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Im Auftrag von Links und Rechts. Hans Frederiks Biografien über Herbert Wehner und ihre Wirkungen in den Printmedien zwischen 1969 und 1983

Título: Im Auftrag von Links und Rechts. Hans Frederiks Biografien über Herbert Wehner und ihre Wirkungen in den Printmedien zwischen 1969 und 1983

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2009 , 111 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Matthias Mittenentzwei (Autor)

Historia de Europa - Historia contemporánea, Unificación europea
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Hans Frederik publizierte seit den sechziger Jahren eine Reihe von Werken über Politiker der SPD als auch der CDU. Nicht nur, dass Hans Frederik selbst publizierte, sondern er führte auch Regie innerhalb seines Verlages politisches Archiv, in welchem seit 1961 eine Reihe von Werken zu Politikern oder politischen Themen erschienen.
Besonders Herbert Wehner fand innerhalb des Verlages, als auch bei Hans Frederik, besondere Beachtung, so dass sich gleich zwei Biographien und eine Reihe anderer Werke, ausgiebig mit dem Werdegang des Fraktionsvorsitzenden der Sozialdemokraten in den siebziger Jahren beschäftigten. Kaum ein anderes Verlagshaus oder Autor publizierte in einem solchen Umfang über einen Politiker. Auf Grund dieses Ausmaßes der aufgelegten Werke, als auch der Bücher selbst, die erste Publikation „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“ umfasste in ihren letzten Auflagen über 600 Seiten, machen sie für eine umfassende Betrachtung interessant. Dabei soll es nicht nur Ziel sein, das von Frederik gezeichnete Portrait Wehners und die von ihm genutzten Quellen kritisch darzustellen und zu hinterfragen, sondern auch die Intentionen des Autors und vermeintlicher Hintermänner, dieses Portrait von Wehner zu zeichnen. In diesem Zusammenhang ist es notwendig, auch einen Einblick in den Lebenslauf und die verschiedensten Beziehungen des Autors zu politischen Gruppierungen aufzuzeigen. Da Hans Frederik nicht nur eine Publikation über Herbert Wehner veröffentlichte, soll ebenso besonderes betrachtet werden, inwieweit sich die Darstellung und die Biographie Herbert Wehners innerhalb der Veröffentlichungen verändert haben und welche gesellschaftlichen Kreise mit den Werken angesprochen werden sollten. Diesbezüglich ist auch ein Blick auf die Wirkung der Bücher interessant, da besonders „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“ eine enorme Auflagenzahl erreichte. Daher soll auch die Wirkung der Publikationen in den deutschen Printmedien zwischen 1969 und 1983 untersucht werden. Natürlich ist ein direkter Zusammenhang zwischen den Publikationen Frederiks und den erschienenen Artikeln schwer nachzuvollziehen, deshalb soll sich auf die von Frederik präsentierten Quellen und des vermittelten Portrait bezogen werden. Demzufolge sollen anhand der in den Werken genutzten Materialien Verbindungen zwischen „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“, „Herbert Wehner. Das Ende seiner Legende“ und den Printmedien untersucht werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Autor und seine Beziehungen

2.1. In Diensten des Ostblocks

2.2. Verbindungen zu rechten Kräften in der BRD

2.3. Frederik der erfolgreiche Verleger?

3. „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“

3.1. Die Sicht auf Herbert Wehner

3.1.1 Die frühen Jahre Wehners und sein Weg zum „Sowjet-Spion“

3.1.2 Vom Verräter zum Antikommunist

3.2. Die Quellen für Frederiks Wehner-Bild

3.2.1. Die Aussagen Wehners gegenüber der schwedischen Polizei

3.2.2. Der Bericht von Karl Mewis

3.2.3. Die „Notizen“, eine fingierte Legende?

4. „Herbert Wehner. Das Ende seiner Legende“

4.1. Ein Widerhall von 1969?

4.2. Neue Materialien gegen Wehner?

4.2.1. Die Memoiren von Karl Mewis

4.2.2. Carl Madsen und Helmut Müssener

4.2.3. Die Richtigstellungen Wehners in der BRD

4.2.4. Der Brief von Ernst Jegelka

5. Die Wirkung der Werke in den Printmedien in den Jahren 1969 bis 1983

5.1. Die Effekte auf das Wehnerbild in der „rechten“ Presse

5.2. Reaktionen auf Publikationen außerhalb des „Verlag politisches Archiv“ zwischen den Jahren 1969-1983

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht kritisch die zwei Biographien von Hans Frederik über Herbert Wehner und analysiert deren Wirkung sowie Verbreitung in den deutschen Printmedien zwischen 1969 und 1983. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Intentionen des Autors sowie die Authentizität der verwendeten Quellen in einem politisch stark umstrittenen Kontext.

  • Die Entstehung und ideologische Ausrichtung des "Verlag politisches Archiv"
  • Die kritische Dekonstruktion des von Hans Frederik vermittelten Herbert-Wehner-Portraits
  • Der Einfluss von DDR-Geheimdienstmaterial auf westdeutsche Publikationen
  • Die publizistische Resonanz und Verleumdungskampagnen in der "rechten" Presse

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Diese Worte schmetterte der neben Franz-Josef Strauß wohl umstrittenste Politiker der BRD, Herbert Wehner am 13. März 1975, der CDU/CSU-Fraktion entgegen, als diese ihn zum wiederholten Male als Bolschewisten und Kommunisten bezeichnete. Solche Diffamierungen machten Wehner zu einem Politiker, dessen Vergangenheit über die gesamte Zeit seines politischen Wirkens in der BRD, von der Opposition, als auch anderen Kräften der Gesellschaft, für Kampagnen genutzt wurde um ihn in der Öffentlichkeit zu verleumden.

Natürlich eignete sich die Biographie Wehners wie kaum eine andere eines führenden Politikers in der BRD für solche Feldzüge. Nicht nur, dass er innerhalb kürzester Zeit vom Anarchisten in den zwanziger Jahren, zu einem maßgeblichen Mitglied der KPD aufstieg. Er war auch das einzige führende Mitglied dieser Partei, welches mit dem Kommunismus brach und nach dem Zweiten Weltkrieg ein bestimmender Politiker der SPD wurde, der die Sozialdemokratie in der Nachkriegszeit für lange Zeit prägte. Ein solcher politischer Werdegang erzeugte unvermeidlich, in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart, eine Reihe von Mutmaßungen und Vermutungen über die Zeit des frühen Wirkens von Wehner und seiner Beweggründe. Daher verwundert es nicht, dass Herbert Wehner wiederholt Ziel von Kampagnen wurde.

In den sechziger und siebziger Jahren führten sowohl politisch „rechte“ als auch „linke“ Kräfte in der BRD und DDR, Feldzüge gegen Wehner in der Öffentlichkeit. Das zeigen besonders die verschiedenen Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Publikationen der damaligen Zeit. So war es in den fünfziger Jahren neben der KPD auch die CDU/CSU, die offenkundig die Vergangenheit des Sozialdemokraten nutzte, um gezielt vor Bundestagswahlen in der Öffentlichkeit über Wehners Tätigkeiten in der KPD verleumderisch zu berichten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die politische Kontroverse um Herbert Wehner dar und erläutert das Ziel der Arbeit, die Biographien von Hans Frederik kritisch zu hinterfragen.

2. Ein Autor und seine Verbindungen: Dieses Kapitel beleuchtet die Person Hans Frederik, seine mögliche geheimdienstliche Anbindung an den Ostblock und seine verlegerische Strategie.

3. „Gezeichnet vom Zwielicht seiner Zeit“: Hier wird Frederiks erstes, auflagenstarkes Werk analysiert, das Wehner als zwielichtigen Geheimdienstler darzustellen versucht.

4. „Herbert Wehner. Das Ende seiner Legende“: Das Kapitel untersucht das zweite Werk Frederiks und zeigt auf, wie der Autor versucht, frühere Narrative durch neue, jedoch unzuverlässige Materialien zu stützen.

5. Die Wirkung der Werke in den Printmedien in den Jahren 1969 bis 1983: Diese Sektion prüft die tatsächliche Rezeption der Publikationen in der deutschen Presse und stellt fest, dass sie primär von rechts-orientierten Medien genutzt wurden.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Frederiks Werke als Diffamierungsinstrumente dienten, deren historische Bedeutung durch die moderne Forschung weitgehend entkräftet wurde.

Schlüsselwörter

Herbert Wehner, Hans Frederik, KPD, SPD, DDR, Geheimdienst, MfS, Politische Publizistik, Diffamierung, Sozialdemokratie, Kalter Krieg, Printmedien, Biographie, Politische Propaganda, Zeitgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die verleumderischen Biographien des Autors Hans Frederik über den SPD-Politiker Herbert Wehner und untersucht deren Entstehungshintergrund sowie deren Wirkung in der damaligen politischen Öffentlichkeit der BRD.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Im Zentrum stehen die politisch motivierte Publizistik, die Rolle von Geheimdiensten bei der Diskreditierung politischer Gegner sowie die Art und Weise, wie historische Tatsachen im Kontext des Kalten Krieges verzerrt wurden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die journalistische Arbeitsweise Hans Frederiks und die von ihm genutzten, oftmals fragwürdigen Quellen kritisch zu dekonstruieren und die Rolle seiner Werke in politischen Diffamierungskampagnen gegen die SPD zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine quellenkritische Methode, indem die Aussagen Frederiks mit gesicherten historischen Fakten, Archivmaterialien und zeitgenössischer Fachliteratur abgeglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der beiden zentralen Werke Frederiks sowie eine Untersuchung, wie gezielt "rechtes" Gedankengut und DDR-Propagandamaterial in die Berichterstattung über Herbert Wehner einflossen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Herbert Wehner, Hans Frederik, politische Diffamierung, Stasi-Verbindungen, KPD-Vergangenheit und das Wirken von Publikationen in der rechts-orientierten Presse.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Karl Mewis?

Die Arbeit zeigt auf, dass die Aussagen von Karl Mewis von Frederik gezielt instrumentalisiert wurden, um Wehner als Verräter zu brandmarken, obwohl die Aussagen selbst widersprüchlich waren und keinen Nachweis für Frederiks Thesen lieferten.

Welche Schlussfolgerung zieht die Arbeit zu Frederiks Motivation?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Frederiks Motivation primär ökonomisch und politisch opportunistisch war; er agierte als Vermittler von Informationen für verschiedene politische Gruppierungen, um seinen Lebensunterhalt und seinen Verlag zu finanzieren.

Final del extracto de 111 páginas  - subir

Detalles

Título
Im Auftrag von Links und Rechts. Hans Frederiks Biografien über Herbert Wehner und ihre Wirkungen in den Printmedien zwischen 1969 und 1983
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Calificación
1,0
Autor
Matthias Mittenentzwei (Autor)
Año de publicación
2009
Páginas
111
No. de catálogo
V273665
ISBN (Ebook)
9783656655497
ISBN (Libro)
9783656655480
Idioma
Alemán
Etiqueta
auftrag links rechts hans frederiks biografien herbert wehner wirkungen printmedien
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Matthias Mittenentzwei (Autor), 2009, Im Auftrag von Links und Rechts. Hans Frederiks Biografien über Herbert Wehner und ihre Wirkungen in den Printmedien zwischen 1969 und 1983, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273665
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