Die Frage des Lernwiderstandes in der Erwachsenenbildung hat in den letzten Jahren, insbesondere seit den Entdeckungen der neurobiologischen Forschung zum Zusammenhang von Kognition und Emotion, sowie dem Einfluss von
Emotionen auf alle Entscheidungsprozesse des Lebens, an Relevanz gewonnen. Hauptvertreter der Erwachsenenpädagogik wie Arnold, Siebert und Gieseke u. A. nehmen darauf, auf unterschiedliche Weise Bezug. In der vorliegenden Arbeit soll der Einflussfaktor Emotion in Bezug auf Lernwiderstände beleuchtet werden.
Anschließend werden die Aspekte Emotion und Lernwiderstände in beziehungstheoretischem Zusammenhang untersucht und die erwachsenenpädagogischen Möglichkeiten des Umgangs mit Lernwiderständen
kurz angedeutet. Ich beziehe mich dabei hauptsächlich auf die Erläuterungen zu Lernwiderständen von Häcker und Gieseke sowie auf Biesta. Vorweg gehe ich kurz auf entwicklungsgeschichtlich dichotome Sichtweisen von Philosophie und Psychologie ein, Emotion und Kognition als Gegensätze zu betrachten, die bis heute nachwirken, dies, so Gieseke lag an einer fehlenden Theorie des Gefühls an sich. Sie stellt fest, dass einzig R. Arnold der Emotion in der Erwachsenenbildung seit dem Aufkommen der Beschäftigung mit Gefühlen und Beziehungen in Deutschland seit den 1980er Jahren, gebührende Beachtung schenkt. In der vorliegenden Arbeit möchte ich anhand eines Vergleiches zwischen W. Gieseke und H. Häcker Emotionen und ihre Wirkung auf Lernwiderstände in der aktuellen Literatur unter beziehungstheoretischen Aspekten untersuchen und wie diese sich in Erwachsenenpädagogischen Zusammenhängen auf Personen und Situationen auswirken. Am Schluss wird ein kurzer Ausblick auf Möglichkeiten und Zielsetzungen der Erwachsenenpädagogik gegeben. Herausgefiltert werden soll, welche Atmosphäre und welche grundlegenden Einstellungen dazu verhelfen Lernwiderstände in erwachsenenpädagogischen Kontexten abzubauen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Von der Kognition zur Emotion
2.1 Definitionen von Emotionen
2.2. Verschiede Emotionen und ihre Wirkungen
3. Lernwiderstände
3.1. Definition von Lernwiderständen nach Häcker
3.2. Lernwiderstand: Macht und Status
4. Angst als Komponente des Lernwiderstands
4.1. Umgang mit Angst und Lernwiderständen
5. Freude und beziehungsorientierter Umgang mit Lernwiderständen
5.1 Beziehungstheoretisches Lernen: „Mind the Gap!“
5.2 Gestaltung von Lehr- Lern-Situationen und Räumen
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was sind Lernwiderstände in der Erwachsenenbildung?
Lernwiderstände sind bewusste oder unbewusste Barrieren, die Lernende aufbauen, um sich gegen neue Lerninhalte oder Veränderungen zu schützen, oft bedingt durch Emotionen oder Statusfragen.
Welche Rolle spielen Emotionen beim Lernen?
Neurobiologische Forschungen zeigen, dass Emotionen und Kognition eng verknüpft sind. Emotionen beeinflussen alle Entscheidungsprozesse und können Lernprozesse entweder fördern oder blockieren.
Wie beeinflusst Angst den Lernerfolg?
Angst wirkt oft als starker Lernwiderstand. Sie kann durch Überforderung, Prüfungsdruck oder das Gefühl eines Statusverlustes entstehen und die kognitive Aufnahme blockieren.
Was ist beziehungstheoretisches Lernen?
Dieser Ansatz betont, dass Lernen in einem sozialen Gefüge stattfindet. Eine positive Beziehung zwischen Lehrenden und Lernenden („Mind the Gap“) ist essenziell, um Widerstände abzubauen.
Wie können Lehrende Lernwiderstände abbauen?
Durch die Gestaltung einer wertschätzenden Atmosphäre, die Beachtung von Gefühlen und die Schaffung von Räumen, die Freude am Lernen ermöglichen, statt Druck auszuüben.
- Arbeit zitieren
- Linnéa Keilonat (Autor:in), 2012, Lernwiderstände in der aktuellen Literatur unter beziehungstheoretischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/262232