen und die Einbindung Einheimischer.
6 SCHLUSS: Fasst zusammen, dass Mission zwar Kulturen verändert, jedoch nicht deren Zerstörung intendiert, und betont die fortwährende Verantwortung der Missionare.
Schlüsselwörter
Mission, Kultur, Missio Dei, Drei-Kultur-Modell, Kulturauftrag, Evangelium, Interkulturelle Kommunikation, Volksbekehrung, Synkretismus, Biblische Begründung, Ganzheitliche Mission, Kulturveränderung, Transformationsprozess, Missionskritik, Gemeindearbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die kritische Frage, ob die christliche Mission fremde Kulturen aktiv zerstört oder ob es sich dabei um ein Missverständnis handelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit fokussiert sich auf die biblischen und säkularen Definitionen von Mission und Kultur, deren Wechselbeziehung sowie die Diskussion um kulturelle Identität und Veränderung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, durch die Analyse der Beweggründe und der theologischen Basis von Mission aufzuzeigen, dass Mission nicht die Vernichtung fremder Kulturen beabsichtigt, sondern deren biblisch begründete Veränderung.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Problemerörterung, die auf der Auswertung missiologischer Literatur und biblischer Texte basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen auch konkrete Kritikpunkte wie die Übernahme westlicher Kultur und die Zerstörung sozialer Strukturen in den Zielländern diskutiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Missio Dei", "Kulturauftrag", "Drei-Kultur-Modell", "Transformation" und "kulturelle Sensibilität".
Wie definiert das Dokument den Begriff Kultur?
Kultur wird hier nicht als statisches Gebilde, sondern als erlernbare "Strategie zur Daseinsbewältigung" verstanden, die tief in Werten und Überzeugungen verwurzelt ist.
Was bedeutet das "Drei-Kultur-Modell" im Kontext der Arbeit?
Es beschreibt die kommunikative Brückenfunktion des Missionars, der zwischen der Kultur der Bibel und der Kultur des Missionslandes vermitteln muss.
Warum betont die Autorin die Bedeutung von Volksbekehrungen?
Gruppenbekehrungen sollen die Isolation des Einzelnen verhindern und sicherstellen, dass der Glaube innerhalb des gewohnten sozialen Gefüges gelebt werden kann.
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- Helena Krez (Autor), 2010, Mission und Kultur. Zerstört Mission Kulturen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283119