Heute schon offline gewesen? Diese Frage mag zunächst für einige etwas merkwürdig erscheinen, allerdings ist sie bei unserem heutigen Medienkonsum gar nicht abwegig. Um sich dessen bewusst zu werden, reicht es fast schon aus, wenn man sich mal einen Nachmittag lang in ein Straßenkaffee setzt, in den Park geht, in einer Bar sitzt oder auch beim Einkaufen die Augen offen hält. Was wir sehen, sind zahlreiche Menschen, die mit nach unten geneigtem Kopf die Straße entlang gehen und in regelmäßigen kurzen Intervallen ihr Smartphone in der Hand haben, um Facebook und Co „zu checken“. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie alleine oder mit Freunden unterwegs sind. Das Smartphone als All-in-One-Gerät, ein Alleskönner, welches ganz individuell vom Nutzer spielend leicht stetig erweitert und programmiert werden kann, ist für die meisten Menschen heute gar nicht mehr wegzudenken. Es ist nicht mehr einfach nur ein mobiles Telefon, mit dem telefoniert und gar SMS geschrieben werden können. Nein, das Smartphone ersetzt zahlreiche alltägliche Dinge. Es ist Uhr, Wecker, Kalender, Notizbuch, Musikanlage, Nachrichtendienst, Navigationsgerät und sogar Freund und vieles mehr. Vor allem diese Vielfältigkeit und Leichtigkeit führt dazu, dass es aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Aber wo soll das alles hinführen? Täglich kann das Nutzungsverhalten vieler Smartphone-Besitzer beobachten werden und so fing ich an, mir über dessen Auswirkungen Gedanken zu machen. Es ist für mich unverständlich, wenn man sich mit seinen Freunden trifft und im Extremfall jeder aber nur mit dem Handy beschäftigt ist oder darüber mit den Anwesenden kommuniziert wird. Durch die vielseitige Benutzeroberfläche des Smartphones geschehen zu viele Dinge gleichzeitig und es fehlt die Zeit des Abschaltens. Aufgrund dieser Beobachtungen und Divergenzen zum klassischen Medienkonsum kam ich zu dem Thema dieser Bachelor-Arbeit. Hypermedienkompetenz: Soziale Aspekte moderner Technik oder 24/7: wie die ständige Erreichbarkeit unsere Gesellschaft verändert. Mit dieser Arbeit möchte ich den enormen Einfluss neuer Medien auf die Gesellschaft aufzeigen und herausfinden, ob und wenn ja, wie sich durch den Dauereinsatz des Smartphones die Gesellschaft verändert und schon verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und personliche Motivation
1.1 Vorgehensweise
2. Klassische Skizzierung von „Medienkompetenz“
2.1 Baackes Definition von Medienkompetenz
2.2 Was bedeutet „Hypermedienkompetenz“ ?
3. Moderne Technik und ihre sozialen Aspekte
3.1 Arten von modernen Medien und ihre Verwendung
3.2 Positive und Negative Aspekte neuer Medien
3.3 Das Allround-Gerat „Smartphone“
4. Die standige Erreichbarkeit
4.1 Die hypermediale Gesellschaft
4.2 Wann ist genug genug ?
4.3 „Verlust“ des bewussten Lebens
5. Ist ein Ausstieg aus der Online-Welt moglich ?
5.1 Vor-und Nachteile
5.2 Den richtigen Umgang mit Smartphone und Co lernen
5.3 Aktuelle Studien zum Smartphone
5.3.1 MenthalApp
5.3.2 JIM-Studie 2013
5.3.3 Mediatisierte Sozialisation im Jugendalter
6. Die Gesellschaft im (medialen-) Wandel
6.1 Der Begriff des sozialen Wandels
6.2 Nicht vergessen: Einfach mal offline sein!
7. Zusammenfassung
I. Literaturverzeichnis
II. Anhang
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter "Hypermedienkompetenz"?
Es beschreibt die Fähigkeit, mit der ständigen Erreichbarkeit und der Funktionsvielfalt moderner All-in-One-Geräte wie Smartphones kompetent umzugehen.
Wie verändert das Smartphone unsere soziale Interaktion?
Die ständige Beschäftigung mit dem Handy, selbst bei Treffen mit Freunden, kann zu einem Verlust des bewussten Erlebens und realer Kommunikation führen.
Was ist der "Overview-Effekt" in der hypermedialen Gesellschaft?
Die Arbeit untersucht, wie die permanente Online-Präsenz (24/7) die Wahrnehmung der Gesellschaft und des sozialen Wandels beeinflusst.
Ist ein Ausstieg aus der Online-Welt heute noch möglich?
Die Arbeit diskutiert Vor- und Nachteile eines "Digital Detox" und zeigt Wege auf, wie man einen gesunden Umgang mit Medien lernen kann.
Welche Rolle spielt die Mediatisierung im Jugendalter?
Unter Bezugnahme auf Studien wie die JIM-Studie wird analysiert, wie Jugendliche durch die ständige Nutzung von Smartphones sozialisiert werden.
- Citation du texte
- Miriam Ben-Said (Auteur), 2014, Hypermedienkompetenz. Soziale Aspekte moderner Technik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273244