Zu den schillerndsten und umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Rechtsgeschichte gehört mit Sicherheit Carl Schmitt. Einerseits wird er von Vielen als Verfasser viel gelesenen Klassikern gewürdigt. Seine scharfe Kritik des Liberalismus und Parlamentarismus in seinen Werken aus der Zeit der Weimarer Republik wird auch heute noch geschätzt. Andererseits geriet er aber durch seine Kooperation mit der NS-Führung und seine Unterstützung der NSDAP-Ideologie während des Dritten Reiches in Verruf.
In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob und in welchen Bereichen Schmitts Werke nach der Machtergreifung Hitlers in Widerspruch stehen zu seinen zuvor vertretenen Überzeugungen, oder ob seine Unterstützung des Nationalsozialismus nur eine logische Fortsetzung seiner vorangegangenen Theorien darstellt. Dazu werden Schmitts politische Positionen aus der Zeit der Weimarer Republik sowie des Dritten Reiches dargelegt und verglichen. Dabei ist zu beachten, dass es Ende des Jahres 1936 zu einem Bruch zwischen der NS-Führung und Schmitt kam, weshalb sich diese Betrachtung auf seine bis zum Jahr 1936 entstandenen Werke beschränkt.
Gliederung:
I. Carl Schmitts Umstrittenheit
II. Vergleich der Theorien Schmitts in der Weimarer Zeit und 1933-
1. Theorien Carl Schmitts bis
1. Schmitts Demokratieverständnis
2. Kritik des Parlamentarismus
3. Reichspräsident als „Hüter der Verfassung“
4. Auffassung von Souveränität
5. Mythos des Nationalen
6. Schmitts „Begriff des Politischen“
7. Prinzip der gleichen Chance
2. Theorien Carl Schmitts von 1933 bis
1. Dreigliederung in Staat, Bewegung und Volk
2. Rechtsprechung im Zeichen des Nationalsozialismus
3. Rechtfertigung des „Röhm-Putsches“
4. Antisemitische Agitation
3. Vergleich der beiden Perioden
1. Homogenität im NS-Staat
2. Mythos des Nationalsozialismus
3. Gültigkeit der Verfassung
4. Freund/Feind-Unterscheidung im NS-Staat
5. Antisemitismus
III. Konsistenz der Theorien Schmitts
IV. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Wer war Carl Schmitt?
Carl Schmitt war ein einflussreicher deutscher Staatsrechtler und Philosoph, dessen Werk sowohl für seine Kritik am Liberalismus als auch für seine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten bekannt ist.
Stehen Schmitts Werke aus der Weimarer Zeit im Widerspruch zum Dritten Reich?
Die Arbeit untersucht, ob seine NS-Unterstützung ein Bruch oder eine logische Fortsetzung seiner Theorien (z.B. Souveränität, Dezisionismus) war.
Was ist Schmitts "Begriff des Politischen"?
Schmitt definiert das Politische durch die Unterscheidung zwischen Freund und Feind, was er später auch auf die Ideologie des NS-Staates übertrug.
Wie rechtfertigte Schmitt den "Röhm-Putsch"?
In seinem Artikel "Der Führer schützt das Recht" legitimierte er die Morde als Akt höchster richterlicher Gewalt des Staatsoberhauptes außerhalb normaler Gesetze.
Was bedeutet Schmitts Konzept vom "Hüter der Verfassung"?
In der Weimarer Republik plädierte er dafür, dass der Reichspräsident (statt eines Gerichts) die Verfassung schützen sollte, was seine Tendenz zu starken Exekutivbefugnissen zeigt.
- Arbeit zitieren
- Bernhard Güntner (Autor:in), 2010, Konsistenz und Widerspruch in den Werken Carl Schmitts der Weimarer Zeit und des Dritten Reiches, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269504