Wenn ein Unternehmen ein Investitionsgut finanzieren möchte, stehen ihm grundsätzlich drei Finanzierungsalternativen zur Verfügung. Es kann das Gut mieten und dadurch entgeltlich für einen befristeten Zeitraum die Nutzungsrechte an dem Mietgegenstand erhalten. Es kann es kaufen und dadurch dauerhaft die Eigentumsrechte am Kaufgegenstand erhalten. Oder es kann es leasen. Prinzipiell ähnelt das Leasing eher der Miete. Es kommt jedoch auf die genaue vertragliche Ausgestaltung an, wie ein Leasingverhältnis steuer- und handelsrechtlich zu behandeln ist. Darauf wird im Hauptteil näher eingegangen.
Welche dieser drei Alternativen zu bevorzugen ist, hängt grundsätzlich von den konkreten Rahmenbedingungen des Unternehmens ab. Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden,
• worin die Unterschiede zwischen den einzelnen Alternativen liegen,
• welche Vor- oder Nachteile die unterschiedlichen Finanzierungswege jeweils haben
• und welche Arten von Investitionsgütern sich besonders für welche Art der Finanzierung eignen.
Um sich diesem Ziel anzunähern, werden zuerst die drei Finanzierungsarten formal voneinander abgrenzen - wenngleich dies nicht durchweg überschneidungsfrei möglich ist, da besonders das Leasing durch vielfältige Vertragsgestaltungsmöglichkeiten ein sehr breites Spektrum an Eigenschaften umfassen kann. Je nach vertraglicher Ausgestaltung kann ein Leasingverhältnis eher einem Kauf oder aber einem Mietverhältnis gleichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einführung
- 2. Formale Abgrenzung der Untersuchungsobjekte
- 2.1. Miete
- 2.2. Kauf
- 2.3. Leasing
- 3. Die Finanzierungsalternativen auf dem vollkommenen Kapitalmarkt
- 3.1. Kreditkauf
- 3.1.1. Tilgungsdarlehen
- 3.1.2. Annuitätendarlehen
- 3.2. Miete/Leasing
- 3.1. Kreditkauf
- 4. Die Finanzierungsalternativen auf dem unvollkommenen Kapitalmarkt
- 4.1. Bilanzielle Betrachtung
- 4.1.1. Bilanzierungsvorschriften
- 4.1.2. Auswirkungen unterschiedlicher Bilanzierungen am Beispiel
- 4.2. Steuerrechtliche Betrachtung
- 4.2.1. Berechnung der Cashflows der einzelnen Finanzierungsalternativen
- 4.2.2. Betrachtung der Cashflows
- 4.1. Bilanzielle Betrachtung
- 5. Fazitäre Betrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die drei Finanzierungsalternativen Miete, Kauf und Leasing für Investitionsgüter. Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen diesen Alternativen aufzuzeigen, ihre jeweiligen Vor- und Nachteile zu analysieren und herauszufinden, welche Finanzierungsart für bestimmte Arten von Investitionsgütern am besten geeignet ist. Die Analyse erfolgt zunächst unter der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes und wird dann erweitert, indem die Auswirkungen von bilanzrechtlichen und steuerrechtlichen Unvollkommenheiten berücksichtigt werden.
- Formale Abgrenzung von Miete, Kauf und Leasing
- Analyse der Finanzierungsalternativen auf einem vollkommenen Kapitalmarkt
- Auswirkungen bilanzrechtlicher Vorschriften auf die Finanzierungsentscheidung
- Steuerrechtliche Auswirkungen der verschiedenen Finanzierungsalternativen
- Fazitäre Bewertung und Ableitung relevanter Kriterien für die Finanzierungsentscheidung
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einführung beschreibt die drei grundlegenden Finanzierungsalternativen für Investitionsgüter (Miete, Kauf, Leasing) und hebt die Komplexität des Leasings aufgrund vielfältiger Vertragsgestaltungen hervor. Das Hauptziel der Arbeit ist die Analyse der Unterschiede, Vor- und Nachteile sowie die Eignung der einzelnen Alternativen für verschiedene Investitionsgüter. Es wird eine methodische Vorgehensweise skizziert, die mit einer formalen Abgrenzung der Finanzierungsarten beginnt und anschließend die Analyse auf einem vollkommenen und unvollkommenen Kapitalmarkt umfasst. Ein Beispielunternehmen (NGZ AG) wird eingeführt, um die Finanzierungsalternativen anhand konkreter Szenarien zu veranschaulichen.
2. Formale Abgrenzung der Untersuchungsobjekte: Dieses Kapitel beschreibt die formalen Unterschiede zwischen Miete, Kauf und Leasing. Es betont die Überschneidungsproblematik, insbesondere beim Leasing, das je nach Vertragsgestaltung eher einem Miet- oder Kaufverhältnis ähneln kann. Die Abgrenzung dient als Grundlage für die spätere Analyse der Finanzierungsalternativen.
3. Die Finanzierungsalternativen auf dem vollkommenen Kapitalmarkt: Dieses Kapitel analysiert Miete, Kauf und Leasing unter der vereinfachten Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes. Es wird anhand eines Beispiels (NGZ AG und der Anschaffung einer Serveranlage) gezeigt, dass unter diesen idealisierten Bedingungen die Wahl der Finanzierungsalternative irrelevant ist, da die Barwerte der Cashflows in allen Fällen gleich sind. Das Kapitel legt somit den Grundstein für die spätere Analyse der Auswirkungen von Marktunvollkommenheiten.
4. Die Finanzierungsalternativen auf dem unvollkommenen Kapitalmarkt: Dieses Kapitel untersucht die Auswirkungen von bilanzrechtlichen und steuerrechtlichen Unvollkommenheiten auf die Wahl der Finanzierungsalternative. Im bilanzrechtlichen Teil werden die unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften für Miete, Kauf und Leasing betrachtet und deren Einfluss auf Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote und den Return on Investment (ROI) analysiert. Der steuerrechtliche Teil fokussiert auf die unterschiedliche Behandlung der Finanzierungsalternativen im Kontext der Gewerbesteuer, insbesondere im Hinblick auf die Hinzurechnung von Zinsaufwendungen. Anhand von Cashflow-Analysen werden die Auswirkungen dieser Unterschiede verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Finanzierungsalternativen, Miete, Kauf, Leasing, vollkommener Kapitalmarkt, unvollkommener Kapitalmarkt, Bilanzierung, Steuerrecht, Gewerbesteuer, Cashflow, ROI, Eigenkapitalquote, Investitionsgüter.
Finanzierungsalternativen: Miete, Kauf und Leasing - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Gegenstand dieser Arbeit?
Diese Arbeit analysiert die drei Finanzierungsalternativen Miete, Kauf und Leasing für Investitionsgüter. Sie untersucht die Unterschiede zwischen diesen Alternativen, bewertet deren Vor- und Nachteile und ermittelt, welche Finanzierungsart für verschiedene Investitionsgüter am besten geeignet ist. Die Analyse erfolgt zunächst unter der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes und wird dann erweitert, um bilanzrechtliche und steuerrechtliche Aspekte einzubeziehen.
Welche Themen werden im Einzelnen behandelt?
Die Arbeit umfasst eine formale Abgrenzung von Miete, Kauf und Leasing, eine Analyse der Finanzierungsalternativen auf einem vollkommenen und unvollkommenen Kapitalmarkt, die Auswirkungen bilanzrechtlicher Vorschriften auf die Finanzierungsentscheidung, die steuerrechtlichen Auswirkungen der verschiedenen Finanzierungsalternativen und eine abschließende Bewertung mit der Ableitung relevanter Kriterien für die Finanzierungsentscheidung.
Wie ist die Arbeit strukturiert?
Die Arbeit ist in fünf Kapitel gegliedert: Kapitel 1 bietet eine Einführung, Kapitel 2 grenzt Miete, Kauf und Leasing formal voneinander ab. Kapitel 3 analysiert die Finanzierungsalternativen auf einem vollkommenen Kapitalmarkt, Kapitel 4 betrachtet die Auswirkungen von Markt-Unvollkommenheiten (Bilanzierung und Steuerrecht) und Kapitel 5 liefert eine zusammenfassende Bewertung.
Welche Methode wird angewendet?
Die Arbeit beginnt mit einer formalen Abgrenzung der Finanzierungsarten. Anschließend wird eine Analyse auf einem vollkommenen und unvollkommenen Kapitalmarkt durchgeführt. Ein Beispielunternehmen (NGZ AG) wird verwendet, um die Finanzierungsalternativen anhand konkreter Szenarien zu veranschaulichen. Cashflow-Analysen und die Betrachtung bilanzrechtlicher Kennzahlen (z.B. Eigenkapitalquote, ROI) spielen eine wichtige Rolle.
Welche Ergebnisse werden auf dem vollkommenen Kapitalmarkt erzielt?
Unter der vereinfachten Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes zeigt die Analyse, dass die Wahl der Finanzierungsalternative (Miete, Kauf, Leasing) irrelevant ist, da die Barwerte der Cashflows in allen Fällen gleich sind. Dies dient als Grundlage für die spätere Analyse der Auswirkungen von Marktunvollkommenheiten.
Wie werden bilanzrechtliche Aspekte berücksichtigt?
Im Kapitel über den unvollkommenen Kapitalmarkt werden die unterschiedlichen Bilanzierungsvorschriften für Miete, Kauf und Leasing betrachtet und deren Einfluss auf Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote und den Return on Investment (ROI) analysiert.
Welche steuerrechtlichen Aspekte werden behandelt?
Der steuerrechtliche Teil der Analyse konzentriert sich auf die unterschiedliche Behandlung der Finanzierungsalternativen im Kontext der Gewerbesteuer, insbesondere im Hinblick auf die Hinzurechnung von Zinsaufwendungen. Cashflow-Analysen verdeutlichen die Auswirkungen dieser Unterschiede.
Welche Schlussfolgerungen werden gezogen?
Die abschließende Bewertung (Kapitel 5) fasst die Ergebnisse zusammen und leitet relevante Kriterien für die Finanzierungsentscheidung ab. Die Arbeit zeigt, dass die optimale Finanzierungsalternative von bilanzrechtlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen abhängt und nicht nur von den Kosten der einzelnen Finanzierungsformen bestimmt wird.
Welche Schlüsselwörter sind relevant?
Finanzierungsalternativen, Miete, Kauf, Leasing, vollkommener Kapitalmarkt, unvollkommener Kapitalmarkt, Bilanzierung, Steuerrecht, Gewerbesteuer, Cashflow, ROI, Eigenkapitalquote, Investitionsgüter.
- Quote paper
- Hermann Bartbinder (Author), 2014, Miete, Kauf, Leasing. Eine Vorteilsanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275446