„Die Schule sollte ein Ort werden, an dem intensiv und mit Freude gearbeitet und gelernt wird. [...] Entsprechend sollten sich Lehrer verstärkt als Lernberater und Lernhelfer verstehen. [...] Ohne entsprechend engagierte und qualifizierte Lehrer werden sich derartige Reformvorstellungen in Schulen nicht umsetzen lassen.“ (Mutzeck 2009, S. 12)
Es ist weit bekannt, dass in den Schulen die Gewalt unter Schülern steigt und auch viele Schüler ihre Lehrer viel mehr als Gegner und nicht als Verbündete ansehen. All dies spricht nicht für eine Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit. Um dementsprechend die Schulen zu reformieren, müssen auch die Lehrer lernen, wie sie am Besten mit den alltäglichen Situationen in den Schulen umgehen. Somit kommt die „Kollegiale Fallberatung“ als neue Methode in das Schulsystem.
Dr. Dirk Kutting, ein Pfarrer und Religionslehrer, der sich auf Schulseelsorge und systemisch-lösungsorientierte Beratung spezialisiert, meint, dass viele Lehrer noch nicht wissen, dass die persönlichen und fachlichen Ressourcen der Kollegen für die Verbesserung eigener Professionalität dienen können. Er erläutert, dass Lehrer nicht beratungsresistent sind, sondern sich gegenseitig unterstützen und helfen können.
In dieser Arbeit wird dementsprechend untersucht, ob und inwieweit die Kollegiale Fallberatung einen Nutzen für die Schulentwicklung hat. Erstmals wird geklärt, wie sich die Schule entwickelt hat und welche Zielvorstellungen es als Reformationen an das Schulsystem gab. Danach werden die zentralen Grundlagen der Kollegialen Fallberatung dargelegt: was die Kollegiale Fallberatung genau ist, wie sie funktioniert und aufgebaut ist, und welche ihre konkreten Ziele sind. Anschließend wird dann die Kollegiale Fallberatung in der Schule untersucht, welche Anwendung diese hat und welcher genaue Nutzen daraus folgt. Gezielt wird darauf geachtet, welchen Einfluss die Kollegiale Fallberatung auf Lehrer und Schüler hat und wie diese die Atmosphäre in der Schule beeinflusst. Abschließend folgt dann eine Schlussfolgerung, welche die wichtigsten Aspekte und Befunde nochmal aufgreift.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Weg zur Schulentwicklung
3. Grundlagen der Kollegialen Fallberatung
3.1. Was ist Kollegiale Fallberatung?
3.2. Merkmale der Kollegialen Fallberatung
3.3. Ziele der Kollegialen Fallberatung
4. Kollegiale Fallberatung in der Schule
4.1. Anwendung der Kollegialen Fallberatung in der Schule
4.2. Nutzen der Kollegialen Fallberatung für die Schulentwicklung
5. Fazit
6.Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was ist Kollegiale Fallberatung?
Es ist eine strukturierte Methode, bei der sich Kollegen gegenseitig bei beruflichen Herausforderungen beraten, um gemeinsam lösungsorientierte Ansätze zu entwickeln.
Welchen Nutzen hat diese Methode für Lehrer?
Sie hilft Lehrern, ihre Professionalität zu steigern, alltägliche Konfliktsituationen besser zu bewältigen und die eigenen Ressourcen sowie die der Kollegen effektiv zu nutzen.
Wie trägt Kollegiale Fallberatung zur Schulentwicklung bei?
Durch die Förderung einer Kultur des Vertrauens und der Offenheit verbessert sie die Arbeitsatmosphäre und unterstützt notwendige Reformprozesse im Schulsystem.
Sind Lehrer „beratungsresistent“?
Laut Dr. Dirk Kutting sind Lehrer nicht beratungsresistent, sondern oft fehlen lediglich die Strukturen, um die vorhandenen Ressourcen der Kollegen gewinnbringend einzusetzen.
Welchen Einfluss hat die Methode auf die Schüler?
Indem Lehrer kompetenter mit Konflikten umgehen, verbessert sich das Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern, was zu einer besseren Lernatmosphäre führt.
Was sind die Ziele der Schulentwicklung in diesem Kontext?
Ziel ist es, die Schule zu einem Ort des intensiven und freudvollen Lernens zu machen, an dem Lehrer verstärkt als Lernberater und -helfer agieren.
- Quote paper
- Anna Hausmann (Author), 2012, Welchen Nutzen hat die Kollegiale Fallberatung für die Schulentwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270970