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Fundament der Demokratie. Das Wahlrecht auf der zentralen staatlichen Ebene in Deutschland seit 1871

Title: Fundament der Demokratie. Das Wahlrecht auf der zentralen staatlichen Ebene in Deutschland seit 1871

Term Paper , 2013 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Regina Pahling (Author)

Politics - Basics and General
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Das allgemeine Wahlrecht ist eine der großen historischen Errungenschaften des 19. Jh. und gehört zu den Grundpfeilern der parlamentarischen Demokratie, in der wir heute leben. Die Wahrnehmung des Wahlrechts ist eine der Selbstverständlichkeiten der politischen Partizipation der Bundesbürger, jedoch gerät häufig in Vergessenheit, dass dieses Wahlrecht hart erkämpft werden musste. Der Kampf um das allgemeine Wahlrecht in Deutschland begann vor etwa 200 Jahren und fand erst mit den ersten freien gesamtdeutschen Wahlen 1990 ein Ende.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich in Form eines epocheübergreifenden Vergleichs mit der Entwicklung des Wahlrechts in Deutschland seit 1871. Nach der Einleitung werde ich zunächst die wichtigsten Begriffe klären und dann im Hauptteil die spezifischen Charakteristika des Wahlrechts und analog der Verfassungsentwicklung der entscheidenden Epochen (Kaiserreich, Weimarer Republik, Deutschland nach 1945) beschreiben, wobei die Betrachtungs- ebene zentral ist, d.h. ich beziehe mich hier auf Deutschland als Nationalstaat.
Zur Bearbeitung des Themas habe ich mir folgende Fragen gestellt, die mich durch die Arbeit leiten sollen: Wie hat sich das Wahlrecht in Deutschland seit 1871 entwickelt? Welche historischen Besonderheiten hatte das Wahlrecht in den einzelnen historischen Perioden? Welche Kontinuitäten können festgestellt werden und welche Brüche hat es gegeben? Welche Gemeinsamkeiten haben die einzelnen historischen Phasen im Bezug auf das Wahlrecht und was sind die wesentlichen Unterschiede?
Im Resümee werde ich das Wahlrecht der drei Epochen vergleichen, die Validität meiner Thesen prüfen und die Bedeutung des Wahlrechts für die Parlamentarisierung und Demokratisierung Deutschlands herausarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung: Thema, Methode und These

2 Begriffsklärung: Wahlrecht und Wahlsysteme

3 Unter geeinter Flagge: Wahlrecht im Kaiserreich 1871-1918

3.1 Die Geburtstunde des allgemeinen Wahlrechts: Das Frankfurter Paulskirchenparlament 1848/49

3.2 Auf dem Weg zur Deutschen Einheit: Wahlrecht im Norddeutschen Bund 1866-1870

3.3 Ungleichzeitige Teildemokratisierung: Wahlrecht im Deutschen Kaiserreich 1871 -1918

4 Auftakt zur Katastrophe: Wahlrecht in der Weimarer Republik 1918-1933

5 Scheinparlamentarismus im Führerstaat: Wahlrecht im Nationalsozialismus 1933-1945

6 Echte und scheinbare Demokratie: Wahlrecht in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg (seit 1945)

6.1 Zettel falten: Wahlrecht in der DDR (1949-1990)

6.2 Stabile Regierungen und wehrhafte Demokratie: Wahlrecht in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg (seit1945)

7 Vergleich und Resümee

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen epocheübergreifenden Vergleich der Entwicklung des Wahlrechts in Deutschland seit 1871 vorzunehmen. Dabei wird untersucht, wie sich das Wahlrecht in verschiedenen historischen Phasen entwickelt hat, welche Kontinuitäten und Brüche existieren und in welcher Korrelation das Wahlrecht zur Entwicklung demokratischer Verfassungen und zur Parlamentarisierung steht.

  • Historische Entwicklung des deutschen Wahlrechts seit 1871
  • Verhältnis von Wahlrecht, Verfassungsentwicklung und Parlamentarisierung
  • Vergleich der Wahlsysteme in Kaiserreich, Weimarer Republik und Bundesrepublik
  • Analyse der "Scheindemokratie" im Nationalsozialismus und der DDR
  • Bedeutung von Wahlen als demokratische Legitimationsgrundlage

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Geburtstunde des allgemeinen Wahlrechts in Deutschland: Das Frankfurter Paulskirchenparlament 1848/49

Am 18. Mai 1848 trat in der Frankfurter Paulskirche das erste gesamtdeutsche Parlament zusammen. Diesem historischen Ereignis war ein langes Ringen um die Einführung einer Verfassung im Deutschen Bund vorangegangen. Beeinflusst durch die europäischen Entwicklungen entstanden in den deutschen Staaten politische Bewegungen, die die Staatsform der absolutistischen Monarchie abschaffen und das nationale politische System modernisieren wollten.

Ende März 1848 hatte das sogenannte Vorparlament die Wahl zur „Deutschen Verfassungsgebenden Nationalversammlung“ nach dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht und nach dem Prinzip der Mehrheitswahl angekündigt. Diese Wahl fand von Mitte April bis Mitte Mai 1848 statt und gilt als die erste demokratische Parlamentswahl in Deutschland.

Das Wahlrecht hatte Einschränkungen und war nach heute gültigem Recht nicht vollständig demokratisch: nur volljährige (25 Jahre) und selbständige Männer durften wählen, wenn sie nicht von Armenunterstützung lebten und nicht vorbestraft waren (85% der Männer). Frauen hatten kein Wahlrecht. Es war zudem eine indirekte Wahl, die auch nicht überall geheim stattfand.

Das Paulskirchenparlament erarbeitete eine Verfassung für eine konstitutionelle Erbmonarchie und ein Wahlgesetz. Die im März 1849 verabschiedete Verfassung stand auf vier Grundpfeilern, die noch heute Bestand haben: die Grundrechte, die Gewaltenteilung, die Rechtsstaatlichkeit und das allgemeine Wahlrecht in gleicher, geheimer und direkter Abstimmung.

Das Paulskirchenparlament scheiterte schließlich an der Weigerung des preußischen Königs, die Kaiserwürde für die konstitutionelle Monarchie anzunehmen.9 Dennoch ist es als erstes frei gewähltes Parlament ein Meilenstein der Geschichte der Demokratie in Deutschland. Die Verfassung trat zwar nie in Kraft, wurde aber dennoch zur Blaupause für die Verfassungen der Weimarer, der Bonner und heute der Berliner Republik.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Thema, Methode und These: Vorstellung der Forschungsfrage und der Thesen bezüglich der Korrelation von Wahlrecht und Verfassungsentwicklung.

2 Begriffsklärung: Wahlrecht und Wahlsysteme: Definition der grundlegenden Begriffe wie aktives und passives Wahlrecht sowie Erklärung der verschiedenen Wahlsysteme.

3 Unter geeinter Flagge: Wahlrecht im Kaiserreich 1871-1918: Untersuchung der Entwicklung des Wahlrechts von der Paulskirche über den Norddeutschen Bund bis zum Kaiserreich.

4 Auftakt zur Katastrophe: Wahlrecht in der Weimarer Republik 1918-1933: Analyse der Einführung des modernen Wahlrechts in der Weimarer Republik und dessen Rolle beim Scheitern der Demokratie.

5 Scheinparlamentarismus im Führerstaat: Wahlrecht im Nationalsozialismus 1933-1945: Beschreibung der Entmachtung des Parlaments und der Instrumentalisierung von Wahlen zur bloßen Fassade.

6 Echte und scheinbare Demokratie: Wahlrecht in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg (seit 1945): Vergleich des undemokratischen Wahlsystems in der DDR mit der wehrhaften Demokratie der Bundesrepublik.

7 Vergleich und Resümee: Synthese der Ergebnisse und Überprüfung der zu Beginn aufgestellten Thesen.

Schlüsselwörter

Wahlrecht, Wahlsystem, Demokratie, Parlamentarisierung, Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR, Bundesrepublik, Grundgesetz, Verhältniswahl, Mehrheitswahl, Volksvertretung, Verfassung, politische Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den Vergleich des Wahlrechts in Deutschland auf zentraler staatlicher Ebene seit 1871.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die verschiedenen Epochen der deutschen Geschichte (Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, DDR, Bundesrepublik) und deren spezifische Ausgestaltung von Wahlrecht und Wahlsystemen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein epocheübergreifender Vergleich, um Kontinuitäten und Brüche in der Entwicklung des Wahlrechts aufzuzeigen und dessen enge Verbindung zur demokratischen Verfassungsentwicklung nachzuweisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein historisch-vergleichender Ansatz gewählt, der die Verfassungsentwicklung und die Charakteristika des Wahlrechts in den jeweiligen Epochen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die verschiedenen historischen Epochen analysiert, wobei jeweils die spezifischen Regelungen des Wahlrechts und ihre Auswirkungen auf das politische System beschrieben werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wahlrecht, Demokratie, Parlamentarisierung, Verhältniswahl und Verfassungsentwicklung charakterisieren.

Warum wird die Weimarer Republik als „Auftakt zur Katastrophe“ bezeichnet?

Das Kapitel thematisiert, wie die neue demokratische Verfassung und das Wahlsystem trotz ihrer Fortschrittlichkeit nicht verhindern konnten, dass die junge Republik an inneren Widersprüchen und dem Druck der extremen Parteien in die Diktatur führte.

Was unterscheidet das Wahlrecht in der DDR vom Wahlrecht der Bundesrepublik?

Während in der DDR Wahlen unter Zwang und ohne echte Auswahl (Einheitslisten) stattfanden, um ein Regime zu legitimieren, basiert das Wahlrecht der Bundesrepublik auf freien Wahlen als tragendes Element einer wehrhaften, repräsentativen Demokratie.

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Details

Title
Fundament der Demokratie. Das Wahlrecht auf der zentralen staatlichen Ebene in Deutschland seit 1871
College
University of Hagen  (Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften)
Course
Modul GE: Geschichte von Herrschaft, Staat und Politik
Grade
1,7
Author
Regina Pahling (Author)
Publication Year
2013
Pages
20
Catalog Number
V282329
ISBN (eBook)
9783656819271
ISBN (Book)
9783656819264
Language
German
Tags
Wahlrecht Deutschland 1871 DDR Drittes Reich Weimarer Republik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regina Pahling (Author), 2013, Fundament der Demokratie. Das Wahlrecht auf der zentralen staatlichen Ebene in Deutschland seit 1871, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282329
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