Die Benachteiligung von Mädchen ist eine allgemein bekannte und gesellschaftlich anerkannte Tatsache. Diese Aussage geriet jedoch in den letzten Jahren immer mehr ins Wanken. Während Schulforscher schon seit längerer Zeit vorsichtig untersuchen, ob nicht vielleicht auch Jungen benachteiligt werden, kam mit der Pisa-Studie auch in der öffentlichen Diskussion ein Erwachen. Die Ergebnisse zeigten nicht nur ein katastrophales Bild des deutschen Bildungssystems, sondern machten auch deutlich, dass gerade in der Schule die Jungen schlechter abschnitten. Dies zieht sich durch die gesamte Schullaufbahn und endet mit den besseren Abschlüssen von Mädchen in allen Bildungsgängen. Jetzt sucht man verzweifelt nach Ursachen und muss pauschalisierte Urteile über die männlichen Schüler, die allgemein als „Rabauken“ und „Störenfriede“ gelten aus dem Weg räumen und eine differenzierte Betrachtung anwenden, die lange in der weiblich dominierten Schulforschung fast immer zu Gunsten der Mädchen ausfielen. In diesem Zusammenhang wird auch kritisiert, dass gerade durch den Fokus auf die Mädchen eine Vernachlässigung der Jungen stattfand, die es jetzt zu überwinden gilt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Sozialisation und Benachteiligung von Jungen
- Sozialisation
- Definition von Sozialisation
- Geschlechtsspezifische Sozialisation
- Schulische Sozialisation
- Funktion von Schule
- Sozialisationsfunktion der Schule
- Probleme schulischer Sozialisation
- Koedukation in der Schule
- Koedukation in der Schule als Grundkonzept
- Jungen als benachteiligte Gruppe
- Ursachen der Benachteiligung von Jungen
- Benachteiligung von Mädchen als ursprüngliche Annahme
- Ergebnisse der Pisa Studie
- Sozialisation
- Schlussbetrachtung
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit analysiert die These der Benachteiligung von Jungen in der Schule anhand des Konzepts der Sozialisation. Dabei wird sowohl die allgemeine Sozialisation als auch die geschlechtsspezifische Sozialisation betrachtet, um die spezifischen Herausforderungen, denen Jungen im schulischen Kontext gegenüberstehen, zu beleuchten.
- Die Bedeutung von Sozialisation für die Entwicklung von Persönlichkeiten und deren Einfluss auf das schulische Umfeld
- Der Einfluss der geschlechtsspezifischen Sozialisation auf das Lernen und die schulische Leistung von Jungen
- Die Herausforderungen der Koedukation in der Schule und deren Auswirkungen auf Jungen
- Die Ursachen für die Benachteiligung von Jungen im Schulsystem
- Die Ergebnisse der Pisa-Studie im Kontext der Benachteiligung von Jungen
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Definition von Sozialisation und beleuchtet deren Bedeutung für die Entwicklung von Individuen. Anschließend wird die geschlechtsspezifische Sozialisation betrachtet, die die Einordnung von Kindern in ein Geschlecht und die damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen beinhaltet. Diese Einflüsse wirken sich maßgeblich auf die Entwicklung von Persönlichkeiten und das Verhalten von Jungen und Mädchen aus.
Die Arbeit analysiert danach die Funktion der Schule in der Gesellschaft und die Rolle, die sie im Sozialisationsprozess spielt. Dabei werden die Herausforderungen der schulischen Sozialisation, insbesondere die Herausforderungen für Jungen, beleuchtet.
Im weiteren Verlauf wird die Koedukation in der Schule als Grundkonzept betrachtet und die Frage nach den Auswirkungen des gemeinsamen Unterrichts von Jungen und Mädchen gestellt. Die Arbeit untersucht dabei, ob die Koedukation die Benachteiligung von Jungen verstärkt oder ob sie ihnen einen neuen Zugang zum Lernen ermöglicht.
Schließlich wird die These der Benachteiligung von Jungen in der Schule näher betrachtet. Die Arbeit analysiert die Ergebnisse der Pisa-Studie und untersucht, welche Ursachen für die beobachtete Benachteiligung von Jungen verantwortlich sein könnten.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit den Themen Sozialisation, geschlechtsspezifische Sozialisation, Schulische Sozialisation, Koedukation, Benachteiligung von Jungen, Pisa-Studie und Bildungssystem.
Häufig gestellte Fragen
Werden Jungen im deutschen Schulsystem benachteiligt?
PISA-Studien und Schulforschungen zeigen, dass Jungen häufig schlechtere Abschlüsse erzielen und in allen Bildungsgängen öfter hinter den Leistungen von Mädchen zurückbleiben.
Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Sozialisation?
Gesellschaftliche Erwartungen an "männliches" Verhalten (z. B. als "Rabauken") können dazu führen, dass Jungen Schwierigkeiten haben, sich in das oft weiblich dominierte und auf Ruhe ausgerichtete Schulumfeld zu integrieren.
Was sind die Ursachen für die Benachteiligung von Jungen?
Diskutiert werden unter anderem die Vernachlässigung von Jungen durch den starken Fokus auf Mädchenförderung sowie Probleme innerhalb der Koedukation.
Hat die PISA-Studie das Bild der Benachteiligung verändert?
Ja, die Studie machte deutlich, dass Jungen insbesondere in der Lesekompetenz und im allgemeinen Schulerfolg gegenüber Mädchen deutlich schlechter abschnitten.
Ist Koedukation ein Problem für Jungen?
Die Arbeit untersucht, ob der gemeinsame Unterricht die Benachteiligung verstärkt, da sich Jungen in einem Umfeld behaupten müssen, das ihre spezifischen Lernbedürfnisse oft weniger berücksichtigt.
- Arbeit zitieren
- Michael Ziegler (Autor:in), 2004, Sozialisation und Benachteiligung von Jungen in der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26607