Wohnen bedeutet nicht nur Schutz vor Witterung und wilden Tieren, sondern ermöglicht neben hygienischen Bedingungen wie Körperpflege und Wäschewaschen, selbstbestimmter Ernährung und Versorgung auch das Pflegen sozialer Kontakte und bietet Raum zur Entspannung. Zudem ist ein abgeschlossener Wohnraum ein Rückzugsort, der ein hohes Maß an Privatsphäre und Freiheit bietet. Wohnen ist ein Menschenrecht (Art.25 Abs.1), welches 1. die Sicherheit des Besitzes, 2. den Zugang zu sauberen Trinkwasser, Energieversorgung, medizinischer Versorgung, sanitäre Anlagen u.a., 3. Be-zahlbarkeit der Wohnung, 4. Bewohnbarkeit und 5. Erreichbarkeit umfasst (vgl. UN zit. in www.amnesty.de). Dieses Recht ist in Deutschland jedoch nicht verfassungsrechtlich garantiert und lässt sich stattdessen nur durch Rechtsnormen wie die Unantastbarkeit der Menschenwürde und die Freiheitsrechte ableiten. Die Kommunen sind jedoch verpflichtet Hilfesuchenden zu ihrem Schutz eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen, da Obdachlosigkeit als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung gilt.
(...)Prognosen zu Folge wird die Wohnungslosigkeit der unter 25jährigen in den kommenden Jahren zunehmen (vgl. www.bagw.de). Inwieweit dies mit der derzeitigen Aktivierungspolitik zusammenhängt, soll im Folgenden betrachtet werden.
Zunächst werden im ersten Teil die Begrifflichkeiten Wohnungsnotfall, Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit erläutert, da auf der Grundlage dieser Begriffe die verschiedenen Hilfen arbeiten. Im Weiteren werden die Lebenssituationen wohnungsloser Menschen beschrieben und die Ursachen, die zu Wohnungslosigkeit führen können aufgezeigt. Somit wird zum Einen der Personenkreis dargestellt, mit dem das Hilfesystem arbeitet, und zum Anderen werden die gesellschaftlichen und individuellen Hintergründe erläutert, die Wohnungslosigkeit begünstigen können. Im zweiten Teil wird das Hilfesystem mit seinen rechtlichen Grundlage vorgestellt und kritisch betrachtet, um die Arbeitsweise des Systems zu verdeutlichen und mögliche Schwierigkeiten bei der Verwirklichung von Hilfen aufzuzeigen. Der dritte Teil setzt sich mit der Frage auseinander, warum vermehrt unter 25jährige von Wohnungslosigkeit betroffen sind und inwieweit insbesondere ihre Lage im Zusammenhang mit den Hartz IV Gesetzen verschärft wird. Abschließend wird unter Betrachtung bestehender Veränderungsbedarfe diskutiert, wie die Lebens- und Problemlage junger wohnungsloser Menschen verbessert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Menschen in Wohnungsnot
1.1 Lebenssituation wohnungsloser Menschen
1.2 Allgemeine Ursachen und Hintergründe für Wohnungslosigkeit
2 Wohnungslosenhilfe
2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen der Wohnungslosenhilfe
2.2 Kritische Betrachtung des Hilfesystems
3 Junge Menschen in der Wohnungslosigkeit
3.1 Verschärfung der Lage junger Menschen durch Hartz IV
3.2 Verbesserungsbedarfe in Bezug auf junge Wohnungslose
4 Fazit
Abkürzungsverzeichnis
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Obdachlosigkeit und Wohnungslosigkeit?
Wohnungslosigkeit umfasst alle Menschen ohne eigenen Mietvertrag (z. B. in Heimen), während Obdachlosigkeit das Leben ganz ohne feste Unterkunft auf der Straße bezeichnet.
Wie beeinflussen die Hartz IV Gesetze junge Wohnungslose?
Die Arbeit untersucht, wie Sanktionen und restriktive Regelungen für unter 25-Jährige die finanzielle Not verschärfen und den Zugang zu stabilen Wohnverhältnissen erschweren können.
Ist Wohnen in Deutschland ein verfassungsrechtlich garantiertes Recht?
Nein, es ist nicht explizit als Grundrecht in der Verfassung garantiert, wird aber indirekt aus der Menschenwürde und den Freiheitsrechten abgeleitet.
Warum sind Kommunen verpflichtet, Unterkünfte bereitzustellen?
Kommunen müssen Hilfe leisten, da Obdachlosigkeit juristisch als Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung eingestuft wird.
Welche Ursachen führen bei jungen Menschen zur Wohnungslosigkeit?
Häufige Ursachen sind familiäre Konflikte, fehlende soziale Netzwerke, psychische Probleme sowie Schwierigkeiten beim Übergang von Jugendhilfe in die Selbstständigkeit.
- Citation du texte
- Julia Kosslers (Auteur), 2012, Wohnungslosenhilfe. Inwieweit verschärfen die Hartz IV Gesetze die Situation junger Wohnungsloser?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271384