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Der s-Plural im Deutschen. Herkunft und Systematik

Titre: Der s-Plural im Deutschen. Herkunft und Systematik

Dossier / Travail de Séminaire , 2013 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Marc-André Seemann (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Der s-Plural war und ist ein kontrovers diskutiertes Thema in der deutschen Philologie. Schon früh gab es mehrere unterschiedliche Theorien von Linguisten wie Matthias (1906), Behaghel (1916), Paul (1917), Hirt (1919) und Öhmann (1924), die über den Ursprung des s-Plurals berichteten. Jeder der oben genannten Linguisten äußerte sich dazu und stütze somit einen anderen Linguisten und dessen Theorie oder stellte seine eigene Hypothese zum Thema „Ursprung des s-Plural im Deutschen“ auf. Auch in den letzten 20 Jahren finden sich Linguisten, wie Köpcke (1993) und Nübling (2011), die sich zu diesem Thema äußerten. Insgesamt gibt es vier gute Ansätze der Linguisten, doch da es nur eine Theorie geben kann, die auch zufriedenstellend ist, werde ich mich im ersten Teil meiner Hausarbeit, mit folgender Frage beschäftigen: „Woher kommt der s-Plural im Deutschen?“
Außerdem wurde in den letzten beiden Jahrhunderten viel über die Systematik des s-Plurals gesprochen und geschrieben, also wann und wieso die Pluralbildung mit –s erfolgt und ob es dazu systematische Regeln gibt. Unter anderen haben sich die Linguisten Bornschein und Butt (1987), Wurzel (1994), Wiese (1996), Thieroff (2000), Fakhry (2008) und Eisenberg (2012) mit der Systematik des s-Plurals im Deutschen beschäftigt. Dem Nutzer des s-Plurals fällt zu Anfang auf, dass der s-Plural in allen drei Genera vorkommt (wie Uhu – Uhus, Auto – Autos, Bar – Bars). Des Weiteren stechen Fremdwörter (wie Lady – Ladys, Handy – Handys, Job – Jobs) heraus, die ihren Plural ebenfalls mit –s bilden. Doch da auch native Wörter (wie Opa – Opas, Uhu – Uhus, Auto – Autos) den Plural mit –s bilden, muss es systematische Regeln geben, die die Pluralbildung mit –s ankündigen. Somit fixiere ich mich im zweiten Teil der Hausarbeit auf die Systematik des s-Plurals und versuche zur folgender Frage Auskunft zu geben: „Wie ist die Pluralbildung mit –s im Deutschen systematisch aufgebaut?“
Einige Linguisten (u.a. Wiese 1996 und Bartke 1999) nennen den s-Plural auch „Defaultplural“, weswegen ich kurz, bevor ich meine Hausarbeit abschließe, Bezug zum Begriff „Defaultplural“ nehme.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Herkunft des s-Plurals

1.1 Altsächsische Ursprungstheorie

1.2 Französische Ursprungstheorie

1.3 Mittelniederländische Ursprungstheorie

1.4 Ansatz Neubildung des Deutschen

2 Die Pluralbildung mit –s

2.1 Substantive, die genusunabhängig ihren Plural mit –s bilden

2.1.1 Eigennamen

2.1.2 Kurzwörter und Akronyme

2.1.3 Onomatopoetika und Substantivierungen

2.2 Non-Feminina vs. Feminina

3 Defaultplural

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung und die morphologische Systematik des s-Plurals in der deutschen Sprache, um zu klären, ob es sich dabei um ein zufälliges Phänomen oder ein regelgeleitetes System handelt.

  • Historische Herleitung des s-Plurals (u.a. altsächsische, französische und neubildende Ansätze)
  • Systematische Analyse der s-Pluralbildung bei Eigennamen, Kurzwörtern und Akronymen
  • Unterscheidung der Pluralbildung bei Non-Feminina und Feminina
  • Kritische Einordnung des Begriffs "Defaultplural"

Auszug aus dem Buch

1.1 Altsächsische Ursprungstheorie

Die Theorie, dass der s-Plural direkt aus den Altsächsischen hervorgeht, wird besonders von Hirt gestützt. Ihm fiel auf, dass der s-Plural „das einzige neuhochdeutsche Pluralsuffix ist, das auf das Indogermanische zurückgeht und das mit dem gotischen Plural auf –os identisch ist“ (vgl. Hirt 1919, zitiert nach Öhmann 1924, S. 8). Die indogermanischen o-Stämme des Nominativ Plural hatten das Suffix –os, das aus (-o + -es) entstanden ist. Dies lässt sich auf die gotische Nominativform auf –õs und die altnordische auf –ar begründen. Bei den westgermanischen Sprachen weisen das Altsächsische, Angelsächsische und Altfriesische eine gemeinsame Entwicklung auf. Die Gemeinsamkeit ist die auf –s ausgehende Endung im Nominativ Plural. Im Altsächsischen ist dies –as bzw. -os und im Angelsächsischen ist dies –as (vgl. Öhmann 1924, S. 8f.). Anzuzeigen sind Wörter, die aus dem Lateinischen entlehnt worden sind und sich der altsächsischen Deklination angepasst haben, da dort mehrere Maskulina im Nominativ und im Akkusativ das Pluralsuffix –os oder –as aufweisen: fillulos, kiesas, prestros (vgl. ebd., S. 11).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Kontroverse um den s-Plural und Vorstellung der Forschungsfragen zu Ursprung, Systematik und dem Begriff des Defaultplurals.

1 Herkunft des s-Plurals: Diskussion der vier maßgeblichen linguistischen Hypothesen zur historischen Entstehung des s-Plurals im Deutschen.

1.1 Altsächsische Ursprungstheorie: Betrachtung der Theorie einer direkten indogermanischen Herkunft über das Altsächsische.

1.2 Französische Ursprungstheorie: Kritische Untersuchung der Annahme einer Entlehnung des s-Plurals aus dem Französischen, die als wenig plausibel verworfen wird.

1.3 Mittelniederländische Ursprungstheorie: Erörterung der Theorie einer Vermittlung durch das Mittelniederdeutsche, welche aufgrund mangelnder mundartlicher Evidenz kritisch betrachtet wird.

1.4 Ansatz Neubildung des Deutschen: Präsentation der Hypothese, dass der s-Plural eine originär deutsche Entwicklung aus dem Genitiv-s ist.

2 Die Pluralbildung mit –s: Einleitung in die systematische Verteilung des s-Plurals über verschiedene Substantivgruppen und Genera.

2.1 Substantive, die genusunabhängig ihren Plural mit –s bilden: Analyse von Gruppen, die konsequent den s-Plural wählen, wie Eigennamen und Akronyme.

2.1.1 Eigennamen: Untersuchung der s-Pluralbildung bei Eigennamen unter dem Aspekt der Schonung des Namenkörpers.

2.1.2 Kurzwörter und Akronyme: Differenzierung zwischen Kurzwörtern und Akronymen bezüglich ihrer Pluralbildung.

2.1.3 Onomatopoetika und Substantivierungen: Kurze Betrachtung von Lautmalereien und substantivierten Wörtern als spezielle Gruppe der Pluralbildung.

2.2 Non-Feminina vs. Feminina: Analyse der morphologischen Unterschiede bei der Pluralbildung zwischen maskulinen/neutralen Substantiven und Feminina.

3 Defaultplural: Zusammenfassende Einordnung des s-Plurals als Übergangsplural und Bewertung seiner Rolle im deutschen Sprachsystem.

Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse: Der s-Plural ist ein eigenständig entwickeltes, regelgeleitetes System und kein reiner Import.

Schlüsselwörter

s-Plural, Sprachgeschichte, Morphologie, Defaultplural, Genitiv-s, Fremdwörter, Substantivdeklination, Linguistik, Sprachsystem, Indogermanisch, Nominativ, Pluralsuffix, Non-Feminina, Feminina, Sprachwandel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die linguistischen Ursprünge und die morphologische Systematik der Pluralbildung mit dem Suffix -s im Deutschen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Thematisiert werden historische Theorien zur Herkunft (altsächsisch, französisch, etc.), die Systematik bei verschiedenen Substantivgruppen sowie die funktionale Rolle des s-Plurals.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist es, die Frage nach der Herkunft des s-Plurals zu klären und zu belegen, dass die Pluralbildung systematischen Regeln folgt, statt nur eine Ausweichlösung zu sein.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturgestützte Analyse linguistischer Theorien, kombiniert mit einer strukturellen Untersuchung morphologischer Gegebenheiten im heutigen Deutsch.

Welche Aspekte werden im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Herleitung, die Analyse der Pluralbildung bei verschiedenen Wortgruppen (Eigennamen, Akronyme) und den Vergleich zwischen den Genera.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Defaultplural, Morphologie, Sprachwandel, Pluralsystem und Genitiv-s.

Warum wird die französische Ursprungstheorie vom Autor abgelehnt?

Aufgrund historischer Daten, die zeigen, dass die Pluralbildung auf -s in den französisch beeinflussten Grenzregionen früher kaum verbreitet war.

Was bedeutet der Begriff "Schonung des Namenkörpers"?

Er beschreibt die linguistische Strategie, den Kern eines Wortes, insbesondere bei Eigennamen, durch die Verwendung des s-Plurals unverändert zu lassen, um die Identität des Wortes zu wahren.

Inwiefern unterscheiden sich Non-Feminina und Feminina bei der Pluralbildung?

Non-Feminina neigen deutlich häufiger zur Pluralbildung mit -s, während Feminina grundsätzlich andere Pluralmarker bevorzugen und nur in Ausnahmefällen den s-Plural wählen.

Was versteht man unter dem "Defaultplural"?

Der Begriff bezeichnet den s-Plural als eine Form, die insbesondere bei Fremdwörtern oder unbekannten Pluralformen als standardisierte, reguläre Lösung im deutschen Sprachsystem fungiert.

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Résumé des informations

Titre
Der s-Plural im Deutschen. Herkunft und Systematik
Université
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Cours
Flexion
Note
1,0
Auteur
Marc-André Seemann (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
15
N° de catalogue
V275648
ISBN (ebook)
9783656680383
ISBN (Livre)
9783656680376
Langue
allemand
mots-clé
Linguistik Germanistik Deutsch Oldenburg Grammatik Flexion s-Plural Pluralsystem Sprache Sprachwissenschaften Herkunft Systematik Anwendung
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marc-André Seemann (Auteur), 2013, Der s-Plural im Deutschen. Herkunft und Systematik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275648
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