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Geschichte der CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Título: Geschichte der CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Apuntes (de lección) , 2010 , 24 Páginas

Autor:in: Christian Schwießelmann (Autor)

Política - Historia de los sistemas políticos
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Als der erste Vorsitzende der CDU-Fraktion Werner Jöhren diese Worte im Schweriner Landtag aussprach, waren die Wunden des Zweiten Weltkriegs noch frisch: Das NS-Regime hatte am 8. Mai 1945 endgültig kapituliert und eine Trümmerlandschaft hinterlassen. Die britischen und amerikanischen Besatzungsarmeen waren aus dem Westen bis zur Elbe vorgedrungen, Ostdeutschland und Berlin hatte die Rote Armee allein erobert. Entsprechend den alliierten Verhandlungsergebnissen auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 wurde das Deutsche Reich in mehrere Besatzungszonen aufgeteilt. Das Land Mecklenburg, das im Westen zunächst die Briten eingenommen hatten, und der östliche Teil der preußischen Provinz Pommern fielen in das sowjetische Einflussgebiet.
Nachdem die sowjetische Besatzungsmacht am 10. Juni 1945 die Bildung „antifaschistischer Parteien“ in ihrer Zone erlaubt hatte, formierten sich vier Parteien: KPD und SPD bestanden bereits vor ihrem Verbot 1933 und waren jene beiden maßgeblichen Arbeiterparteien im Parteiensystem der Weimarer Republik, die sich über den Weg zum Sozialismus – revolutionär oder evolutionär – von einander getrennt und zerstritten hatten. CDU und LDPD hatte es vor 1933 nicht gegeben. Die Liberaldemokraten versuchten die schon vor dem Kaiserreich existierende Spaltung des Liberalismus zu überwinden, die Christdemokraten wollten eine überkonfessionelle Brücke zwischen dem politisch organisierten Katholizismus einerseits und dem Protestantismus andererseits schlagen.
Deshalb rief der zentrale Berliner Gründungsaufruf der CDU vom 26. Juni 1945 die „christlichen, demokratischen und sozialen Kräfte“ vor dem „Trümmerhaufen sittlicher und materieller Werte“ zur Sammlung. Als eine regionale Besonderheit fühlten sich in Mecklenburg und Vorpommern von diesem Aufruf zahlreiche Mitglieder aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Partei angesprochen. Schon vor dem Kriegsende hatten sie sich in Schwerin im privaten Kreis heimlich und illegal versammelt, um sich über die Nachkriegsordnung zu verständigen. Am 5. Juli 1945 gründeten sie die CDU Mecklenburg-Vorpommern als „Unterabteilung“ der Berliner Union.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Gründerjahre: Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern 1945/1946

2. Gegen den Gleichschritt: Die Landtagsfraktion 1946 bis 1950

3. Im Gleichschritt: Die Gleichschaltung der Landtagsfraktion 1950

4. Sinnentleerter Parlamentarismus: Die zweite Wahlperiode 1950 bis 1952

5. Als Blockpartei am Gängelband: Die CDU in den Bezirkstagen Neubrandenburg, Rostock und Schwerin 1952 bis 1990

6. Zurück in Zukunft: Die Landtagsfraktion nach 1990

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die wechselvolle Geschichte der CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern von ihrer Gründung 1945 bis zur politischen Neuordnung nach 1990, wobei der Schwerpunkt auf den Spannungsfeldern zwischen parlamentarischem Gestaltungswillen und der zunehmenden Gleichschaltung durch das SED-Regime liegt.

  • Die Gründungsphase und der Aufbau einer bürgerlichen Kraft unter sowjetischer Besatzung
  • Die Phase des oppositionellen Widerstands innerhalb des Landtags gegen totalitäre Tendenzen
  • Die Auswirkungen der Gleichschaltung auf die CDU in der SBZ und der DDR
  • Die Transformation zur Blockpartei und der Verlust parlamentarischer Handlungsspielräume
  • Die Neugründung und Positionierung der CDU im demokratischen Mecklenburg-Vorpommern ab 1990

Auszug aus dem Buch

2. Gegen den Gleichschritt: Die Landtagsfraktion 1946 bis 1950

Die Parteien in der Sowjetischen Besatzungszone waren von Anfang an im Blockausschuss der antifaschistischen Parteien zwangsorganisiert (deshalb Blockparteien). Dieser Ausschuss, der auf gemeindlicher, kreislicher, Landes- und Zentralebene bestand, war Ausfluss kommunistischer Volksfrontpolitik. Die bürgerlichen Politiker sahen in den Ausschüsse zunächst vorparlamentarische Gremien, die nach demokratischen Wahlen verschwinden würden. Tatsächlich blieben die Ausschüsse bestehen und lenkten wichtige Entscheidungen aufgrund des Einstimmigkeitsprinzips in kommunistische Bahnen. Darüber hinaus behielt sich die sowjetische Besatzungsmacht letztinstanzliche Entscheidungen vor und scheute nicht davor zurück, auf die Zurücknahme unerwünschter Fraktionsanträge zu bestehen. Landesregierungen und -parlamente in der Sowjetischen Besatzungszone erweckten nur den Anschein von Souveränität und demokratischem Pluralismus.

Der Konstituierung des Landtags am 19. November 1946 ging die Einberufung beratender Versammlungen voraus, die allerdings nur eine kurze geschichtliche Episode darstellten. Dem neuen Landtag Mecklenburg-Vorpommern gehörten vier Fraktionen an, wobei SED und die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe über eine absolute Mehrheit der Mandate verfügten. Dennoch war die CDU im Landtag so stark wie in keinem anderen der Länder und Provinzen der Sowjetischen Besatzungszone, hatte sie doch in Mecklenburg-Vorpommern ihr bestes Wahlergebnis erzielt. Aufgrund der großen Wählerkonkurrenz im bürgerlichen Lager war die LDP indessen nirgendwo schwächer als hier.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gründerjahre: Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern 1945/1946: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung der CDU als Sammlung christlicher und demokratischer Kräfte in der unmittelbaren Nachkriegszeit unter schwierigen Bedingungen der sowjetischen Besatzung.

2. Gegen den Gleichschritt: Die Landtagsfraktion 1946 bis 1950: Hier wird der Konflikt zwischen dem parlamentarischen Anspruch der CDU und der zunehmenden Einschränkung durch den Blockausschuss sowie sowjetische Einflussnahme dargestellt.

3. Im Gleichschritt: Die Gleichschaltung der Landtagsfraktion 1950: Dieses Kapitel dokumentiert die repressive Unterdrückung der bürgerlichen Abgeordneten, die Säuberung der Partei und den endgültigen Bruch des oppositionellen Rückgrats.

4. Sinnentleerter Parlamentarismus: Die zweite Wahlperiode 1950 bis 1952: Es wird analysiert, wie durch geänderte Wahlverfahren und Kaderentscheidungen der SED die parlamentarische Substanz der CDU systematisch ausgehöhlt wurde.

5. Als Blockpartei am Gängelband: Die CDU in den Bezirkstagen Neubrandenburg, Rostock und Schwerin 1952 bis 1990: Die Darstellung widmet sich der organisatorischen Unterordnung der CDU unter das SED-System nach der Verwaltungsreform von 1952 bis zur friedlichen Revolution 1989.

6. Zurück in Zukunft: Die Landtagsfraktion nach 1990: Das abschließende Kapitel beschreibt den demokratischen Neubeginn, die Herausforderungen der Vergangenheitsbewältigung und die politische Etablierung der CDU im wiedererrichteten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Schlüsselwörter

CDU, Mecklenburg-Vorpommern, Landtagsfraktion, Sowjetische Besatzungszone, SED, Blockparteien, Gleichschaltung, Parlamentarismus, DDR, politische Wende, Parteisäuberung, Vergangenheitsbewältigung, Demokratisierung, Transformation, Landesgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und politische Rolle der CDU-Landtagsfraktion in Mecklenburg-Vorpommern von der Nachkriegszeit bis in das 21. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der politische Kampf um Freiheit und demokratische Grundsätze gegen ein totalitäres System, die erzwungene Anpassung zur Blockpartei und der demokratische Neuanfang nach 1990.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, mit denen die SED die parlamentarische Opposition systematisch zerschlug und wie die CDU diesen Prozess als "Blockpartei" unter der Diktatur erlebte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Publikation nutzt eine parteiengeschichtliche Analyse, gestützt auf historische Dokumente, Wahlergebnisse und zeitgenössische Quellen sowie wissenschaftliche Literatur zur Zeitgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Phasen: den Aufbau nach 1945, den Widerstand im Landtag bis 1950, die Zwangsanpassung unter der SED-Herrschaft und die demokratische Restauration nach der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Blockpartei, politische Verfolgung, Landtag, Systemtransformation, SED-Diktatur und demokratische Erneuerung.

Wie reagierte die CDU 1946 auf die erste Welle der politischen Repression?

Die CDU versuchte zunächst, sich als oppositionelles Zentrum gegen totalitäre Anmaßungen zu behaupten, auch wenn ihr Spielraum durch Blockzwänge und Interventionen der Besatzungsmacht massiv begrenzt war.

Was passierte mit Abgeordneten wie Siegfried Witte während der Parteisäuberungen?

Siegfried Witte und andere prominente Wirtschaftsvertreter wurden durch die SED diffamiert, als "fünfte Kolonne" diskreditiert, aus ihren Ämtern gedrängt und schließlich zur Flucht in den Westen gezwungen.

Wie vollzog sich die Transformation der CDU nach 1990?

Nach dem Zusammenbruch der DDR setzte die CDU auf einen Elitenwechsel, eine inhaltliche Erneuerung und eine intensive Aufarbeitung der eigenen Vergangenheit, um als demokratische Volkspartei wieder Fuß zu fassen.

Final del extracto de 24 páginas  - subir

Detalles

Título
Geschichte der CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Universidad
University of Rostock  (Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften)
Autor
Christian Schwießelmann (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
24
No. de catálogo
V278475
ISBN (Ebook)
9783656716808
ISBN (Libro)
9783656716778
Idioma
Alemán
Etiqueta
geschichte cdu-fraktion landtag mecklenburg-vorpommern
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christian Schwießelmann (Autor), 2010, Geschichte der CDU-Fraktion im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278475
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