Diese Arbeit befasst sich mit der Steuerung der Gruppendynamik einer Lerngruppe in der Erwachsenenbildung. Um in einer Gruppe gut lernen zu können, ist es notwendig, dass ein positives Lernklima in dieser Gruppe herrscht. Diese Aussage wird durch aktuelle neurobiologische Ergebnisse untermauert. Anhand der themenzentrierten Interaktion nach Ruth Cohn werden Maßnahmen beschrieben, mit welchen dieses positive Lernklima hergestellt werden kann. Abschließend wird an der Lehr-/Lernmethode des problembasierten Unterrichtes eine Unterrichtsmethode für kollaboratives Lernen betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMDARSTELLUNG
1.1 FRAGESTELLUNGEN
1.2 METHODE
1.3 ZIELSETZUNG
1.4 BEGRIFFSERKLÄRUNGEN UND DEFINITIONEN
1.4.1 Dyade
1.4.2 Gruppe
1.4.3 Team
1.4.4 Förderliches Lernklima
1.4.5 Gruppendynamik
1.4.6 Die Sonderausbildung Intensivpflege
1.4.7 Neurobiologie
2 DIE GRUPPE UND IHRE DYNAMIK
2.1 GRUNDLEGENDES ZUR GRUPPENDYNAMIK
2.1.1 Geschichte und relevante Akteure
2.2 DYNAMIKEN INNERHALB DER GRUPPE
2.2.1 Der Mensch in der Gruppe
2.2.2 Kommunikation in der Gruppe
2.2.3 Rollen in der Gruppe
2.2.4 Welche Rollen braucht die Gruppe?
2.2.5 Lebenszyklus der Gruppe
2.3 ZUSAMMENFASSUNG
3 DIE TZI ALS METHODE ZUM LERNEN IN UND MIT DER GRUPPE
3.1 THEMENZENTRIERTE INTERAKTION
3.1.1 Das Fundament der TZI
3.1.2 Das TZI-Dreieck
3.1.3 Die Umwelt
3.1.4 Aufgaben der Leitung im Dreieck mit dem Kreis
3.1.5 Axiome der TZI
3.1.6 Postulate der TZI
3.1.7 Krisenintervention für Teilnehmende von Lerngruppen
3.2 ZUSAMMENFASSUNG
4 NEUROBIOLOGIE
4.1 DAS LERNEN IN DER GRUPPE
4.2 SPIEGELNEURONE UND IHR EINFLUSS AUF DAS LERNEN
4.2.1 Aufbau und Funktion der Spiegelneurone
4.3 NEUROBIOLOGIE, GRUPPEN UND IHR EINFLUSS AUF DIE MOTIVATION DES LERNENS
4.3.1 Motivationssysteme im Gehirn
4.3.2 Der Mensch als Quelle für Motivation
4.3.3 Leistung als Quelle für Motivation oder der „Köhler-Effekt“
4.4 ZUSAMMENFASSUNG
5 PBL ALS LEHR- UND LERNMETHODE MIT BESONDEREM FOKUS AUF DIE GRUPPENDYNAMIK
5.1 KONZEPT DES PROBLEM BASED LEARNING
5.2 HERKUNFT DES „PROBLEMBASIERTEN LERNENS“
5.2.1 Geschichte des PBL
5.3 FUNDAMENT DES PBL
5.3.1 Konstruktivismus
5.4 WAS KANN PROBLEM BASED LEARNING?
5.4.1 Auswirkungen des PBL
5.5 LERNEN MIT PBL
5.5.1 Der „Siebensprung“
5.6 VORAUSSETZUNGEN FÜR PBL
5.6.1 Strukturelle Voraussetzungen
5.6.2 Personelle Voraussetzungen
5.7 ZUSAMMENFASSUNG
6 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Master-Thesis untersucht, wie die Gruppendynamik in der Sonderausbildung für Intensivpflege gesteuert werden kann, um ein förderliches Lernklima zu schaffen, und inwieweit das Problembasierte Lernen (PBL) hierfür als geeignete Lehrmethode unter Berücksichtigung neurobiologischer Erkenntnisse fungiert.
- Steuerung der Gruppendynamik in der Erwachsenenbildung
- Einsatz der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohn
- Anwendung des Problembasierten Lernens (PBL) in der Fachausbildung
- Neurobiologische Grundlagen kollaborativen Lernens
- Optimierung von Lernmotivation durch Beziehungsgestaltung
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Rollen in der Gruppe
Um die verschiedenen Rollen in einer Gruppe zu beschreiben, ist meiner Meinung nach eine soziologisch orientierte Betrachtungsweise zu empfehlen. Innerhalb einer Gruppe gibt es bestimmte Positionen, welche durch verschiedene Menschen wahrgenommen werden können. Sobald diese Menschen aber eine Rolle oder Position in der Gruppe besetzen, unterscheiden sie sich von den restlichen Gruppenmitgliedern. Durch eine genaue Betrachtung der Kommunikationsstruktur kann zwischen zentralen und dezentralen Positionen unterschieden werden. In dieser Arbeit wird der Begriff Position für eine Funktionsstelle in einem wie auch immer gearteten sozialen Kontext gesehen. Als Beispiele können die Familie, der Betrieb, die Gemeinde oder ein Verein dienen. Alle diese Beispiele sind Gruppen, in die Menschen, welche diese Positionen besetzen, gewisse Verhaltenserwartungen setzen, ebenso entstehen aus dem Umfeld diese Erwartungshaltungen. Von Menschen, die eine zentrale Position in der Kommunikationsstruktur einnehmen, wird häufig ein Führungsverhalten erwartet. Diese Erwartungen werden als Rolle bezeichnet. Rollen sind damit Verhaltenserwartungen, die an den Inhaber einer bestimmten Position in einem sozialen Umfeld gestellt werden (vgl. Rechtien, 2001, S. 257).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINFÜHRUNG IN DIE PROBLEMDARSTELLUNG: Definition des Forschungsgegenstandes, der Zielsetzung sowie der verwendeten Literaturanalysemethodik zur Untersuchung der Gruppendynamik in der Intensivpflege.
2 DIE GRUPPE UND IHRE DYNAMIK: Theoretische Auseinandersetzung mit gruppendynamischen Prozessen, verschiedenen Rollenmodellen und den typischen Phasen im Lebenszyklus einer Gruppe.
3 DIE TZI ALS METHODE ZUM LERNEN IN UND MIT DER GRUPPE: Einführung in das Konzept der Themenzentrierten Interaktion als humanistischer Ansatz zur Leitung von Lerngruppen.
4 NEUROBIOLOGIE: Erläuterung der neurobiologischen Grundlagen des Lernens in Gruppen, insbesondere der Funktion von Spiegelneuronen und Motivationssystemen im Gehirn.
5 PBL ALS LEHR- UND LERNMETHODE MIT BESONDEREM FOKUS AUF DIE GRUPPENDYNAMIK: Analyse des Problembasierten Lernens als Methode zur Kompetenzentwicklung unter Einbeziehung des Siebensprungs.
6 ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG: Zusammenführende Betrachtung der theoretischen Erkenntnisse zu Gruppendynamik, TZI, Neurobiologie und PBL für die praktische Anwendung in der Intensivpflege-Ausbildung.
Schlüsselwörter
Gruppendynamik, Problembasiertes Lernen, TZI, Neurobiologie, Lernklima, Erwachsenenbildung, Intensivpflege, Soziale Interaktion, Spiegelneurone, Motivation, Kollaboratives Lernen, Führung, Kompetenzentwicklung, Gruppenpsychologie, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der gezielten Steuerung von Gruppendynamiken in der Ausbildung von Intensivpflegekräften, um optimale Lernbedingungen zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Gruppendynamik, die Methode der Themenzentrierten Interaktion (TZI), das Problembasierte Lernen (PBL) und die neurobiologischen Grundlagen von Motivation und Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Methoden aufzuzeigen, wie ein positives Gruppenklima für kollaboratives Lernen gestaltet werden kann und wie diese Prozesse neurobiologisch fundiert sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Zur Beantwortung der Fragestellungen wurde eine deskriptive Literaturanalyse unter Verwendung zahlreicher Datenbanken und Facharchive durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Basis der Gruppendynamik, die Methodik der TZI, die neurobiologischen Mechanismen beim Lernen und die praktische Implementierung des PBL-Konzepts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Gruppendynamik, PBL, TZI, Neurobiologie und kollaboratives Lernen definieren.
Warum spielt die Neurobiologie eine Rolle für das Lernklima?
Die Neurobiologie belegt, dass soziale Sicherheit und positive Beziehungen (z.B. über Oxytocin-Ausschüttung) Stress reduzieren und das Gehirn in einen Zustand versetzen, der für kognitive Leistungen optimal empfänglich ist.
Was ist der sogenannte "Siebensprung"?
Der Siebensprung ist eine strukturierte Methode innerhalb des Problembasierten Lernens (PBL), die den Lernenden durch sieben definierte Stufen der Analyse und Informationsbeschaffung führt, um ein Problem eigenständig zu lösen.
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- Markus Dallinger (Author), 2011, Lernen in der Gruppe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272925