Wenn in Deutschland von Migration gesprochen wird, ist damit in aller Regel die Migration in die Bundesrepublik gemeint. Vor allem wenn von Arbeitsmigration die Rede ist, verbindet man hiermit im Allgemeinen die Migration der Gastarbeiter in die BRD in den 50er und 60er Jahren. Dem Thema Migration in die DDR wird hierbei zumeist wenig Beachtung geschenkt.
In der DDR gab es nicht nur Vertragsarbeiter, zur ausländischen Wohnbevölkerung gehörten weiterhin Studenten und Schüler, Lehrlinge, politische Flüchtlinge und andere Beschäftigte. Die politischen Flüchtlinge in der DDR kamen hauptsächlich aus Griechenland, Spanien und Chile, während die Studenten zumeist aus jungen Nationalstaaten in Afrika kamen, die sich aus der Kolonialherrschaft befreit hatten, und aus sozialistischen Ländern. Die größte Gruppe der ausländischen Wohnbevölkerung stellte in den letzten Jahrzenten der DDR jedoch die Vertragsarbeiter dar, die durch bilaterale Regierungsabkommen mit RGW-Ländern (Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) und sozialistischen Entwicklungsländern für eine befristete Zeit zur Arbeit und Ausbildung in die DDR kamen. Darüber hinaus gab es zwischen 1949 und 1988 eine lange Zeit unerforschte Migration vom Westen in den Osten.
Eine Beschäftigung mit allen Migrationsformen in die DDR würde allerdings den Rahmen dieser Arbeit sprengen oder es wäre eine nur oberflächliche Betrachtung möglich. Aus diesem Grund möchte ich mich in meiner Arbeit auf die größte Migrationsgruppe, die Vertragsarbeiter, beschränken. Da die DDR mit sehr unterschiedlichen Vertragspartnern bilaterale Regierungsabkommen zur „Arbeitskooperation“ abschloss, möchte ich mit Ausarbeitung dieses Themas dabei der Frage nachgehen, wie sich die Migrationspolitik der DDR hinsichtlich der Entsendeländer unterschied.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Allgemeines zur Vertragsarbeit in der DDR
- Geschichte der Vertragsarbeit
- Gesetzliche und rechtliche Grundlagen
- Zu den bilateralen Regierungsabkommen mit einzelnen Entsendeländern
- Die Abkommen mit den RGW-Partnern Polen und Ungarn
- Das Abkommen mit Algerien
- Das Abkommen mit Kuba
- Das Abkommen mit Mosambik
- Das Abkommen mit Vietnam
- Die Migrationspolitik der DDR
- Zu den Phasen der Migrationspolitik
- Zur Hierarchie der bilateralen Abkommen
- Schlussbetrachtungen
- Literaturangaben
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Migration in die DDR, insbesondere mit der Vertragsarbeit. Das Ziel ist es, die Migrationspolitik der DDR im Hinblick auf die unterschiedlichen Entsendeländer zu analysieren und die Frage zu beantworten, wie sich diese Politik im Laufe der Zeit entwickelte.
- Geschichte der Vertragsarbeit in der DDR
- Gesetzliche und rechtliche Grundlagen der Vertragsarbeit
- Bilaterale Regierungsabkommen mit verschiedenen Entsendeländern
- Phasen der Migrationspolitik der DDR
- Hierarchie der bilateralen Abkommen und ihre Bedeutung für die Migrationspolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas Migration in die DDR, insbesondere im Vergleich zur oft stärker beachteten Migration in die Bundesrepublik. Der Fokus wird auf die Vertragsarbeit gelegt, die die größte Gruppe der ausländischen Wohnbevölkerung in der DDR darstellte.
Allgemeines zur Vertragsarbeit in der DDR
Geschichte der Vertragsarbeit
Dieses Kapitel beschreibt die Entstehung und Entwicklung der Vertragsarbeit in der DDR. Es wird auf die Ziele der „Arbeitskräftekooperation“ eingegangen, die sich von internationaler Solidarität bis hin zum Ausgleich des Arbeitskräftemangels in der DDR entwickelten.
Gesetzliche und rechtliche Grundlagen
Dieser Abschnitt befasst sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Arbeitskräfte in der DDR, insbesondere mit dem Ausländergesetz von 1979 und der Ausländerverordnung von 1956.
Zu den bilateralen Regierungsabkommen mit einzelnen Entsendeländern
Diese Kapitel beleuchten die einzelnen bilateralen Regierungsabkommen mit verschiedenen Entsendeländern, darunter Polen, Ungarn, Algerien, Kuba, Mosambik und Vietnam. Sie analysieren die spezifischen Bedingungen und Ziele dieser Abkommen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Migration, Vertragsarbeit, Migrationspolitik, DDR, RGW-Länder, sozialistische Entwicklungsländer, bilaterale Regierungsabkommen, Arbeitskräftemangel, Ausländergesetz, Ausländerverordnung und Geschichte der DDR.
- Quote paper
- Rebekka Schroth (Author), 2013, Migration in die DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275115