Die Masterarbeit ist in drei Teile untergliedert. Der erste Teil ist ein kurzer historischer Abriss über die kulturelle Etablierung und Entwicklung der Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Im zweiten Teil wird auf kulturologische und sprachwissenschaftliche Aspekte eingegangen. Der Schwerpunkt liegt hier auf anthropozentrischen Erscheinungen sowie auf den Bereichen Identität und Ethnizität sowohl während der Kolonialzeit als auch im heutigen Namibia. Der dritte Teil beinhaltet ausgewählte Aspekte und sprachliche Beispiele, anhand denen Besonderheiten der deutschen Sprache in Namibia aufgezeigt, analysiert und mit dem Deutschen in Deutschland verglichen werden.
Inhaltsverzeichnis
- Problemstellung, Methoden und Ziele der Arbeit
- Historischer Teil
- Kolonialzeit 1884 - 1915
- Gründung des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika
- Der deutsche Staat und die Missionsschulen in Deutsch-Südwestafrika
- Mischehen und Mischehenverbot
- Das Scheitern der Kolonie
- Besatzungszeit 1920 - 1990
- Das Trauma des Zweiten Weltkrieges und die Biedermeierzeit
- Die Rückkehr in die politische Sphäre
- Nach der Unabhängigkeit Namibias 1990 – heute
- Die Wahl des Englischen als einzige Amtssprache für Namibia
- Das deutschsprachige Schulwesen in Namibia
- Deutschsprachige Institutionen und Betriebe in Namibia
- Kolonialzeit 1884 - 1915
- Theoretischer Teil
- Theoretische Begriffsklärungen
- Ausdrücke zur Bezeichnung der deutschsprachigen Menschen in Namibia
- Der Begriff der Identität
- Der Begriff der Ethnizität
- Die deutschsprachigen Menschen von Deutsch-Südwestafrika bis Namibia: Eine kulturanthropozentrische Perspektive im historischen Längsschnitt
- Die Projektion des Deutschen Reiches in die Kolonie in Anlehnung an George Steinmetz: „The Colonial State as a Social Field: Ethnographic Capital and Native Policy in the German Overseas Empire before 1914“
- Die Selbstabschottung der Deutschsprachigen in der Besatzungszeit
- Die Deutschsprachigen im heutigen Namibia: Eine interkulturelle Ligatur nach Hannes Kniffka?
- Der Fremdheitsgedanke bei den Deutschsprachigen in Namibia
- Theoretische Begriffsklärungen
- Praktischer Teil
- Vorgehensweise und Methoden bei den Analysen im praktischen Teil
- Beispiele lexikalischer Besonderheiten der deutschen Mediensprache in Namibia
- Analyse ausgewählter Aspekte des Namibiadeutschen in Anlehnung an Sheena Shah: „German in a contact situation: The case of Namibian German“
- Translatorische Analyse eines von deutschen Muttersprachlern übersetzten Textes
- Komparative Analyse und Interpretation des Südwesterliedes und des Schutztruppenliedes
- Das Südwesterlied
- Das Schutztruppenlied
- Analyse ausgewählter Gedichte aus der Kolonialzeit
- Die Erschaffung Südwests (Auszug)
- Südwest
- Rückkehr aus Europa
- Ausgewählte Geschichten und Anekdoten aus der Kolonialzeit
- Charakterisierung und Differenzierung beider Textsorten voneinander
- Die Gemahlin des Grafen Baudissin
- Frau Hochkopf
- Der lustige Graf Dohna (Auszüge)
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie sich die deutschsprachige Kultur in Namibia entwickelt und gewandelt hat. Sie analysiert die sprachlichen und kulturellen Besonderheiten des Namibiadeutschen und untersucht die Auswirkungen der deutschen Kolonialgeschichte auf die heutige Gesellschaft Namibias.
- Die deutschsprachige Kultur in Namibia im historischen Kontext
- Die Entwicklung des Namibiadeutschen als Sprache
- Die Rolle der deutschen Kolonialgeschichte in der heutigen Gesellschaft Namibias
- Die deutschsprachige Gemeinschaft in Namibia: Identität und Integration
- Die Bedeutung der Sprache und Kultur für die deutsch-namibische Beziehung
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel befasst sich mit der Geschichte der deutschsprachigen Präsenz in Namibia, von der Gründung des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika bis zur Unabhängigkeit Namibias im Jahr 1990. Es werden die wichtigsten Ereignisse und Entwicklungen der Kolonialzeit und der Besatzungszeit dargestellt, sowie die Auswirkungen der deutschen Kolonialgeschichte auf die heutige Gesellschaft Namibias. Das zweite Kapitel widmet sich den theoretischen Grundlagen der Arbeit. Es werden die Begriffe „Identität“ und „Ethnizität“ erläutert und die deutschsprachige Gemeinschaft in Namibia aus einer kulturanthropologischen Perspektive betrachtet. Das dritte Kapitel präsentiert die Ergebnisse der sprachlichen und kulturellen Analysen. Es werden Beispiele lexikalischer Besonderheiten des Namibiadeutschen vorgestellt, sowie Texte aus der Kolonialzeit analysiert.
Schlüsselwörter
Deutschsprachige Kulturen in Namibia, Namibiadeutsch, Kolonialgeschichte, Identität, Ethnizität, Interkulturelle Kommunikation, Sprache und Kultur
Häufig gestellte Fragen
Welche Geschichte hat die deutsche Sprache in Namibia?
Die deutsche Sprache etablierte sich während der Kolonialzeit (1884–1915). Trotz der späteren Besatzung und der Unabhängigkeit Namibias 1990 blieb sie als wichtige Minderheitensprache und Kulturträger erhalten.
Was ist "Namibiadeutsch"?
Namibiadeutsch ist eine Varietät der deutschen Sprache, die durch den Kontakt mit dem Englischen, Afrikaans und lokalen Sprachen spezifische lexikalische und grammatikalische Besonderheiten entwickelt hat.
Wie ist der Status von Deutsch im heutigen Namibia?
Seit 1990 ist Englisch die einzige Amtssprache. Deutsch wird jedoch weiterhin in Schulen, Medien (z. B. Allgemeine Zeitung) und privaten Institutionen genutzt und ist ein wichtiger Teil der Identität der deutschsprachigen Gemeinschaft.
Welche Rolle spielten Missionsschulen in der Kolonialzeit?
Missionsschulen waren zentral für die Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur, standen aber oft im Spannungsfeld zwischen staatlichen Interessen und der Arbeit mit der einheimischen Bevölkerung.
Was thematisiert die Analyse des Südwesterliedes?
Die Analyse untersucht, wie Lieder und Gedichte aus der Kolonialzeit das Selbstverständnis, die Identität und die Naturwahrnehmung der Deutschsprachigen in Namibia widerspiegeln.
- Citation du texte
- Leszek Jaworowski (Auteur), 2012, Deutschsprachige Kulturen in Namibia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276120