„Die Mediation als Alternative zu einem gerichtlichen Verfahren hat sich in den letzten drei Jahrzehnten in Österreich nicht nur in den Köpfen der Bevölkerung, sondern auch in immer mehr einzelnen gesetzlich geregelten Bereichen, wie z.B. bei der Überprüfung einer allfällig
bestehenden Umweltunverträglichkeit, etabliert. Gerade auch eine steigende Berichterstattung in den Medien, aufgrund manch publicityträchtiger Mediationsverfahren, wie z.B. über den Flughafen Wien oder über den Ausbau der Bahntrasse im Gasteinertal, hat zu einer kontinuierlich wachsenden Akzeptanz und Relevanz dieses alternativen Konfliktlösungs- bzw. - behandlungsverfahrens in der Bevölkerung beigetragen.“ (Neumann, Alexander (2010): S.21.)
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Rechtsquellen
1.1. Bundesgesetz über Mediation in Zivilrechtssachen
1.2. Verordnung des Bundesministers für Justiz
3. Der Begriff Mediation
4. Ziele
5. Die Liste der Mediatoren
6. Voraussetzung für die Eintragung/ Ausbildung
7. Versicherungspflicht
8. Aufrechterhaltung der Eintragung
9. Fortbildung
10. Entrichtung der Gebühren
11. Änderung der Daten
12. Methoden
12.1. Auftragsklärung
12.2. Themensammlung
12.3. Positionen und Interessen
12.4. Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen
12.5. Abschlussvereinbarung
13. Grenzüberschreitende Mediation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen detaillierten Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und methodischen Ansätze der Mediation in Zivilrechtssachen in Österreich unter besonderer Berücksichtigung des Zivilrechts-Mediations-Gesetzes.
- Rechtliche Grundlagen und gesetzliche Rahmenbedingungen der Mediation in Österreich
- Anforderungen an Ausbildung und Eintragung in die Liste der Mediatoren
- Methodische Phasenmodelle in der Konfliktlösung
- Abgrenzung der Mediation gegenüber gerichtlichen Verfahren
- Spezifische Regelungen für grenzüberschreitende Mediationsverfahren
Auszug aus dem Buch
3. Der Begriff Mediation
Mediation (lateinisch „Vermittlung“) ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien – teilweise auch Medianten/Innen oder Medianden/Innen genannt – wollen mit Unterstützung einer dritten "allparteilichen" Person (dem Mediator/ der Mediatorin) zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator/ Die Mediatorin trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.
Das Gesetz definiert Mediation in § 1 Abs. 1 ZivMediatG: "eine auf Freiwilligkeit der Parteien beruhende Tätigkeit, bei der ein fachlich ausgebildeter, neutraler Vermittler (Mediator) mit anerkannten Methoden die Kommunikation zwischen den Parteien systematisch mit dem Ziel fördert, eine von den Parteien selbst verantwortete Lösung ihres Konfliktes zu ermöglichen".
Mediation "in Zivilrechtssachen" (Zivilrechtsmediation) ist Mediation zur Lösung von Konflikten, für deren Entscheidung an sich die ordentlichen Zivilgerichte zuständig sind (§ 1 Abs. 2 ZivMediatG).
Die Mediation ist immer:
• zukunftsgerichtet,
• freiwillig und
• bedürfnisorientiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung der Mediation in Österreich und stellt die Vorteile gegenüber herkömmlichen Gerichtsverfahren heraus.
2. Rechtsquellen: Dieses Kapitel nennt die maßgeblichen Gesetze und Verordnungen, insbesondere das Zivilrechts-Mediations-Gesetz, welche die rechtliche Basis bilden.
3. Der Begriff Mediation: Hier wird der Begriff Mediation definiert und die wesentlichen Merkmale wie Freiwilligkeit und Allparteilichkeit erläutert.
4. Ziele: Die Ziele der Mediation, wie die konstruktive Konfliktlösung ohne Schuldzuweisung, werden in Abgrenzung zur Therapie und zum Prozessrecht beschrieben.
5. Die Liste der Mediatoren: Dieses Kapitel erläutert die Führung der offiziellen Liste durch das Justizministerium sowie die einzutragenden Daten.
6. Voraussetzung für die Eintragung/ Ausbildung: Die gesetzlichen Anforderungen an die Ausbildung und die persönliche Eignung für Mediatoren werden hier detailliert aufgeführt.
7. Versicherungspflicht: Es wird die Verpflichtung zur Haftpflichtversicherung für eingetragene Mediatoren und deren Überwachung thematisiert.
8. Aufrechterhaltung der Eintragung: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess und die Fristen für die Verlängerung der Registrierung sowie die notwendigen Nachweise.
9. Fortbildung: Die gesetzliche Verpflichtung zur kontinuierlichen Weiterbildung von Mediatoren zur Qualitätssicherung wird erläutert.
10. Entrichtung der Gebühren: Hier werden die kostenrechtlichen Bestimmungen und Säumnisfolgen im Zusammenhang mit der Eintragung in die Liste dargelegt.
11. Änderung der Daten: Es wird kurz erläutert, wie sich Änderungen persönlicher oder beruflicher Stammdaten mitteilen lassen.
12. Methoden: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über die methodische Synthese in der Mediation und die fünf Phasen der Handlungsstrategie.
13. Grenzüberschreitende Mediation: Abschließend werden die spezifischen gesetzlichen Aspekte für Mediationen mit internationalem Bezug in der Europäischen Union behandelt.
Schlüsselwörter
Mediation, Zivilrecht, ZivMediatG, Konfliktlösung, Mediator, Ausbildung, Freiwilligkeit, Rechtsquellen, Haftpflichtversicherung, Fortbildung, Phasenmodell, Interessen, Bedürfnisse, Grenzüberschreitende Mediation, Kommunikationstechnik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen Grundlagen der Mediation in Zivilrechtssachen in Österreich, insbesondere die Regelungen des Bundesgesetzes über Mediation in Zivilrechtssachen (ZivMediatG).
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die Anforderungen an Ausbildung und Registrierung von Mediatoren sowie die methodische Vorgehensweise und Phasenstruktur von Mediationsverfahren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, den Lesern einen fundierten Überblick über die Professionalisierung und die rechtliche Einordnung der Mediation im österreichischen Zivilrechtsbereich zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse des geltenden Rechts (Gesetzesanalyse), ergänzt durch die Darstellung anerkannter methodischer Phasenmodelle der Mediation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die rechtliche Einordnung, die Anforderungen an die Mediatoren-Qualifikation, die administrativen Prozesse der Eintragung und laufenden Verwaltung sowie eine detaillierte Beschreibung der praktischen Mediationsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Mediation, ZivMediatG, Konfliktlösung, Mediator, Ausbildung, Freiwilligkeit, Rechtsquellen und Phasenmodell.
Welche Ausbildungserfordernisse werden für Mediatoren in Österreich genannt?
Es ist eine umfassende Mediationsausbildung erforderlich (365 Einheiten, für Juristen/psychosoziale Berufe 220 Einheiten), die sowohl theoretische als auch anwendungsorientierte Anteile umfasst.
Was unterscheidet die Mediation in Zivilrechtssachen laut der Arbeit von anderen Verfahren?
Die Mediation ist stets zukunftsgerichtet, freiwillig und bedürfnisorientiert, während im klassischen Zivilprozess die Schuldfrage und die Vergangenheit im Vordergrund stehen.
Was regelt das EU-Mediations-Gesetz (EU-MediatG)?
Das Gesetz regelt spezielle Aspekte der Mediation bei grenzüberschreitenden Streitigkeiten in Zivil- und Handelssachen innerhalb der Europäischen Union, sofern mindestens eine Partei ihren Wohnsitz in einem anderen Mitgliedstaat hat.
Warum ist die Haftpflichtversicherung für Mediatoren obligatorisch?
Der Nachweis einer Haftpflichtversicherung mit einer Mindestsumme von 400.000 Euro ist eine zwingende Voraussetzung für die Eintragung in die offizielle Liste des Bundesministeriums für Justiz, um die Parteien im Falle von Fehlern abzusichern.
- Citation du texte
- Barbara Murth (Auteur), 2013, Rechtliche Grundlagen der Mediation. Bundesgesetz über Mediation in Zivilrechtssachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278055